Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Kreisreform: Mini-Grundschule könnte großer Gewinner sein
Lokales Brandenburg/Havel Kreisreform: Mini-Grundschule könnte großer Gewinner sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:59 08.10.2016
Die Erst- und Zweitklässler erhalten in der Roskower Grundschule jahrgangsübergreifenden Unterricht. Quelle: Marion von Imhoff
Anzeige
Roskow

Sie dürfte mit 64 Kindern und nur fünf Lehrern eine der kleinsten Schulen landesweit sein, die Grundschule in Roskow. Ausgerechnet sie könnte nun der Gewinner der Kreisgebietsreform sein. So hofft es das Kollegium der Schule. Bisher jedenfalls war es nach Angaben von Schulleiterin Ina Schneider äußerst schwierig, dass Kinder aus den Orten Zachow und der Stadt Ketzin in Roskow zur Schule gehen dürfen. „Es brauchte immer einen Förderbedarf oder einer besonderen Begründung.“ Hintergrund dafür ist auch, dass der Landkreis Havelland für jedes dort beschulte Kind aus seiner Zuständigkeit eine Umlage an den Landkreis Potsdam-Mittelmark zahlen musste, da zwischen Roskow und Zachow bisher die Kreisgrenze liegt. Sollte die Kreisgebietsreform tatsächlich so kommen, wie diese Woche vom brandenburgischen Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) angekündigt und das Amt Beetzsee wechselt zum Havelland, entfiele dieses Hemmnis.

„Rein theoretisch könnte es so sein, dass wir dann mehr Kinder aus Zachow und Ketzin bekommen“, sagt Katrin Mühlenberg, Leitern das Amtes für Ordnung und Soziales im Amt Beetzsee. Derzeit ist die Ketziner Europa-Grundschule die zuständige für Zachow. Doch ein paar hundert Meter liegt für Zachow Roskow näher als Ketzin. Nach dem Prinzip „Kurze Wege für kurze Beine“ könnte dann sogar Roskow die zuständige Grundschule für Zachow werden, wo viele junge Familien gebaut haben.

Schulleiterin Ina Schneider von der Roskower Grundschule. Quelle: Marion von Imhoff

Zwischen Roskow und Zachow verläuft derzeit nicht nur die Kreisgrenze zwischen Potsdam-Mittelmark und Havelland. Auch die Grenze der Schulbezirke schottet die Orte voneinander ab: Roskow gehört zum Staatlichen Schulamt Brandenburg, die Region Zachow-Ketzin wird vom Staatlichen Schulamt in Neuruppin verwaltet. Antje Grabley, stellvertretende Sprecherin des brandenburgischen Bildungsministeriums, sagte dazu am Freitag: „Die Kreisgebietsreform wird sich auf die Schulverwaltungsstrukturen auswirken, wie genau, das kann aber noch niemand sagen.“

Hoffnung in Roskow auf mehr Schüler

Andreas Theylich, Schulleiter der Europa-Grundschule in Ketzin mit 260 Schülern, Tendenz steigend, sagt dazu: „Zwei Schulämter, das wird sich sicher erledigen.“ Ob Roskows Grundschule von der Kreisgebietsreform profitiert, da sei er skeptisch. Die Roskowerin Brigitte Würsig indes formuliert die Hoffnung im Ort so: „Sollte die Reform kommen, könnten endlich mehr Kinder aus Zachow und anderen havelländischen Gemeinden in Roskow zur Schule gehen.“

In der Grundschule Roskow erhalten die Jungen und Mädchen jahrgangsübergreifenden Unterricht. Die Klassen eins und zwei lernen gemeinsam wie drei und vier und die Klassen fünf und sechs. Vor rund vier Wochen – zu Beginn des neuen Schuljahres – kamen nach Angaben von Schulleiterin Ina Schneider 13 Jungen und Mädchen als ABC-Schützen neu an die Schule. Noch vor wenigen Jahren waren es nur jeweils sieben bis acht Erstklässler. „Der Aufwärtstrend und der Bedarf sind wieder da“, sagt Schulleiterin Schneider. Seit 2011 ist auch das Lehrerkollegium stabil ohne Wechsel. Seit zehn Jahren ist Ina Schneider an der Roskower Grundschule Lehrerin, seit sechs Jahren als Leiterin. „Jedes Jahr hatten wir Angst, nicht genügend Schüler zusammen zu bekommen“, sagt die 48-jährige gebürtige Sangerhausenerin. Derzeit lernen Kinder aus Päwesin, Roskow, Weseram, Lünow, Bagow und Riewend an der Bildungseinrichtung im Plattenbau-Typ Erfurt direkt neben dem Roskower Schloss. Einige Schüler kommen auch aus Wachow und Gohlitz, die ebenfalls zum Havelland gehören.

Von Marion von Imhoff

Ein Streit über Fußball ist am Mittwoch in Brandenburg an der Havel eskaliert. Ein 49 Jahre alter Mann geriet dabei so außer sich, dass er seinem Bekannten richtig an die Gurgel ging – mit fatalen Folgen für beide.

07.10.2016

Wilfried Pieper (59) und seine Mitgesellschafter schreiben mit ihrer Firma BIP Industrietechnik seit 25 Jahren eine Erfolgsgeschichte in Brandenburg an der Havel. Auf den ersten Blick ist der Erfolg der innovativen Firma allerdings wenig spektakulär.

07.10.2016

Pfarrer Dieter Paul von der Flüchtlingsinitiative tritt vehement für mehr Betreuung der in Lehnin lebenden Menschen aus Syrien und anderen Krisenregionen ein. Einer Forderung der ehrenamtlichen Helfer kommt der Landkreis jetzt nach.

07.10.2016
Anzeige