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Brandenburg/Havel Große Fete im Rolandsaal
Lokales Brandenburg/Havel Große Fete im Rolandsaal
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17:37 11.07.2014
Quelle: V. Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Die Anspannung im Bangen ums Zulassen der Medizinischen Hochschule Brandenburg MHB „Theodor Fontane“ ist verflogen, nun durften launige Reden gehalten werden. Was passt besser in diesen Tagen als ein Vergleich mit den Ereignissen rings um die Fußball-WM?
Wilfried Pommerien jedenfalls hat sich den 9. Juli 2014 rot angekreuzt. Am Morgen noch hatte ein Kollege dem Ärztlichen Direktor am Städtischen Klinikum einen Witz erzählt: „Treffen sich ein Holländer und ein Deutscher auf dem Campingplatz. Sagt der Holländer: "Wir spielen heute Abend gegen Argentinien.’ Entgegnet der Deutsche: ,So ein Zufall, wir am Sonntag."

So ist es tatsächlich gekommen. „Und unsere Idee für eine MHB habe viele auch für einen Witz gehalten, vielleicht für Größenwahn. Und am Nachmittag war dann die Zulassung da.“ Pommerien sieht die deutsche Mannschaft als weiteres Beispiel fürs Hochschul-Team: „Wir werden es nur schaffen, wenn wir im Gegensatz zu allen anderen einen Grundsatz durchhalten: Kooperieren statt Konkurrieren!“
Mehr als 100 Gäste aus den Ruppiner Kliniken, vom Städtischen Klinikum, aus der Kommunalpolitik in Brandenburg an der Havel und Neuruppin waren am Freitag in den Rolandsaal des Altstadt-Rathauses gekommen, um die Zulassung zu feiern.

„Hochschule ist eine ähnliche Herausforderung wie die Buga“

Mehr als zwei Jahre haben die Initiatoren für die Medizinische Hochschule Brandenburg MHB gekämpft, am Dienstag haben sie gewonnen. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) hat den Antrag genehmigt und damit die private Medizinische Hochschule Brandenburg „Theodor Fontane“ (MHB) staatlich anerkannt.

Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin Ralf Reinhardt dankte allen Beteiligten für Vertrauen, Mut und viel Arbeit – allerdings sei das Genehmigen der Hochschule nur ein erster kleiner Erfolg. „Dieses Gemeinschaftsprojekt ist weiterhin ein risikovolles. Es dauert mindestens sieben Jahre bis zum nächsten Erfolg.“ Ein Jahr benötige man, um den Studiengang Humanmedizin einzurichten, wenn die ersten Absolventen ihren Abschluss nach weiteren sechs Jahren haben und alle folgenden Jahrgänge nachziehen, sei das Vorhaben erfolgreich.

Mut machte Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann mit einem Zitat des Namensgebers Theodor Fontane: „Der Anfang ist immer das Entscheidende; hat man's darin gut getroffen, so muss der Rest mit einer Art von innerer Notwendigkeit gelingen, wie ein richtig behandeltes Tannenreis von selbst zu einer geraden und untadeligen Tanne aufwächst.“

Neben dem Stolz auf das Erreichte klingt auch immer etwas Bitternis über die Hürden durch, die im Wissenschaftsministerium genommen werden mussten. So nimmt beispielsweise der Ruppiner Klinikchef Bezug auf die Kritiker des Vorhabens, das könne ja nur zweitklassige Medizinausbildung werden. „Wir wollen zeigen, dass wir auch in ländlicher Region eine prima Ausbildung hinbekommen.“ Das reiche von der absoluten Praxisbezogenheit des Studiums bis zu banalen Fragen wie Unterbringen der Studierenden und Tagesgestaltung.

Das Studium werde sich auch nicht auf die reine Lehre beschränken. Pommerien berichtet vom Zustandekommen eines „Forschungscampus Brandenburg“, an dem die Brandenburger Technische Universität Cottbus, die Uni Potsdam und die MHB Brandenburg miteinander kooperieren.

Rathauschefin Tiemann hatte die Gäste in der „guten Stube der Stadt“ gestern mit einem ungewöhnlichen Rahmenprogramm versorgt: Richard Mosthaf und Thomas Hofmann vom Weltmusik-Ensemble Jacaranda begleiteten die Feier musikalisch auf Alphörner. „Das ist genauso ungewöhnlich, aber passend für die Region wie eine Universität in Brandenburg an der Havel und in Neuruppin.“

Von André Wirsing

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