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Kloster Lehnin: AfD nominiert Falk Deuter

Bürgermeisterwahl am 20. März Kloster Lehnin: AfD nominiert Falk Deuter

Falk Deuter ist Kandidat Nummer drei bei der Bürgermeisterwahl am 20. März in Kloster Lehnin. Der Damsdorfer will für die Alternative für Deutschland (AfD) ins Rathaus einziehen. Genau wie sein Mitbewerber Uwe Brückner, der für die SPD antritt, ist Deuter Polizeibeamter.

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Falk Deuter will für die AfD auf den Kloster Lehniner Bürgermeisterstuhl.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Kloster Lehnin. Seine Parteichefin Frauke Petry redet sich mit ihren Äußerungen zum Schusswaffengebrauch gegenüber Flüchtlingen um Kopf und Kragen. Und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel fordert die Alternative für Deutschland (AfD) vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Alles keine Ruhmesblätter für die politische Heimat von Falk Deuter (46). Andererseits würden 12 Prozent der Deutschen die AfD wählen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre – so viele, wie noch nie in der erst dreijährigen Parteigeschichte.

Was diese Schlagzeilen für den weiteren Werdegang des Damsdorfers bedeuten, kann niemand abschätzen. Sicher dürfte dagegen eine ungewöhnlich hohe Beteiligung an der Wahl des neuen Kloster Lehniner Gemeindeoberhauptes am 20. März sein. Neben Uwe Brückner mit SPD-Ticket und Joachim Sroka (Die Linke) greift der AfD-Mann Deuter nach dem Bürgermeisterstuhl.

Alle drei Bewerber bestätigt

Am 20. März sind die rund 9800 Wahlberechtigten in den 14 Ortsteilen von Kloster Lehnin aufgerufen, einen neuen hauptamtlichen Bürgermeister zu wählen.

Der parteilose Amtsinhaber Bernd Kreykenbohm tritt nicht wieder an. Es gibt drei Kandidaten, deren Bewerbung durch den Wahlausschuss der Gemeinde bestätigt wurde.

Die SPD hat mit den Freien Bürgern und Bauern einen gemeinsamen Wahlvorschlag aufgestellt. Es ist der parteilose Uwe Brückner. Er kommt wie der AfD-Kandidat Falk Deuter ebenfalls aus Damsdorf und ist ebenso Polizeibeamter. Für die Partei Die Linke tritt der in Nahmitz lebenden Unternehmer Joachim Sroka an.

Es sind bewegte Zeiten, doch Deuter lässt sich offenbar nicht anstecken. Er wählt seine Worte mit Bedacht, während er seine Krawatte zurechtrückt. Weder mimt er den politischen Haudrauf und schon gar nicht gibt er einen Flüchtlingsschreck ab. An der Basis ticken auch bei der AfD die Uhren anders.

„Das Asylbewerberproblem muss auf Bundesebene gelöst werden. Ein Bürgermeister kann das Problem nur managen“, ist der Kandidat überzeugt. Ganz dicht ist Deuter bei SPD-Konkurrent Brückner und dessen Forderung, die Kommune bei der Aufnahme von Flüchtlingen nicht zu überfordern. Was immer mit der leeren Damsdorfer Kaserne passiert: 200 Menschen hält auch der AfD-Bewerber für eine Obergrenze, wenn Integration gelingen soll.

Deuter steht mit beiden Beinen im Leben und auf dem Boden des Grundgesetzes. Der gebürtige Potsdamer, der in Schmergow aufwuchs und mit seiner Familie seit 1999 in Damsdorf lebt, ist Polizist. In Berlin-Schöneberg bearbeitet er im Innendienst die alltägliche Hauptstadtkriminalität – von der gestohlenen Handtasche bis zur Körperverletzung. Oft erlebt er die Fälle, wo Integration nie gelungen ist. „Die Förderung von Zuwanderern hätte schon viel früher einsetzen müssen. Nicht erst seit der Flüchtlingswelle“, meint Deuter.

Vom Kreisverband aufgestellt

Probleme offen zu benennen und nicht rumzueiern, war für ihn ein Grund sich der AfD anzuschließen. Und weil er nicht meckern, sondern mitgestalten möchte, traut er sich die Bürgermeister-Kandidatur in Kloster Lehnin zu. Mit Rückendeckung des mittelmärkischen Kreisverbandes, die den gelernten Wirtschaftskaufmann aufgestellt hat. Deuter ist kein Mann, den man einen bunten Hund nennen kann. Sein Bekanntheitsgrad in Kloster Lehnin ist relativ gering. In der Kommunalpolitik war er bisher nicht aktiv.

Das sieht bei den Radballern in Göhlsdorf anders aus, wo sein Sohn in der zweiten Bundesliga spielt. „Ich bin der größte Fan meines Sohnes und helfe dem Verein, wo ich kann.“ Über seine Wahlchancen denkt der Damsdorfer eher weniger nach: „Ich biete mich als Alternative an. Weil ich den politischen Farben Rot und Dunkelrot noch die Farbe Blau hinzufügen möchte.“ Deuter besitzt kein ausgefeiltes politisches Programm. Dafür hat der AfD-Bewerber klare Vorstellungen, wie das Zusammenleben in einer Gemeinde mit 14 Ortsteilen auch in Zukunft gelingen kann.

Gegen neue Windkraftanlagen

Feuerwehren möchte er zu besseren Ausrüstungen verhelfen, Vereine will er unterstützen, Unternehmer und Gewerbetreibende sollen mehr Aufmerksamkeit erhalten, Kitas und Schulen darf es nicht an guten Ausstattungen fehlen. Allgemeinplätze, wie sie im Wahlkampf üblich sind. Ein klares Nein hat Deuter für neue Windradprojekte übrig. Er unterstützt das Volksbegehren gegen Windkraftanlagen im Wald und für höhere Mindestabstände zur Wohnbebauung. Wie er als hauptamtlicher Bürgermeister mit dem politischen Gegenüber umgehen würde? „Ich bin dogmatisch nicht festgefahren und stehe Dialogen aufgeschlossen gegenüber“, sagt Deuter.

 

Von Frank Bürstenbinder

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