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Kochen und Politik passen gut zusammen

Heimbildungsstätte Villa Fohrde Kochen und Politik passen gut zusammen

In der Villa Fohrde können Seminarteilnehmer fremde Länder beim Kochen kennenlernen. Zum Beispiel mit Emmanuel Ayodeji aus Nigeria. Der Praktikant ist für ein Jahr Freiwilliger in der Heimbildungsstätte. Seine Nachfolgerin wird aus Kolumbien kommen.

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Kochen und Politik gehören in der Villa Fohrde zusammen. Emmanuel Ayodeji berichtet am Herd über seine Heimat Nigeria.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Fohrde. In seiner Heimatstadt Ibadan, einer Fünf-Millionen-Einwohner-Metropole in Nigeria, arbeitete Emmanuel Adeyemo Ayodeji (27) im Anzug hinter einem Bankschalter. An der Havel ist der studierte Finanzwirtschaftler aus Westafrika ein Mann für alle Fälle. Seit September absolviert Emmanuel in Blue Jeans und Sweatshirt ein freiwilliges Praktikum an der Heimbildungsstätte Villa Fohrde. Er hilft in der Küche aus, macht sich mit Gartenarbeit nützlich, arbeitet Mobilar auf, und hilft bei der Vorbereitung von Seminaren.

Emmanuel ist kein Einwanderer oder Flüchtling. „Ich habe mir eine Pause von meinem eher langweiligen Job genommen“, berichtet der Nigerianer. Der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufene Freiwilligendienst „Weltwärts“ ist Träger der Maßnahme, die mit der Ausstellung eines Visums für ein Jahr verbunden ist. Auf dem selben Weg wird der Nigerianer nach Ablauf seiner Zeit durch eine Praktikantin aus Kolumbien abgelöst werden. „Wir machen mit Praktikanten aus aller Welt nur gute Erfahrungen. Sie helfen uns im Alltag und sind eine Bereicherung für das Team. Andererseits können ausländische Helfer ihr Deutschlandbild auf den Prüfstand stellen“, sagt Daniel Wunderer, Geschäftsführer der Villa Fohrde.

Bildung für ganze Familien rückt in der Villa Fohrde immer mehr in den Vorder

Bildung für ganze Familien rückt in der Villa Fohrde immer mehr in den Vorder

Quelle: privat

Auch für Emmanuel ist Deutschland mit Fußball und Autos verbunden. Aber der Westafrikaner weiß natürlich ebenso, dass sein Gastland zu den größten Wirtschaftsnationen gehört. „Ich mag Deutschland und wie hier alles organisiert ist“, schwärmt der Weltwärts-Freiwillige, der täglich aus Brandenburg mit dem Zug nach Fohrde zur Arbeit fährt. Ganz praktisch geht es für ihn zu, wenn er in der Küche beim Seminar „Kochen ohne Grenze“ Bananengerichte aus seiner Heimat für Groß und Klein zaubert. Ohne Grenzen wird wieder im Oktober für Familien gekocht, die sich schon jetzt anmelden können. Dann steht die vietnamnesische Küche im Mittelpunkt.

In diesem Jahr bietet die Villa Fohrde wieder Seminare in fünf Schwerpunktbereichen an. Zur politischen Bildungsarbeit gehören nicht nur internationale Kochabenteuer. Es gibt erneut ein Seminar für „leichte Sprache“ als Schlüssel zur Inklusion für Menschen mit Lernschwierigkeiten. In der gesundheitsbezogenen Bildung reicht der Seminarplan vom Basiskurs Palliative Care bis zum Achtsamkeitstraining, für das gleich drei Kurse aufgelegt wurden. Ein feste Größe in der ökologisch-handwerklichen Bildung bleibt die Lehmbauwoche im August. Unter der Überschrift Kultur wird am 24. Juni zum Tag der offenen Tür beim traditionellen Sommerfest eingeladen. Neu ist ein getanztes Weihnachtsoratorium, das im November einen neuen Zugang zu einer oft gehörten Musik gewährt. Neu im Pädagogikbereich ist im September ein Seminar für Führungskräfte, die sich einmal selbst den Spiegel vorhalten, um zu sehen, was und wie sie leiten. Das ganze Programm unter www.ville-fohrde.de

 

 

Von Frank Bürstenbinder

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