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Kommunalwahl 2014 Gewonnen und zerronnen
Lokales Brandenburg/Havel Kommunalwahl 2014 Gewonnen und zerronnen
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10:44 27.05.2014
Quelle: Archiv / ela
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Brandenburg an der Havel

300 Frauen und Männer haben gelassen abgewartet oder gezittert, gehofft und gebangt, ihr Glück oder ihr Unglück erzwungen. Für 46 Kommunalpolitiker ist Platz in der Stadtverordnetenversammlung (SVV). Die meisten Kandidaten erlebten am Wahlabend also die erwartete oder unerwartete Enttäuschung, das erhoffte oder unverhoffte Siegerglück. Die MAZ nennt Ihnen die Auf- und Absteiger der Brandenburger Kommunalwahl.

Ein Dauerabonnement auf den Sieg hat die Familie Tiemann. Niemand im Land holte so viele Stimmen wie Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (7231), mit Ausnahme von Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) im deutlich größeren Potsdam. Ehemann Klaus Peter Tiemann holte als Letzter der Wahlliste im Wahlkreis Kirchmöser, Plaue, Görden so viele Stimmen (754), dass er nicht nur die Konkurrenz, sondern auch die meisten Mitbewerber der eigenen Partei hinter sich lässt. Er nimmt das Mandat als Stadtverordneter an, will seine Ehefrau also künftig in der SVV mit kontrollieren.
Wer Walter Paaschen schon abgeschrieben hat, ist schief gewickelt. Der ewige Fraktionschef übertraf sein Wahlergebnis bei der vergangenen Kommunalwahl um 200 Stimmen. Er sammelte 1297 Wählerkreuze und damit viele Argumente dafür, dass er CDU-Fraktionschef bleibt. Nachwuchskraft Jean Schaffer, der designierte Landtagskandidat, wird Paaschens Erbe kaum antreten angesichts des sparsamen Ergebnisses von gerade einmal 214 Stimmen. Da ist Birgit Didczuneit-Sandhop ein anderes Kaliber. Auf Listenplatz zwei in der Altstadt holte der politische CDU-Neuling aus dem Stand 1087 Stimmen. Doch hatte sie einen klaren Startvorteil: Als HNO-Chefärztin ist sie schließlich Stimmexpertin.
Seine Stimmgewalt half Sänger Marco Lessentin (CDU) dagegen nicht in die SVV. Trotz seiner allgegenwärtigen Werbung in eigener Sache zahlte er politisches Lehrgeld. Nur gut hundert Wähler klatschten ihm zu. 306 Stimmen in Hohenstücken, das reichte nicht.

Dort hingegen erlebte Klaus Peter Fischer Genugtuung. Seine ehemalige Partei, die SPD, mochte ihren Stadtverordneten nicht auf einem vorderen Platz aufstellen. So machte er erst seinen eigenen Laden auf in der SVV und kandidierte dann auf der Liste der AfD – mit Erfolg. Klaus Peter Fischer ist wieder drin – seine 634 Stimmen reichen fast an die mageren 747 Wählerkreuze der SPD-Spitzenkandidatin Marlis Eichhorn in Hohenstücken und Nord heran.
Die SPD hat gleichwohl einige Überraschungen parat. Gollwitz’ siegreiche Ortsvorsteherin Nicole Näther und die fast abgeschriebene Katrin Rautenberg schafften den Sprung in die SVV, obwohl sie auf nur mittelmäßig aussichtsreichen Listenplätzen kandidierten.

Ins Fäustchen lachen dürfte sich SPD-Mann Michael Raith. Seine eigenen Genossen montierten dessen eigenmächtig aufgehängten Wahlplakate wieder ab. Die Wähler ließen sich davon nicht irritieren, sie gaben dem Sparkassenmenschen 318 Stimmen, gerade genug für den Einzug in die SVV.
Dort wird man einige bekannte Gesichter künftig vermissen. Uwe Trütschler etwa, den unglücklichen Gartenfreund. Ihm fällt auf die Füße, dass er einen Generalpachtvertrag zwischen Stadtverwaltung und Kreisverband unabgesprochen ins Gespräch brachte. Fehlen wird künftig auch Alfredo Förster, die einst laute Stimme der Linken, der glücklos sein Glück bei Pro Kirchmöser versuchte und mit 145 Stimmen durchfiel. 

Leise servus sagen auch die Stadtverordneten Tobias Dietrich (Pro Kirchmöser, 262 Stimmen) Gewerbevereinschef Michael Kilian (CDU, 297), Facebook-Aktivposter Daniel Güttler (364) und das ewige Talent Jan Penkawa (375), dessen Abschied aber mit einer Festanstellung an der Seite der Oberbürgermeisterin im Rathaus versüßt wird.

Hier die Liste der vorläufigen Ergebnisse: (Quelle: Stadt Branddenburg)

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Von Jürgen Lauterbach

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