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Brandenburg/Havel Konjunktur: Nur noch acht Prozent Arbeitslose
Lokales Brandenburg/Havel Konjunktur: Nur noch acht Prozent Arbeitslose
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18:15 03.05.2017
Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Die seit Jahresbeginn positive Tendenz auf dem Arbeitsmarkt in Brandenburg/Havel und den umliegenden Gemeinden hält an. Im gerade vergangenen April erreichte die amtlich erfasste Arbeitslosigkeit mit 8,1 Prozent einen neuen Tiefstand. So gering war die Quote seit 25 Jahren nicht mehr. Innerhalb der Stadtgrenzen liegt die Quote bei 9,3 Prozent.

Von den Zahlen, die Agenturleiterin Monika Obuch und Jobcenter-Geschäftsführer Michael Glaser am Mittwoch veröffentlichten, konnten deren Vorgänger nur träumen. 4765 Bürger der Stadt und der Umgebung sind aktuell ohne Arbeit. In den schlechten Jahren, vor allem zwischen 2000 und 2005, waren es zweieinhalb Mal so viele gewesen.

Selbst was die jüngste Vergangenheit angeht ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region beträchtlich. Vor einem Jahr waren etwa 1000 Bürger mehr ohne Job gewesen. Die Quote sank in diesem Zeitraum um 1,5 auf 8,1 Prozent. Seit die Arbeitslosigkeit nach dem aktuellen System erfasst wird, also seit 1994, war die Quote nie annähernd so gering wie jetzt.

Was für den Altkreis Brandenburg gilt, trifft auch für die Stadt zu, wo die Arbeitslosigkeit stets etwas höher liegt als im Umland. Jobcenterchef Glaser meldet für die Stadt eine Quote von 9,3 Prozent.

Dieser Wert ist um 1,8 Prozent besser als noch vor einem Jahr und um 0,3 Prozent besser als im Vormonat März. Glaser hält es inzwischen für möglich, dass die Quote in der Stadt auch im Jahresdurchschnitt 2017 unter 10 Prozent liegen wird.

Im April waren erstmals weniger als 3500 Bürger der Stadt ohne Arbeit. Um etwa 800 kümmert sich die Arbeitsagentur, um rund 2700 das Jobcenter. 600 Bürger sind im April aus dessen Statistik verschwunden, fast 170 von ihnen haben eine Arbeitsstelle gefunden.

Während in fast allen Altersgruppen das Ausmaß der Arbeitslosigkeit sinkt, ist es ausgerechnet bei jungen Leuten zwischen 15 und 25 Jahren bestenfalls stabil. Gut 200 junge Brandenburger sind gar nicht oder schlecht ausgebildet und bringen wenig Qualitäten mit für eine Beschäftigung.

„Jugendliche mit einem schlechten Qualifikationsniveau profitieren nicht vom günstigen Arbeitsmarkt“, bedauert Glaser. Etliche von ihnen hätten es im vergangenen Jahrzehnt versäumt, ihren Rückstand aufzuholen. Dieses Defizit will das Jobcenter gezielt angehen.

Ein zweiter Wermutstropfen in der Stadt ist die nach einem Rückgang nun wieder leicht gestiegene Zahl von Bedarfsgemeinschaften, also Haushalten, die Hartz-IV-Leistungen erhalten. 5810 Bedarfsgemeinschaften zählt das Jobcenter in der Stadt. Neuzugänge aus Brandenburg/Havel gibt es nach Angaben des Jobcenters dabei kaum.

Vielmehr ziehen Familien aus verschiedenen Landkreisen in die Stadt, einzelne kommen sogar aus der Gegend von Stralsund. Sie meinen, ihr Glück eher in einer Stadt als auf dem Lande zu finden.

Das gilt besonders für Flüchtlinge, die keineswegs neu ins Land gekommen sind. Sie leben schon länger in Deutschland und haben einen Anspruch auf Hartz IV erworben.

Von Jürgen Lauterbach

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