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Klubhaus und Klinik werden Ferienparadies

Königliche Pulverfabrik Klubhaus und Klinik werden Ferienparadies

Seit 1992 stehen die Gebäude leer, seit 2003 sind sie im Eigentum der Stadt Brandenburg. Bislang vergeblich waren die Versuche, das Eisenbahnerklubhaus und die alte Klinik im Paket zu veräußern. Doch nun hat sich ein Käufer gefunden und unzählige Bürokratiehürden sind überwunden.

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Die ehemalige Klinik soll demnächst Ferienwohnungen beherbergen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Die Stadt bekommt eine weitere Problem-Immobilie verkauft: Am Montag soll der Hauptausschuss beschließen, den Seegarten/Klubhaus der Eisenbahner sowie die benachbarte ehemalige Augenklinik an eine Investorengesellschaft zu veräußern. Beide Grundstücke mit einer Gesamtfläche von etwa 26 000 Quadratmetern sollen für 299 000 Euro abgegeben werden, den Wert hat ein Gutachter amtlich ermittelt. Berücksichtigt ist der ruinöse Bauzustand der Gebäude.

Allein das denkmalgerechte Sanieren würde laut Gutachter rund drei Millionen Euro kosten. Die Erwerber hätten entsprechende Finanzierungsnachweise beziehungsweise Bankbürgschaften vorgelegt, sagte die städtische Liegenschafts-Chefin Angelika Köhler am Donnerstagabend im Wirtschaftsausschuss.

Nach MAZ-Informationen soll die Erwerberin die Pro-Seega GmbH aus Magdeburg sein, Inhaber Hans-Peter Bruckert hat mehrere Firmen und mit diesen viele Sanierungsobjekte in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt realisiert. Die Pro-Seega ist bereits am 10. März 2015 gegründet worden und erschien drei Tage später im Handelsregister am Amtsgericht Stendal.

Das seit 1992 fast durchgehend leer stehende ehemalige Klubhaus der Eisenbahner soll als Hotel mit Zimmervermietung und mit Ferienwohnungen hergerichtet werden. Im ehemaligen Klinikum Kirchmöser sind vorrangig Ferienwohnungen vorgesehen. „Die künftige Nutzung soll sowohl den Tourismus am Standort fördern als auch den schon ansässigen Firmen Möglichkeiten zum Unterbringen von Gästen bieten“, schreibt Angelika Köhler in der Beschlussvorlage.

Weiter heißt es: „Einen positiven Abschluss der Sanierung vorausgesetzt, werden durch den Investor weitere touristische Entwicklungspotenziale im unmittelbaren Umfeld der Objekte gesehen.“ Gemeint sind die Sport- und Tennisplätze am Seegarten. Die stehen allerdings noch im Eigentum des Bundeseisenbahnvermögens. Die Verhandlungen gestalteten sich schwierig, deutet Bürgermeister Steffen Scheller an, es ging um Preise, um Abführungen bei Weiterverkäufen und Vertragsgestaltung. Naturgemäß wollte sich der Investor ein Zugriffsrecht sichern, damit die Behörde nicht an einen potenziellen Konkurrenten verkauft, was theoretisch denkbar gewesen wäre. Doch nun soll eine Lösung gefunden worden sein.

Die Stadt hat sich verpflichtet, Ersatz für die wegfallenden Sportanlagen zu schaffen, eine Fläche nahe des Platzes der Einheit ist bereits dafür reserviert.

Industriedenkmale

Die ehemalige Königliche Pulverfabrik wurde von 1915 bis 1918 in Kirchmöser errichtet.

In den ersten beiden Jahren entstanden das Offizierskasino – später Gaststätte sowie Kultur- und Klubhaus – am Seegarten 1 sowie die Hauptverwaltung – später Krankenhaus – am Seegarten 2.

In der Gaststätte fanden Feiern im großen Saal mit eingebauter Bühne statt, in dem 2000 Besucher Platz fanden. Auch eine Kegelbahn gab es. Hinzu kam 1926 eine Steganlage, im gleichen Jahr entstanden in dem Haus auch ein- und zweibettige Fremdenzimmer mit Dampfheizung und elektrischem Licht. Das nach dem Zweiten Weltkrieg von den Eisenbahnern als Klubhaus genutzte Gebäude war der kulturelle Mittelpunkt des heutigen Ortes.

Beide Immobilien wurden 1992 in die Denkmalliste der Stadt eingetragen als Industriebauten der späten Kaiserzeit.

Seit 2003 verfügt die Stadt über die Gebäude.

2003 hat die Kommune die beiden großen Immobilien, die seit 1992 unter Denkmalschutz stehen, vom Bundeseisenbahnvermögen übertragen bekommen. Sämtliche Vermittlungs- und Verkaufsversuche schlugen bislang fehl, meist wegen der Bedingung, dass die Objekte nur im Paket veräußert werden sollten, um „Rosinenpickerei“ zu verhindern. Vor fünf Jahren präsentierte die Rathausspitze einen vermeintlichen Investor: Der Düsseldorfer Unternehmer Josef Tkaczick wollte an diesem Standort eine Hotelanlage errichten. Das ehemalige Klubhaus mit seinem großen Saal im Erdgeschoss sollte Tagungszentrum. Tkaczick versprach auch das Ansiedeln einer Firma Worldkat mit bis zu 400 Arbeitsplätzen. Keines der Versprechen wurde jemals eingelöst.

Mit dem neuen Investor hatte Scheller bereits seit dem Herbst 2013 verhandelt, der Bürgermeister wollte sichergehen, dass nicht wieder sich Pläne zerschlagen. Zudem waren auch die Verhandlungen mit dem Bundeseisenbahnvermögen mühselig, weil es dabei auch um Flächentauschgeschäfte ging.

Von André Wirsing

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