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Konzert: Festlich, nachdenklich und berührend

Brandenburg an der Havel Konzert: Festlich, nachdenklich und berührend

Die Brandenburger Symphoniker gaben im Großen Haus des Brandenburger Theaters ihr Weihnachtskonzert – und das gleich im Doppelpack. Unser Autor hat sich das Spektakel im Großen Haus am BT angesehen und -gehört – und erlebte einen nachdenklichen und berührenden Abend.

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Die Brandenburger Symphoniker gaben am 23. und 25. Dezember 2017 im Großen Haus des Brandenburger Theaters ihr Weihnachtskonzert.

Quelle: Brandenburger Theater

Brandenburg/H. Pompös begann das Weihnachtskonzert der Brandenburger Symphoniker. Ein Blechbläserquintett des Orchesters setzte mit einer Canzone des frühbarocken Komponisten Samuel Scheidt, der aus Halle stammt und ein Zeitgenosse von Heinrich Schütz war, ein christfestliches Ausrufezeichen, obwohl das vor rund 400 Jahren entstandene Werk zu jeder höfischen Feierlichkeit erklingen konnte. Danach ging es zunächst nicht musikalisch weiter, sondern literarisch.

Der Bratscher Geraldo Brandigi trat unerwartet aus den Reihen der Symphoniker an das Rednerpult und rezitierte Matthias Claudius’ Wintergedicht „Ein Lied hinterm Ofen zu singen“ mit hintergründiger Heiterkeit.

Auch andere seiner Kollegen wie Kathrin Kösler, Robert Friedrich, Susanne Maria Pietrowski sowie der Dirigent Philipp Pointner folgten im Laufe des Konzerts Brandigis Beispiel und lasen nachdenkliche Texte zur Winter- und Weihnachtszeit der Gebrüder Grimm, von Erich Kästner, Peter Altenberg und Joseph von Eichendorff.

Das war eine gute Idee. Somit kam zu dem schon abwechslungsreichen musikalischen Programm noch eine literarische Ebene hinzu, denn das Vorlesen und Musizieren gehören traditionell zum Weihnachtsfest. Natürlich aber hatte das Muszieren Priorität. Da fanden die Zuhörer im Brandenburger Theater Bekanntes und weniger Bekanntes auf dem Programm. Auch hierbei kamen Solisten des Orchesters zur Wirkung.

Die beiden Flötisten Susanne Maria Pietrowski und Martin Bosse-Platiére musizierten gemeinsam mit ihren Orchesterkollegen unter dem aufmerksamen Dirigat von Philipp Pointner das galante Konzert für zwei Flöten und Orchester in C-Dur des Mozart-Zeitgenossen Domenico Cimarosa beschwingt, feinfühlig und mit präziser Artikulation. Die Berliner Sopranistin Nina-Maria Fischer stellte sich dem Brandenburger Publikum mit zwei Werken der Barockzeit vor, mit einer Arie aus dem Oratorium „Samson“ von Georg Friedrich Händel und der berühmten Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ (BWV 51) von Johann Sebastian Bach vor. Beide Kompositionen unterstrichen das Festliche des Konzerts in besonderer Weise.

Die Bach-Kantate fordert von der Sängern sichere Koloraturen und Höhen sowie lange Bögen, aber auch viel Innigkeit und im Endeffekt dann doch Schnörkellosigkeit. Nina-Maria Fischer konnte mit diesen Anforderungen bestens aufwarten, so dass sie eine beeindruckende Wiedergabe bot. Auch Martin Sander, ein Trompeter der Brandenburger Symphoniker, hat zu dem Erfolg wesentlich ohne Forcieren und ohne Druck mit seinem Instrument beigetragen. Nur bei der Händel-Arie, die ebenfalls ein Dialogisieren zwischen Sopran und Trompete stattfindet, hätte Sander mit seinem Blasinstrument ein wenig mehr Zurückhaltung üben können.

Vielgestaltig sind die Tanzsätze aus der Suite „Der gordische Knoten“ des englischen Barockkomponisten Henry Purcell. Die Brandenburger Symphoniker musizierten sie unter dem Dirigat von Philipp Pointner mit einem plastischen Klangbild und schöner Gelöstheit. Auch das zum Konzertfinale erklungene beliebte Weihnachtskonzert in g-Moll von Arcangelo Corelli erfuhr ein empfindsames Musizieren. Somit wurde deutlich, dass das Christfest nicht nur seine festlichen Stunden hat, sondern auch seine nachdenkliche und berührende Zeit.

Von Klaus Büstrin

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