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Kitagebühr für Drillinge steigt um 150 Euro

Erhöhung trifft doppelt und dreifach Kitagebühr für Drillinge steigt um 150 Euro

Die erhöhten Elternbeiträge für die Kitas in Brandenburg an der Havel treffen manche Familien besonders hart. Doppelt und dreifach haben daran die Eltern der kleinen Drillinge in der Stadt zu knacken. Auf einen Schlag müssen sie 150 bis 195 Euro mehr bezahlen als bisher. Der Sozialbeigeordnete hält als Trost bereit, dass das Kita-Essen nun weniger kostet.

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150 Euro mehr kostet die Kita für Jennyfer Hager und Nico Hupkau.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die erhöhten Elternbeiträge für die Kitas in Brandenburg/Havel treffen manche Familien besonders hart. Doppelt und dreifach haben daran die Eltern der kleinen Drillinge in der Stadt zu knacken. Auf einen Schlag müssen sie 150 bis 195 Euro mehr bezahlen als bisher. Der Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) hält als Trost bereit, dass das Kita-Essen nun weniger kostet.

In der Stadt Brandenburg haben die Kommunalpolitiker bereits im November neue Gebühren in der Elternbeitragsordnung für die Kindertagesstätten festgelegt. Die Stadtverordneten haben die Veränderung mit den Stimmen der CDU und den Linken-Politikern René Kretzschmar, Lutz Krakau und Matthias Pietschmann in beschlossen. Im Februar milderte alle Stadtverordneten den Beschluss etwas ab.

Jennyfer Hager und Nico Hupkau gehören zu den Eltern, welche die Erhöhung besonders hart trifft. Sie haben Drillingsmädchen! Die fünf Jahre alt sind und in die Kita Spatzenhaus gehen. Den Bescheid ihrer Kita haben sie noch nicht. Doch es ist nicht schwer, sich die Folgen der neuen Satzung selbst auszurechnen.

Eltern bei der Oberbürgermeisterin

In zwei 90-minütigen Runden mit jeweils 15 bis 20 Eltern habe sich die Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) in ihrer Sprechstunde Ende März den Fragen der Eltern zur Elternbeitragsordnung gestellt, berichtet Verwaltungssprecher Jan Penkawa.

Die Eltern hätten unterschiedliche familiäre Situationen geschildert. Penkawa: „Die Erhöhungen in den Beiträgen wurden durchgängig nicht positiv bewertet.“

Die Oberbürgermeisterin habe deutlich gemacht, dass es seit 2008 (Erlebach nennt als Jahreszahl 2009) keine Veränderung der Gebühren gegeben habe und nun gestiegene Betreuungskosten hätten angepasst werden müssen. Zudem erfolge mit der neuen Satzung eine für alle Träger einheitliche und gleiche Einkommensbewertung.

Die Ausgaben für die Kita-Betreuung belaufen sich auf etwa. 25,6 Millionen Euro pro Jahr. Davon tragen Eltern durch ihre Beiträge etwa 4 Millionen Euro und somit 15 Prozent der Gesamtaufwendungen.

Die Drillingseltern kommen auf einen Betrag von rund 150 Euro, den sie im Monat mehr bezahlen als bisher, pro Drillingskind 52 Euro zusätzlich bei einem Betreuungsaufwand von sechs bis acht Stunden am Tag im Kindergarten. In der Summe kommen rund 500 Euro dabei raus.

Die Eltern von Dilara, Kimberly und Charlize gehen beide arbeiten, um den Lebensunterhalt für die sechsköpfige Familie zu bestreiten. Großverdiener müssen sie nicht sein, um in die höchste Stufe der Elternbeitragsordnung zu fallen. Dort landet man zu zweit schon mit 52 000 Euro Bruttojahreseinkommen, zu dem das Kindergeld für ein Kind gezählt wird.

Auf 195 Euro mehr Kitageld müssen sich Katrin und Michael Kern einstellen

Auf 195 Euro mehr Kitageld müssen sich Katrin und Michael Kern einstellen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Auch Kathrin und Michael Kern haben an der Erhöhung zu schlucken. Auch sie sind Drillingseltern, ihre drei Jungen werden im Juli zwei Jahre alt und gehen in die Kita Sonnenschein. Das Paar rechnet damit, nun sogar 195 Euro mehr bezahlen zu müssen. Die Krippenunterbringung von Carlos, Noah und Mattis wird sie dann knapp 450 Euro kosten. Spitzenverdiener ist man als Elternpaar von Krippenkindern nach der Entscheidung der Brandenburger Politiker bereits mit weniger als 50 000 Euro Jahresbruttoeinkommen.

Der Sozialbeigeordnete Erlebach bestätigt die anstehenden Erhöhungen. Härtefallregelungen seien nicht vorgesehen. Er weist darauf hin, dass künftig weniger Geld fürs Kita-Mittagessen zu zahlen ist, weil sich die Stadt an den Empfehlungen des Landessozialamtes orientiert und den Betrag auf 1,84 Euro pro Essen gedeckelt hat.

Der Linken-Stadtverordnete Kretzschmar, der für die neuen Gebühren gestimmt hat, argumentiert wie das Rathaus mit der Haushaltslage der Stadt. Natürlich sei die Erhöhung „keine schöne Entscheidung“. Kretzschmar: „Wir haben das nicht aus Spaß gemacht, aber wir mussten dem Land unseren Konsolidierungswillen deutlich machen“. Wenn es ganz gravierende Fälle gibt, müsse man sich das noch mal anschauen.

Von Jürgen Lauterbach

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