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Brandenburg/Havel Kranfahrer können manchmal auch Tiefbau
Lokales Brandenburg/Havel Kranfahrer können manchmal auch Tiefbau
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02:16 21.08.2015
Chefs im Familienteam: Susan Harder, Joachim (Mitte) und Alexander Förster. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

Joachim Förster ist bescheiden. Es dauert lange, bis er von seiner „Spur der Steine“ spricht, die er hinterlassen hat. Vor 25 Jahren hat er das neue BMK gegründet, das für Brandenburger Montage- und Kranservice steht. Bis zur Wende hat er für das alte Bau- und Montagekombinat gearbeitet, welches dasselbe Kürzel trug, seine erste Treppe auf dem Görden betrachtet er immer noch voller Stolz, genauso wie die Friedenswarte, an der er mitgebaut hat.

Nun ist pünktlich zum Jubiläum wieder ein Umbruch vollzogen: Schrittweise hat er die Geschäfte in die Hände seiner Kinder gelegt – die Juristin Susan Harder und den Betriebswirt Alexander Förster. Sie dirigieren nun zusammen die nicht ganz unauffällig in Rot und Weiß lackierte Flotte von Mobilkränen, Hebebühnen und Lkw. „Ich habe jetzt 50 Arbeitsjahre voll“, erzählt der 68-Jährige. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, neben der Niederlassung in Straußberg hat er vor zwei Jahren eine weitere in Oranienburg gegründet. „Es ist eigentlich ein Geschäftsgeheimnis, aber das strategische Verteilen am Berliner Ring garantiert, dass wir alle Einsatzorte recht schnell erreichen.“ Das mit dem Loslassen sei eine schwierige Kiste, er wolle aber nicht hineinregieren wie andere Patriarchen. „Wir fragen ihn ja auch bei Problemen, seine Erfahrungen sind wertvoll“, sagt Susan Harder.

Tonnen in der Höhe

Mit sechs Mitarbeitern hat Joachim Förster 1990 angefangen, heute gehören 40 Frauen und Männer zum Stamm-Team.

Auftragsabhängig werden Mitarbeiter von Drittfirmen verpflichtet.

Zum Profil gehören neben dem Einsatz und Verleih mobiler Kräne auch Fertigteil- und Stahlmontagen, das Umsetzen von Maschinen und Anlagen sowie Abbrucharbeiten.

Der größte Mobilkran hebt bis zu 220 Tonnen, mit aufgesetzter Spitze kann er bis auf 108 Meter Höhe ausfahren, dann sinkt die Hebekraft allerdings auf 2,5 Tonnen.

Die Maschine selbst wiegt 60 Tonnen, hinzu kommen bis zu 72 Tonnen Ballast und rund acht Tonnen Ausleger und Ausrüstung. Maximal sind also 140 Tonnen auf fünf Achsen unterwegs, davon sind vier einzeln lenkbar.

Knifflig seien eigentlich alle Einsätze, jeder muss genau geplant und berechnet werden, überall seien die Bedingungen anders. So hat BMK beispielsweise in der Stadt die Buga-Brücke über den Jacobsgraben eingehoben. Aufträge führen die Monteure aber auch bis ins Emsland, wo sie gerade einen 50-Meter-Treppenturm montiert haben. „Es ist schade, aber die Baustellen kommen nicht zu uns.“

In Berlin haben sie zu großen Teilen den 12.000 Quadratmeter großen CityCube als Ersatz fürs ICC mitgebaut – die großen Fertigteile eingehoben und selbst montiert. Besonders stolz sind die „Försters“ auf einen Auftrag aus Leipzig, weil sie die einzigen waren, die eine Lösung für ein schwieriges Problem gefunden haben: Dabei ging es ausnahmsweise mal nicht in die Höhe, sondern in die Tiefe. Beim Bau des Citytunnels mussten 1000 Wandplatten aus Glasbausteinen in 27 Meter Tiefe transportiert und montiert werden – jede mit Maßen von 1,75 mal 3,50 Metern.

Über eine Öffnung wurden sie heruntergelassen, die BMK-Leute hatten eine Art Brückenkran an den Bindern des Tunnels improvisiert, mit dem sie die schweren Elemente erst drehen und dann an die richtige Stelle bugsieren konnten. Das ist schwer, aber umso befriedigender, wenn es geschafft ist. Mit leuchtenden Augen erzählt Joachim Förster zum Schluss noch, wie er am umgebauten Berliner Schillertheater die 44 Meter hohen Bühnenaufhängungen mit dem Kran eingezogen hat.

Von André Wirsing

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