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Klein, aber fein: So war der Plauer Fischerjakobi

Brandenburg an der Havel Klein, aber fein: So war der Plauer Fischerjakobi

Das Traditionsfest zog auch in diesem Jahr die Besucher an: An diesem Wochenende feierten die Plauer mit ihren Gästen aus Nah und Fern den nach neuer Zählweise 20. Fischerjakobi rund um das Plauer Schloss. Wir haben die schönsten Eindrücke von den drei tollen Tagen gesammelt.

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Beim Umzug am Samstag war der ganze Ort auf den Beinen.

Quelle: MALO

Brandenburg/H. Dieter Rehbein sitzt am Plauer See, in der Hand ein Bier, neben ihm seine Familie. Es schallt Musik aus großen Lautsprechern, hinter ihm sind viele Menschen auf den Beinen. „Ich finde es schön, dass das Fest nun kleiner ist. Es ist nicht mehr so überlaufen“, sagt er. Die Plauer feiern ihr jährliches Fischerjakobi-Fest. Rehbein ist dazu mit dem Boot aus Brandenburg angereist. „Wir haben es dort hinten auf dem Wasser geparkt und sind mit dem Schlauchboot ans Land gekommen.“ Alle drei Tage seien sie da und schliefen auf ihrem Boot.

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Traditionsfest zieht Besucher an: An diesem Wochenende feierten die Plauer mit ihren Gästen aus Nah und Fern den nach neuer Zählweise 20. Fischerjakobi rund um das Plauer Schloss. Wir haben die schönsten Eindrücke von den drei tollen Tagen gesammelt.

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Das Fest ist sehr gut besucht. Rund um das Plauer Schloss sind Bierbänke aufgebaut, es gibt zwei Bühnen, einen kleinen Markt, zwei Karussells, Hopseburgen und natürlich müssen die Besucher nicht hungern.

Gerade ist der Festumzug am Schloss angekommen und die Sieger mit dem schönsten Wagen wurden gekürt. Es war eine knappe Entscheidung zwischen dem Verein Lebenshilfe Brandenburg und dem Ruderclub Plaue/Havel. Am Ende konnten aber die Sportler mit den Sculls in den Händen jubeln. Entscheiden konnte das das Publikum mit dem Lautstärkepegel ihres Applauses.

20 Wagen fuhren durch Plaue. „Gestartet waren wir in Plaue West“, sagt Thorsten Braun, Vorsitzender des unabhängigen Bürgervereins Plaue und Verantwortlicher für den Umzug. „Dann ging es durch die historische Gartenstadt bis zum Schloss. Wir sind super zufrieden mit dem Festzug. Es waren 20 verschiedene, tolle Bilder zu sehen. Überwiegend von Plauer Vereinen, aber auch Gewerbetreibende.“ Er sei ein wesentlicher Bestandteil des Fischerjakobi. „Spätestens mit dem Umzug ist auch der letzte Bürger im Stadtteil für das Fest geweckt. Er läuft ja direkt an den Häusern vorbei“, sagt Braun und lacht. Das Motto des Umzuges in diesem Jahr sei schlicht „20“, so Braun. Dieses Jahr ist nämlich Jubiläumsjahr.

Seit 1997 veranstalten die Plauer ihr dreitägiges Fest zu Ehren des Fischerpatrons Jakobi. Eigentlich sehr viel älter, wurde der Brauch in der Zeit der DDR nicht gepflegt. Im Jahr 2014 hat der Herr des Schlosses Plaue, Andreas Keuchel, die Verantwortung für die Organisation übernommen. Seither ist der Jakobi kleiner, nachbarschaftlicher. „Vorher war es ein riesiges, unpersönliches Rummelfest mit etwa 75.000 Besuchern“, sagt Keuchel. „Mir ist es aber wichtig, dass die Leute zusammenkommen und miteinander reden. Gerade in der heutigen Zeit, wenn ich mir die Auseinandersetzungen in der Welt ansehe, finde ich es wichtig, dass die Leute ins Gespräch kommen.“ Er habe durchweg gutes Feedback für seine Entscheidung bekommen. „Ich habe bisher gute Erfahrungen gemacht und freue mich, es im nächsten Jahr wieder organisieren zu dürfen.“

Die Leute kommen auf Keuchel zu und wollen sich beteiligen. Auch Pyromagie aus Brandenburg. Die Feuerwerk-Spezialisten hatten sich erst Montag bei ihm gemeldet und ihre Dienste angeboten. Am Eröffnungstag, wenige Tage danach, konnten sie ihre Pyrotechnik zünden. „Das war sehr spontan. Es stand nicht mal in den Programmen“, so Keuchel. „Ich war erstaunt, dass die Stadt innerhalb eines Tages problemlos die Genehmigung dafür gegeben hat. Aber die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft sowieso vorzüglich.“

Auch auf dem Wasser ist natürlich viel los. Am Samstag treten die Ruderer in einer Regatta gegeneinander an – altersgruppengerecht oder Eltern gegen Kinder. „Die Regatta ist ein wichtiger Bestandteil des maritimen Festes“, sagt Thorsten Braun. „Sie wird vom Ruderclub organisiert und gehört seit 19 Jahren dazu.“ Am Sonntag ziehen dann die Fischer nach. In einer großen Prozession fahren sie an den Festbesuchern vorbei. In Traditionsgewändern und geschmückten Booten feiern sie ihren Schutzpatron, den Jesusjünger Jakobi. „Drei Fischer sind mit ihren Booten diese Jahr dabei“, sagt Braun. „Und etwa zwölf Beiboote.“ Auch Besucher, die mit Boot angereist sind, können sich der Prozession anschließen. Davon wusste Dieter Rehbein leider nichts. „Ich habe nichts von einer Anmeldung gelesen. Deswegen fahren wir nicht mit.“

Von Annika Jensen

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