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Kitas droht Personalmangel durch Rentenwelle

Brandenburg an der Havel Kitas droht Personalmangel durch Rentenwelle

Die Personalsituation in den Kitas in der Stadt Brandenburg, allesamt betrieben von freien Trägern, spitzt sich zu. Beschleunigt wird das durch den baldigen Wechsel vieler Erzieherinnen in den Ruhestand und durch den neuen Betreuungsschlüssel. Danach muss sich seit 1. August eine Erzieherin nicht mehr um zwölf Kindergartenkinder, sondern durchschnittlich um 11,5 kümmern.

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Künftig kümmert sich eine Erzieherin um eine geringfügig kleinere Gruppe von Drei- bis Sechsjährigen.
 

Quelle: dpa

Brandenburg/H.  Die mehr als 50 Kindertagesstätten in der Stadt Brandenburg sind ein wahrer Jobmotor. Nach Angaben des Beigeordneten Michael Brandt (CDU) gab es in den Kitas zum Stichtag 1. Juni dieses Jahres in der Stadt Brandenburg bei den Erziehern rund 440 Vollzeitstellen. Tatsächlich beschäftigt sein dürften wesentlich mehr, weil viele der Stellen in Teilzeit besetzt sind. Seit dem 1. August gilt nun landesweit ein neuer, verbesserter Betreuungsschlüssel in den Kitas. Der Brandenburger ist deutschlandweit einer der schlechtesten, dadurch geriet das Land unter Druck und besserte leicht nach. Bislang war eine Erzieherin für zwölf Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren zuständig, nun ist sie es für 11,5 Kinder und in einem Jahr schließlich für elf Kinder.

Landesweit verschärft diese an sich begrüßenswerte und dringend notwendige Verbesserung jedoch den Personalmangel und diese Entwicklung macht auch vor Brandenburg an der Havel nicht Halt: Seit einigen Jahren nehme der Mangel an hoch qualifiziertem Personal in Kitas immer weiter zu, sagt Brandt. Verschärft werde das durch „die stetig steigende Nachfrage an Betreuungsplätzen“, so Brandt, aber auch durch einen „erheblichen Altersabgang von Fachkräften in Kindertagsstätten und auch durch die allerdings aus fachlicher Sicht sehr wünschenswerte Verbesserung des Personalschlüssels“.

Ein Beispiel: In der Kita Sonnenwinkel in der Brandenburger Innenstadt liefen am Freitag nach Angaben von Leiterin Petra Pinske deswegen Bewerbungsgespräche für eine neue Stelle. Über deren Ausgang konnte sie noch nichts sagen.

 Bislang sei es den Kitas jedoch immer gelungen, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen, so Brandt.

Ein weiterer Weg, die Personalnot zu beheben, ist seit einiger Zeit die berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher. Das bedeutet, dass auch Quereinsteiger in die Kitas kommen. Joachim Damus, Leiter der AG-Kita, sprach von schätzungsweise 40 Frauen und wenigen Männern, die auf diese Weise allein in der Stadt Brandenburg den Beruf des Erziehers erlernen. Sowohl Brandt als auch Damus üben jedoch Kritik an dieser Form und der diesbezüglichen Regelung.

Brandt bemängelt die sehr zeitintensive Einarbeitung und Begleitung der Neulinge durch das Kita-Personal. „Das wird von den Einrichtungen als ausgesprochen personalintensiv beschrieben“. Brandt fordert eine politische Lösung gegen den Fachkräftemangel. Das Jugendamt könne das nicht beheben. Das Oberstufenzentrum Alfred Flakowski und des Europäische Bildungswerk seien sehr daran interessiert, geeignete Auszubildende anzuwerben.

AG-Kita-Leiter Damus prangert die in seinen Augen zu hohe Anrechnung der Kita-Azubis auf den Personalschlüssel an. Bislang seien deren Arbeitsstunden zu 70 Prozent auf den Personalschlüssel angerechnet worden. Das sei jetzt vom Land auf 80 Prozent erhöht worden. „Wenn ein Auszubildender bislang 20 Stunden in der Kita arbeitet, gelten 14 Stunden davon bislang als durchgeführt von ausgebildetem pädagogischen Personal, künftig werden es 18 Stunden sein.“ Einfach ausgedrückt: Ein Teil der Stunden wird auf die Gesamtstundenzahl so angerechnet, als würden sie von ausgebildeten Erziehern ausgeübt. „Das kommt faktisch einer Personalkürzung gleich, über die aber offen das Land bislang gar nicht spricht.“ Den neuen Betreuungsschlüssel nennt Damus eine „nur marginale Verbesserung“.

Von Marion von Imhoff

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