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Brandenburg/Havel Kleinkunst: Die ganze Vielfalt an drei Tagen
Lokales Brandenburg/Havel Kleinkunst: Die ganze Vielfalt an drei Tagen
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09:31 27.09.2017
Andreas Sommer, Dirk Ehlert, Andreas Bergmann, Uta Schröder, Janine Horschig und Jana Grysczyk (von links) vor dem alten E-Werk. Quelle: Torsten Gränzer
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Brandenburg/H

Wenn Menschen für etwas brennen und hart an dem arbeiten, woran sie glauben, können sich, auch bei anfangs widrigen Bedingungen, durchaus messbare Erfolge einstellen. Als ein solcher kann das am kommende Wochenende bereits zum sechsten Mal stattfindende Kleinkunstfestival „hEimWeRTs“ bezeichnet werden, das mit seiner Idee und alternativen Präsentationsform von Kunst und Kultur auf dem Weg dazu ist, ein fester und mittlerweile über die Grenzen von Brandenburg an der Havel hinaus bekannter Termin in der Kulturlandschaft Brandenburgs zu werden.

Einst initiiert und nun weitergeführt wird es von einer Gruppe aus Kultur- und Kunstschaffenden, Designern und Kunstliebhabern, die im vergangenen Jahr den Verein „Kleinkunst Brandenburg“ gründeten. Das Motto „selber machen im Kleinen statt konsumieren in der Großstadt“ trägt mittlerweile Früchte. So kommen etliche Künstler, die an drei Tagen und drei verschiedenen Orten der Stadt performen, musizieren, aufführen und ausstellen, nicht mehr nur aus der Stadt Brandenburg – beispielsweise der aus Hessen stammende und nun im havelländischen Garlitz lebende Schauspieler Reimund Groß.

Dieser Künstler ist mit dem Theaterstück „Wutfrieds Welt“ zu erleben. „Er ist jemand, der sein Publikum sucht und an Orte geht, an denen sich Menschen ohnehin befinden. Es geht uns auch darum, von ihren Lebensgeschichten her interessante Menschen auf das Festival zu holen“, sagt Dirk Ehlert, stellvertretender Vorsitzender des Kleinkunstvereins.

Das Angebot ist unterschiedlichster Couleur und reicht von Alternativ-Rock bis Jazz, von Theater bis zur kabarettistischen „Oper am Klavier“, von Lesungen und live gestalteter Poesie, Dark Techno, Zirkusshow bis hin zu geistig und körperlichen Erfahrungen im Saunafass und beim Qi Gong. Ein Kinder-Farblabor steht jungen Gästen des Festivals für freies Malen und Gestalten offen.

„In diesem Jahr hat die Finanzierung zum ersten Male schon im Vorfeld funktioniert. Es wird langsam“, beschreibt Uta Schröder, eine der Organisatorinnen des Vereins, die Unterstützungsbereitschaft von Investoren. Auch eine Crowdfunding-Kampagne, bei der 2000 Euro gesammelt werden konnten, verlief erfolgreich. Momentan geht es dabei lediglich darum, die Unkosten zu decken. Die Künstler treten ohne Gagen auf und sind auf Spenden angewiesen, die nach den jeweiligen Aufführungen mit dem Hut eingesammelt werden.

Aus dem Programm

Das Kleinkunstfestival findet vom 29.9. - 1.10. statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden in den Hut für die jeweiligen Künstler, die ohne Gage auftreten, wird gebeten.

Alle Künstler und das komplette Programm sind unter http://www.kleinkunst-brandenburg.de zu finden.

Nur die Aufführung des Theaterprojekes „Walthers Lust“, eine Mittelalter-Komödie, wird aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg finanziert. Der Verein lobt obendrein das Kulturmanagement der Stadt Brandenburg „für viele unkomplizierte Wege und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Vom Brandenburger Unternehmer Ingo Dierich wird für das Kleinkunstfestival das E-Werk neben dem ehemaligen Straßenbahndepot in der Bauhofstraße zur Verfügung gestellt – neben dem bewährten Interkulturellen Zentrum „Gertrud von Saldern“ am Gotthardkirchplatz und dem als Spielstätte ebenso neu hinzugekommenen Slawendorf der dritte Aufführungsort.

„Wir haben uns in diesem Jahr auf drei Spielorte beschränkt, weil im E-Werk drei Etagen mit Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen unterhalten werden. Da stoßen wir, auch personell, an die Grenzen unserer Kapazitäten“, erklärt Uta Schröder den Rückgang von sieben auf drei Spielstätten im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Gerade das E-Werk musste im Vorfeld in vielen Stunden Arbeit für die Veranstaltung hergerichtet werden. Dabei wurden Räume verkabelt, durch Geländer gesichert. Fußbodenlöcher geschlossen und sogar eine Schallschutzdecke eingebaut. „Es ist schon schade, dass danach alles wieder in den Ursprung zurückversetzt wird“, bedauert Mitinitiator Andreas Bergmann, der sich den Ort als feste Konzertlocation vorstellen kann.

Im morbiden Charme des Gebäudes werden außerdem 150 Bilder von Landschaftsmalerei hin bis zu expressionistischen Werken ausgestellt. „Es ist unsere Hoffnung, dass die Leute sich nicht nur an diesem einen Wochenende zusammentreffen und Musik hören, sondern daraus auch neue Projekte entstehen“, unterstreicht Uta Schröder. Das hat in der Vergangenheit bereits funktioniert. So ist zum Beispiel die „Volksküche“ entstanden, die sich regelmäßig zum Kochen und Präsentieren trifft und zur festen Institution geworden ist.

Von Torsten Gränzer

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