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Brandenburg/Havel Kommentar: Endlich ein bisschen Wahlkampf!
Lokales Brandenburg/Havel Kommentar: Endlich ein bisschen Wahlkampf!
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18:08 09.02.2018
André Wirsing Quelle: Friedrich Bungert
Brandenburg/H

Hurra, sie leben noch! Ein Hauch, ein laues Lüftchen von Wahlkampf weht durch die Stadt, nachdem das van-Lessen-Lager einen (Vorsicht, Ironie!) Riesenskandal in Schellers Umfeld aufgedeckt hat.

Am 5. Februar ist der Hauptverwaltungsbeamte Steffen Scheller (CDU) zum Kandidatenduell beim Kreisverband der Gartenfreunde mit seinem Stabschef Karl-Heinz Erler und Liegenschaftschefin Angelika Köhler einmarschiert. „In welchem zeitlichen Umfang und mit welcher Begründung nehmen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Brandenburg an Ihren Wahlkampfveranstaltungen teil“, fragt nun die Bündnisgrüne Martina Marx.

Ihre Parteifreunde nebst Sozialdemokraten und Linken stützen den parteilosen Mitbewerber Jan van Lessen. „Das ist zwar nicht fair. Aber offensichtlich war die Materie so komplex, dass mein Konkurrent eine fachliche Unterstützung für notwendig hielt“, sagt dieser nonchalant. Er könne nicht nachvollziehen, wie sich die Arbeitszeit der Verwaltungsmitarbeiter mit dem Wahlkampf des aktuellen Rathauschefs vertrage.

In der Tat wäre es ehrenrührig von Scheller, wenn der Sachverhalt so stimmte. „Unter den eingeladenen Teilnehmern waren auch Frau Köhler und Herr Erler. Beide habe ich nicht um eine Teilnahme gebeten. Sie sind beide Mitglieder des Kleingartenbeirates und wurden in dieser Funktion vom Veranstalter selbst ohne Abstimmung mit mir eingeladen“, entgegnet der Angegriffene.

Ist auch logisch, die beiden Mitarbeiter vertreten die Eigentümerin der allermeisten Pachtflächen für Kleingarten – nämlich die Stadt. Deshalb sind sie auch im Beirat. Beide haben im Übrigen auch während des Kandidaten-Duells auch gar nichts gesagt oder gefragt, waren nur schweigende Zuhörer.

Scheller und van Lessen haben sich bislang im Wahlkampf so gut wie nichts getan. Dass es ihn überhaupt geben soll – davon zeugt lediglich die Bilder- und Plakate-Schlacht, wie sie besonders eindrücklich gerade auf der Jahrtausendbrücke zu erleben ist. In ihren direkten Aufeinandertreffen waren sie ausgesucht höflich zueinander. Die Klingen, die sie kreuzten, waren so fein, dass gerade einmal Kommunalpolitik-Junkies ihr Klirren zu hören vermochten.

Insofern ist die jetzige Bewegung in Richtung einer offenen Auseinandersetzung durchaus belebend. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn auch mal Ideen oder kausale Zusammenhänge durcheinander geworfen werden. Die aktuelle Orts- und Stadtteil-Tournee hat OB-Vorgängerin Dietlind Tiemann (CDU) erfunden und in Kirchmöser und Plaue begonnen. Und noch etwas dürfte Scheller von Tiemann gelernt haben: Nachdem es in ihrem Bundestagswahlkampf schon Fragen zur Vereinbarkeit mit dem Amt gegeben hat, wird der Bürgermeister nur wenige Monate später peinlich darauf acht, dass Tage mit zwei Wahlkampfforen hintereinander wie der 5. Februar als Urlaubstag abgerechnet werden.

Von André Wirsing

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