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Brandenburg/Havel Klaus Mettig: Noch einmal Braki-Junge sein
Lokales Brandenburg/Havel Klaus Mettig: Noch einmal Braki-Junge sein
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15:48 29.08.2018
Er findet immer ein Motiv: Klaus Mettig im Industriemuseum Brandenburg. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Klaus Mettig (68) lässt sich nicht lange bitten: Gut 60 Jahre nach seinem Auftritt als Braki-Junge posiert Deutschlands berühmter Multimedia-Künstler noch einmal mit einem Federballschläger am Salzhofufer.

Vor 60 Jahren stand er Modell für Brandenburger Kinderbekleidung. Für die MAZ besuchte Deutschlands berühmter Multimedia-Künstler Klaus Mettig noch einmal das Salzhofufer und das Industriemuseum.

Wie damals, als ihn sein Vater Lothar Gabriel für einen Messekatalog des VEB Brandenburger Kinderbekleidung (Braki) fotografierte. Die schlanke Figur und seinen jugendlichen Charme hat sich der gebürtige Plauer bewahrt. Nur den Manchester-Sportanzug tauschte der Künstler mit Blue-Jeans und schwarzer Weste.

Immer wieder in Plaue

Der Fotograf Lothar Gabriel verließ 1958 mit seiner Familie Plaue und siedelte sich in Düsseldorf an. In der Bundesrepublik machte er eine andere Karriere. Er baute die Filmmarke Ilford auf, und schaffte es zum Europa-Verkaufsleiter von Fujifilm.

Aus seinem Sohn Klaus Mettig ist ein Künstler geworden, der seit den 1970er-Jahren Fotografie- und Videokunst nutzt, um sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Er ist verheiratet mit Katharina Sieverding, eine nicht minder berühmte Künstlerin und Schülerin von Josef Beuys, deren Großfotografien weltweit für Furore sorgen.

Klaus Mettig kommt in Abständen zu Verwandtenbesuchen nach Plaue zurück, ist aber im Alltag auf der ganzen Welt unterwegs. Zuletzt haben er und seine Ehefrau Ausstellungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna gezeigt. Ein alter Braki-Messekatalog brachte die MAZ auf die Spur zu Klaus Mettig. Er hielt die Bilder in dieser Woche nach 60 Jahren erstmals selbst in den Händen.

Der seit 1958 in Düsseldorf lebende Mettig hat sein Versprechen eingelöst. Der Fotograf nutzte einen Verwandtenbesuch in Plaue, um sich mit der MAZ im Industriemuseum zu treffen. An seiner Seite Mutter Hannelore, die trotz ihrer 91 Jahre einen Rundgang zum letzten erhaltenen Siemens-Martin-Ofen nicht scheute. Den Aufbau des Stahl- und Walzwerkes in den 1950er-Jahren hatte maßgeblich ihr Mann Lothar Gabriel in Bildern festgehalten.

Klaus Mettig 2018 am Salzhofufer. Quelle: JACQUELINE STEINER

Entwickelt wurden alle Aufnahmen im Haus der Familie im Plauer Patendamm. „Wir waren ein Familienbetrieb. Ich stand selbst im Labor. Wir hatten gut zu tun“, erinnerte sich Hannelore Mettig. Ihr Ehemann arbeitete nicht nur für das Stahlwerk. Großaufträge gab es vom Traktorenwerk und eben auch von Braki. Als einer der ganz wenigen seiner Zunft besaß Lothar Gabriel schon in den 1950er-Jahren ein eigenes Farblabor in Zusammenarbeit mit Agfa Wolfen.

Um diese Fotografien aus den Brandenburger Aufbaujahren ging es bei einem Gespräch mit Museumsleiter Marius Krohn. Erstmals wurde die Idee einer Retrospektive mit Fotografien von Lothar Gabriel im Industriemuseum erörtert. Seine Aufnahmen stehen für die Historie der Stahlherstellung. Der Fundus ist groß. „Ein bedeutender Teil des Negativbestandes ist in meinem Besitz“, berichtete Klaus Mettig, der sich sehr angetan von dem möglichen Ausstellungsort zeigte. Die Brandenburger könnten sich glücklich schätzen, solch ein gewaltiges Industriedenkmal erhalten zu haben, meinte der Foto-Künstler.

Klaus Mettig als Braki-Junge um 1957 am Salzhofufer. Quelle: JACQUELINE STEINER

Auch das Industriemuseum ist im Besitz zahlreicher Fotografien von Lothar Gabriel und dessen Bruder Walther, der ebenfalls viele Aufbau- und Produktionsmomente ablichtete. Museumsleiter Krohn hält das Jahr 2020 für einen realistischen Zeitraum, um dem Publikum einen Einblick in den fotografischen Nachlass der Gebrüder Gabriel zu geben. „Ihre Aufnahmen stehen für ein Stück Brandenburger Zeit- und Industriegeschichte und sind deshalb von unschätzbarem Wert. Den langen Vorlauf brauchen wir für die Sichtung und Auswahl sowie die konzeptionelle Vorbereitung einer Ausstellung“, sagte Krohn der MAZ.

Auch der viel beschäftigte Klaus Mettig will sich nun mit dem fotografischen Erbe seines Vaters im Detail beschäftigen. „In den Kartons schlummern wohl noch viele ungehobene Schätze. Ich würde mich sehr freuen, wenn es zu einem gemeinsamen Projekt kommen sollte“, so Mettig. Der Brandenburger Kulturverein signalisierte schon mal seine Unterstützung für eine Ausstellung. Ob darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Brennabor denkbar ist, wie es sich der Multimedia-Künstler vorstellen kann, werden die nächsten Monate zeigen.

Von Frank Bürstenbinder

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