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Kreis bereitet sich auf tödliche Tierseuche vor

Afrikanische Schweinepest Kreis bereitet sich auf tödliche Tierseuche vor

Mit einem Notfallplan bereitet sich Potsdam-Mittelmark auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Freilandschweine müssten dann geschlachtet oder aufgestallt werden. Jäger sollen schon jetzt viel mehr Wildschweine erlegen. Vom Kaukasus hat sich die tödliche Tierseuche bereits bis nach Tschechien ausgebreitet.

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Wildschweine sind die Hauptüberträger der Afrikanischen Schweinepest.

Quelle: Alexander Beckmann

Mittelmark. Fachbereichsleiter Hans-Georg Hurttig hat die mittelmärkischen Jäger aufgefordert mehr Schwarzwild zu erlegen. Ein erhöhter Abschuss sei eine Maßnahme, um der mögliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest entgegenzuwirken. Noch sei die durchschnittliche Schwarzwilddichte mit zehn Tieren auf 100 Quadratkilometer zu hoch, sagte der oberste Veterinär des Landkreises vor dem Umweltausschuss des Kreistages.

In einigen Gebieten ziehen noch deutlich mehr Rotten durch Wälder und über Felder. Ideal wäre ein Besatz von ein bis zwei Wildschweinen je 100 Quadratkilometer, so Hurttig. Der Fachbereichsleiter warnte bereits vor zwei Jahren vor der heranrückenden Tierseuche. Doch damals war die Afrikanische Schweinepest noch weit weg. Jüngste Nachweise in Tschechien zeigen, dass die vom Kaukasus kommende Krankheit weiter nach Westen vordringt.

Der Kreis bereitet sich derzeit mit einem Notfallprogramm auf den Ausbruch der Seuche zwischen Havelland und Fläming vor. In solch einem Fall müssten zum Beispiel alle Freilandschweine geschlachtet oder aufgestallt werden. Vorgesehen sind größere Sperr- und Beobachtungsgebiete. Würde die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen, ginge es dem Schwarzwild massiv an den Kragen. „Es geht dann nicht mehr um Jagd, sondern um die Tötung vieler Tiere“, so Hurttig.

Im Jagdjahr 2015/16 wurden in Potsdam-Mittelmark 5890 Wildschweine erlegt. Das waren schon über 1000 Tiere mehr als im Jagdjahr zuvor. Das Ausbrechen der Viruserkrankung hätte für einen Nutztierbestand verheerende Folgen. Alle Schweine, die nicht schon an der tödlichen Krankheit verendet sind, müssten gekeult werden. Ein Sperrbezirk würde eingerichtet, der Handel mit Wildbret käme zum Erliegen.

Momentan befinden sich die jüngsten Krankheitsnachweise in Tschechien rund 400 Kilometer von Potsdam-Mittelmark entfernt. Das Virus kann zum Beispiel in Fleisch- und Wurstprodukten überleben. Weggeworfene Lebensmittel sind eine Gefahr. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich.

Von Frank Bürstenbinder

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