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Kloster Lehnin: Bis 200 Meter sind erlaubt

Windräder immer höher Kloster Lehnin: Bis 200 Meter sind erlaubt

Eine Höhe von 200 Meter ist für eine heutige Windenergieanlage keine Besonderheit mehr. Deshalb hat die Gemeinde Kloster Lehnin die bisherige Höhenbegrenzung von 190 Meter aufgehoben. Nur ein Abgeordneter kann sich mit dem Zugeständnis an die Hersteller nicht anfreunden.

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Neue Windräder erreichen immer größere Höhen und mehr Leistung.

Quelle: Björn Wagner

Kloster Lehnin. Bodo Puschner war nicht amüsiert. Die Hände des Damsdorfers blieben unten, als die Kloster Lehniner Gemeindevertretung auf ihrer jüngsten Sitzung die Höhenbegrenzung für Windräder in der so genannten Konzentrationszone 2 von 190 auf 200 Meter anhob. „Es ist abartig, wie uns die Regionalplanung mit Windrädern vergewaltigt. In Kloster Lehnin wird bereits mehr grüne Energie erzeugt als insgesamt verbraucht wird“, monierte Puschner. Bei der Beschlussfassung enthielt sich der Abgeordnete der Stimme.

Bei der Konzentrationszone 2 handelt es sich um die Gemarkungen Krahne, Prützke/Grebs und Göhlsdorf, die zu den 24 ausgewiesenen Windeignungsgebieten im Regionalplan Havelland-Fläming gehören. Dort soll sich die Windenergienutzung in Zukunft konzentrieren – mit immer leistungsfähigeren und höheren Anlagen. „Mit der neuen Höhenbegrenzung reagiert die Gemeinde auf den heutigen technischen Stand der Windenergieanlagen. Außerdem wird mit dem Beschluss vermieden, dass Vorhabenträger Kloster Lehnin eine Verhinderungsplanung vorwerfen können“, sagte Bürgermeister Bernd Kreykenbohm der MAZ.

Der Regionalplan Havelland-Fläming 2020 ist am 30. Oktober 2015 in Kraft getreten. Zuvor erfolgte die Genehmigung durch die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg.

Der Regionalplan steuert unter anderem die Windenergienutzung und die Siedlungsentwicklung.Die Gemeinde Kloster Lehnin hat mit 25 weiteren Kommunen Rechtsmittel gegen den Landesentwicklungsplan eingelegt.

Folgt das Verwaltungsgericht dem Antrag und wird der Plan aufgehoben, ist in der Folge auch der neue Regionalplan nicht mehr anwendbar. So jedenfalls das Kalkül der Antragsteller. Die gemeindlichen Ziele der Windkraftnutzung sollen deshalb in einem Teilflächennutzungsplan konkretisiert werden.

In der Landes- und Regionalplanung sind keine Höhenbegrenzungen festgelegt. Lutz Klauber von der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming sieht in dem aktuellen Beschluss in Kloster Lehnin eine Entscheidung, die sich der Realität anpasst. „Windräder mit 200 Meter Höhe bis zur aufgestellten Rotorspitze sind schon Stand der Technik. Es wäre problematisch die Hersteller solcher Anlagen vom Gemeindegebiet auszuschließen“, so Klauber. Aus Sicht der Verwaltung ist ein Unterschied zwischen 190 und 200 Meter hohen Windenergieanlagen mit dem Auge kaum erkennbar.

Bauanträge sind gestellt

Die Höhenbegrenzung in der Konzentrationszone 1 wird hingegen nicht verändert und verbleibt bei 150 Meter. Damit sei eine freie Wahl des Herstellers von Windenergieanlagen für Projektentwickler gegeben, heißt es in der Beschlussbegründung der Gemeindeverwaltung. Das Rathaus ist jetzt bevollmächtigt bei Genehmigungsanträgen innerhalb der genannten Gemarkungen und Zonen eine positive Stellungnahme bei Windenergieanlagen bis 200 Meter abzugeben. „Das Interesse von Projektträgern ist jedenfalls da. Es gibt aktuell anstehende Bauanträge“, bestätigte Bürgermeister Kreykenbohm auf Nachfrage.

Wildwuchs verhindern

Die Entscheidungen zur Höhenbegrenzung fließen in die vorgezogene Abwägung zum Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ der Gemeinde Kloster Lehnin ein. Im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens wurden gegen die bestehenden Regelungen zahlreiche Bedenken von Eigentümern, Projektentwicklern sowie der gemeinsamen Landesplanungsabteilung Brandenburg/Berlin gegen den Vorentwurf vorgebracht. Mit dem in Aufstellung befindlichen Teilflächennutzungsplan will die Kloster Lehnin einen Wildwuchs von Windrädern auf ihrem Gemeindegebiet verhindern. Dies insbesondere für den Fall, dass übergeordnete Planungen erneut per Gerichtsentscheid aufgehoben werden sollten.

Von Frank Bürstenbinder

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