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Brandenburg/Havel Klage gegen die Einteilung zum „Knochenjob“
Lokales Brandenburg/Havel Klage gegen die Einteilung zum „Knochenjob“
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07:10 27.08.2018
Schwere Behälter sind zu heben und zu stapeln. Quelle: privat
Brandenburg/H

Der Geschäftsführer des Studentenwerks räumt es im Gerichtssaal ein. Die Arbeit in der Mensa sei „ohne Frage ein Knochenjob“. Eine langjährige Mitarbeiterin wehrt sich wegen ihrer Arthrose vor dem Arbeitsgericht Brandenburg dagegen, dass sie schwere Lasten heben muss.

In diesem und einem ähnlichen Fall, der die Brandenburger Hochschulmensa betrifft und vor dem Arbeitsgericht anhängig ist, geht es um Direktionsrecht des Arbeitgebers.

Die Klägerin ist 60 Jahre alt und seit 17 Jahren in der Mensa als Küchenhilfe beschäftigt. Oft arbeitet sie an der Kasse, doch oft muss sie auch körperlich schwerere Tätigkeiten verrichten.

Alle drei Wochen ist sie an zwei bis drei Tagen für mehrere Stunden womöglich zu sehr gefordert. Weil sie diese Arbeit gesundheitlich belastet, wehrt sie sich mit ihrem Rechtsanwalt Simon Daniel Schmedes vor Gericht.

In der Güteverhandlung berichtet die Mitarbeiterin, dass sie trotz ihrer Gelenkarthrose und Beschwerden zu schwerer Arbeit verpflichtet sei. Sie erzählt, wie sie zum Schichtbeginn mehr als zehn Kilogramm schwere Getränkekisten anheben und über andere Kisten hieven muss, um die Bestände an der Essensausgabe aufzufüllen.

Schwer fällt es der Frau auch, volle Besteckkörbe aus der Spülmaschine zu räumen und dann fünf Körbe übereinander auf den Besteckwagen zu stapeln. „Das mache ich täglich“, berichtet die Klägerin der Arbeitsrichterin Dietlinde-Bettina Peters.

Ganz hart sei es für sie auch, sich nach dem 15 bis 16 Kilo schweren Vanillesoße-Behälter für die rote Grütze zu bücken und ihn zu heben. Das andauernde Bücken und Stehen mache ihr schwer zu schaffen.

Kollegen möchte die Frau nicht andauernd herbei rufen, weil die schon genug zu tun hätten. „Wer am Abwasch steht, müsste die Maschine ausschalten und dann zu mir rüber laufen“, erklärt sie. Weil die Arbeit in der Mensa unstrittig ein Knochenjob ist, will der Studentenwerk-Geschäftsführer seiner Mitarbeiterin grundsätzlich Hilfestellungen geben und Rücksicht auf gesundheitliche Einschränkungen nehmen. Er kritisiert aber, dass die Frau sich gegen Anweisungen mit dem Argument gewehrt habe, sie sei als Kassiererin angestellt. Das treffe so nicht zu.

Ehe der Arbeitgeber reagiert, fordert er von seiner Beschäftigten eine Eignungsuntersuchung. Die hat zwar stattgefunden, wurde aber nicht abgeschlossen, weil der Betriebsärztin wesentliche Atteste wegen fehlender Entbindung von der Schweigepflicht fehlten.

Die Arbeitsrichterin mahnt, die Klägerin müsse dabei mitwirken, dass die Betriebsärztin ihre Einschränkungen feststellen kann. Das soll nun geschehen. Solange ruht das Verfahren.

Von Jürgen Lauterbach

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