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Kreis finanziert Koordinator für Flüchtlinge

Kloster Lehnin Kreis finanziert Koordinator für Flüchtlinge

Pfarrer Dieter Paul von der Flüchtlingsinitiative tritt vehement für mehr Betreuung der in Lehnin lebenden Menschen aus Syrien und anderen Krisenregionen ein. Einer Forderung der ehrenamtlichen Helfer kommt der Landkreis jetzt nach.

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Das Lehniner Flüchtlingsheim in der Waldsiedlung.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Kloster Lehnin, Drei Flüchtlinge können nun Berufspraxis sammeln. Es ist ein Zugeständnis des Landkreises Potsdam-Mittelmark auf die Forderung der Flüchtlingsinitiative „Miteinander in Kloster Lehnin“: Nach Angaben von Berthold Satzky, Vize-Bürgermeister der Gemeinde Kloster Lehnin, gibt der Landkreis jetzt für das laufende Jahr 3000 Euro an die Kommune zur Finanzierung einer Koordinationsstelle, angesiedelt bei einem freien Träger als Hilfsangebot für Flüchtlinge. Dieter Paul, ehemaliger Lehniner Stiftsvorsteher und Pfarrer im Ruhestand, begrüßt die Entscheidung. Paul ist Mitbegründer der Flüchtlingsinitiative, in der sich rund 40 Männer und Frauen ehrenamtlich für die Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen engagieren. Satzky sagte, es sei wünschenswert, wenn diese einmalige Bewilligung von monatlich 1000 Euro auch für das gesamte nächste Jahr gelten würde.

Bekanntlich forderte Paul vom Landkreis einen Koordinator mit einer Anlaufstelle in Lehnin – zumindest als halbe Stelle- für die individuelle Unterstützung von Flüchtlingen. Zugleich kritisierte Paul in einem Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen mangelnde Sozialarbeit in der Flüchtlingsunterkunft in der Waldsiedlung. „Es ist für mich ein großes Fragezeichen Richtung Landkreis, wie dort jemand ein halbes Jahr leben kann ohne professionellen Sprachunterricht zu bekommen. Wie kann das brach liegen?“ Das sei eine dringende Aufgabe, die vom Träger nicht erkannt werde.

„Miteinander in Kloster Lehnin“

Zu den ehrenamtlichen Helfern der Flüchtlingsinitiative zählen 60 Einheimische aus Kloster Lehnin. Etwa 40 von ihnen engagieren sich aktiv. Sie unterstützen die aus Syrien, Afghanistan und andereren Krisenländern stammenden Menschen daei, sich in Deutschland zurecht zu finden. Sie organisieren die Kleiderkammer im Flüchtlingsheim, geben Nachhilfe, stehen als Paten an der Seite der Geflüchteten.

„Nähe und Distanz müssen dabei ausgeglichen sein“, sagt Dieter Paul von der Flüchtingsinitiative. „Es ist wichtig, den Flüchtlingen zuzumuten, dass sie Schritte selbst gehen.“ Es dürfe keine Ersatzelternschaft sein, was die Ehrenamtlichen leisten.

Die meisten der Helfer stehen im Berufsleben. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 30 und 45 Jahren. Ein Drittel der Ehrenamter sind im Ruhestand.

Die Regie für das Lehniner Heim obliegt dem Arbeits- und Ausbildungsförderverein Potsdam-Mittelmark. „Wir sind Dienstleister des Landkreises“, sagt Aafv-Geschäftsführer Roland Leisegang. „Momentan liegt der Schlüssel bei einem Sozialarbeiter für 80 Flüchtlinge. Das ist gut vertretbar und fertig ist die Aufgabe.“ Im Lehniner Heim leben derzeit 80 Männer, Frauen und Kinder. Um sie kümmert sich die Heimleiterin und eine Sozialarbeiterin. Zum Sprachunterricht sagte Leisegang, es gebe zu wenig zertifizierte Sprachlehrer in der Region für die Flüchtlinge. Das zu organisieren, obliege dem Landkreis.

Der Verein führt die Regie in zehn Flüchtlingsheimen

Der Landkreis hat dem Aafv die Betreuung von zehn Heimen übertragen. Dazu zählt auch die Kaserne in Brück, in der derzeit nach Angaben von Kai-Uwe Schwinzert 124 Flüchtlinge leben, der Großteil von ihnen sind Männer. Ursprünglich sollte die Kaserne nur bis Jahresende genutzt werden. Nun sei die Nutzungsvereinbarung mit der Bundeswehr bis zum 31. März 2017 verlängert worden, so Schwinzert.

Aafv-Geschäftsführer Leisegang lobte die Kooperation mit den Ehrenamtlichen: „Mit ihnen haben wir einen guten Partner an der Seite. Die Ehrenamtlichen sind zur Stelle, wenn Flüchtlinge zu Ärzten begleitet werden müssen.“

 

Die Lehniner Flüchtlingsinitiative leistet indes noch wesentlich mehr. Sie hilft, Wohnraum für Menschen mit Bleibeperspektive zu finden und vermittelte jetzt auch drei Geflüchteten die Chance, jeweils über zwölf Wochen Berufserfahrungen in zwei Handwerksbetrieben und bei der Diakonie zu sammeln mit angekoppelten Sprachkurs. Es gibt zudem eine Zusammenarbeit mit dem Lehniner Familienzentrum. Wenn dort Mütter mit ihren Kindern das Angebot mitnutzen könnten, sei das ein großer Schritt in Richtung Integration, sagte Paul.

Von Marion von Imhoff

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