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Brandenburg/Havel Kloster Lehnin und seine Party-Dörfer
Lokales Brandenburg/Havel Kloster Lehnin und seine Party-Dörfer
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14:22 05.02.2018
In Feierlaune: Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner (2.v.l.) mit Michelsdorfs Ortsvorsteher Steffen Dammann und den Dorfoberhäuptern von Damsdorf und Nahmitz Kevin Bolz und Klaus Wendler (v.l.) Es fehlt der Emstaler Ortsvorsteher Dirk Baatzsch. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Kloster Lehnin

Bei den Nachbarn in Groß Kreutz (Havel) feiern in diesem Jahr mit Götz, Schenkenberg und Jeserig drei Dörfer runde Jubiläen (MAZ berichtete). Kloster Lehnin legt noch einen drauf. Gleich vier Ortsteile bereiten derzeit mit Hochdruck die Feierlichkeiten zur urkundlichen Ersterwähnung vor. Schuld am Party-Fieber ist der brandenburgische Markgraf Otto II., der 1193 eine ganze Reihe von Dörfern dem Lehniner Kloster vermachte. Dazu gehörten auch Michelsdorf, Nahmitz und Emstal. Das ist jetzt 825 Jahre her. Nur Damsdorf tanzt nach 750 Jahren aus der Reihe. Die Siedlung kam erst 1268 durch Schenkung von Markgraf Otto V. in den Besitz des Zisterzienserklosters.

Von Schweinen, Mönchen und Äpfeln

Das 334-Einwohner-Dorf Emstal wurde 1193 erstmals urkundlich erwähnt. Damals unter dem Namen Zwine. Der Name stammt vom wendischen Swinje ab, was Schwein bedeutet. In dem Feuchtgebiet hielten sich nämlich viele Wildschweine. 1580 wurde aus Zwine Schwina, bevor 1937 die Umbenennung in Emstal erfolgte.

Michelsdorf bekam der Sage nach seinen Namen von einem Michael, der an der Stelle, wo heute das Dorf steht, einen Mönch des Lehniner Klosters vor einem Unwetter schützte und so das Leben rettete. Nach dem heiligen Michael ist die Dorfkirche benannt.

Nahmitz hat einen dunklen Fleck auf der 825-jährigen Geschichte. Der Sage nach wurde der erste Lehniner Abt Siebold von wendischen Fischern aus Nahmitz erschlagen. Historisch belegt ist die angebliche Tat, die sich schon 1190 zugetragen hat, aber nicht.

Als Domestorp wurde Damsdorf 1268 erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lehnin erwähnt. Zu DDR-Zeiten war Damsdorf ein Zentrum des Obstanbaus mit über 3000 Hektar Plantagen und Flächen unter Glas. Im Ort gibt es das wohl einzige Stellmachermuseum in Ostdeutschland.

Weil Feste Geld kosten, hat Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner allen vier Dörfern eine finanzielle Unterstützung aus der Gemeindekasse in Höhe von je 1000 Euro zugesagt. Darüber hinaus kann sich Damsdorf über einen Bonus von einem Euro je Einwohner freuen. Das macht zum runden 750. Geburtstag 1600 Euro obendrauf. Das Geld stammt zum Teil aus der Erneuerbare-Energien-Stiftung Kloster Lehnin. Möglicherweise wird zumindest ein Ortsteil kulturelle Verstärkung aus Belgien bekommen. Denn Kloster Lehnin kann auf eine 15-jährige Partnerschaft mit der Gemeinde Tervuren in Flämisch-Brabant zurückblicken. „Wir sind noch in der Feinabstimmung. Möglicherweise kommt der Chor oder die Blaskapelle“, kündigt Brückner an. Die politische Garde wird allerdings nicht erwartet, denn in Belgien sind in diesem Jahr Kommunalwahlen.

Was wann und wo in Kloster Lehnin stattfindet, steht zum großen Teil schon fest. Dank vieler Helfer aus der Bürgerschaft, Vereinen, Feuerwehren, Kirchengemeinden, Kitas und Schulen haben sich in den Dörfern längst Vorbereitungskomitees gefunden, die mit viel Engagement ihre Jahr-Feiern vorbereiten.

Der Reigen der Ortsjubiläen wird mit Emstal eröffnet. Am 26. und 27. Mai verwandelt sich der Badestrand am Emstaler Schlauch in eine Feiermeile mit Markt, Familienprogramm und Tanz. „In die Vorbereitungen ist die ganze Dorfgemeinschaft mit den Vereinen eingebunden“, berichtet Ortsvorsteher Dirk Baatzsch. Höhepunkt am Sonntag ist ein Gottesdienst unter freiem Himmel, bevor ein Frühschoppen den 825. Geburtstag Emstals, das bis 1936 Schwina hieß, beschließt.

Mit Umzügen haben die Michelsdorfer Erfahrung. Jedes Jahr wird das Erntefest gefeiert. Quelle: Christine Lummert

Am letzten Juni-Wochenende geht es in Michelsdorf hoch her. Das Programm, für das die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, kann sich sehen lassen. Höhepunkt ist der historische Festumzug am Sonntag, 30. Juni. „Wer sich dabei noch einbringen will, ist herzlich eingeladen“, so Ortsvorsteher Steffen Dammann. Um möglichst viele Einwohner in die 825-Jahr-Feierlichkeiten einzubinden, wird Michelsdorf einen Wettbewerb ausloben, bei dem der schönste Vorgarten gesucht wird. Laiendarsteller proben bereits unter Federführung von Kevin Bellin an einer Theateraufführung. Gottesdienst und Festsitzung werden das Jubiläum am Sonnabend einläuten.

Mit einem Umzug durch das Dorf begeben sich die Nahmitzer am 25. August zum Festplatz hinter der Feuerwehr. Dort wird nicht nur an die 825-jährige Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung erinnert. In Nahmitz fällt 2017 alles Gute zusammen. Die Feuerwehr wird 85 Jahre alt. Auch der Förderverein feiert ein Jubiläum. Seit 20 Jahren gibt es die Jugendwehr. Vor 55 Jahren wurde der Kleintierzüchterverein gegründet. „Entsprechend breit aufgestellt ist unser Programm“, verrät Ortsvorsteher Klaus Wendler. Natürlich fehlt der abendliche Tanz im Festzelt nicht. Vorgestellt wird die neue Chronik, die Reinhard Wilke gerade zusammenstellt. Alte Fotos, Dokumente und Erinnerungen sind noch gefragt.

Statt Backofenfest gibt es in diesem Jahr in Emstal am letzten Mai-Wochenende die 825-Jahr-Feier. Quelle: Christine Lummert

Damsdorf beschließt mit seiner 750-Jahr-Feier den Reigen der Jubiläen. Das bunte Spektakel vom 7. bis 9. September wird von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus allen Vereinen, Kita, Schule und Feuerwehr vorbereitet. Das Festwochenende fällt mit dem 90-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr zusammen. Auch in Damsdorf wird es am Sonntag einen Festumzug geben, für den sich noch Teilnehmer anmelden können. Gesucht werden wie in Michelsdorf die schönsten Vorgärten. „Das tagesfüllende Programm am Sonnabend reicht vom Hegefischen der Angler bis zum Tanz in die Nacht mit der Band ’Extraleicht’ und einem Feuerwerk“, sagte Ortsvorsteher Kevin Bolz der MAZ. Außerdem gibt es einen Handwerker- und Trödelmarkt in der Alten Lindenstraße. Schon am Freitagabend werden nach dem Eröffnungsgottesdienst mehrere Bands in Damsdorf unter Regie von Lutz Rehbein auftreten.

Von Frank Bürstenbinder

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