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Brandenburg/Havel Kriegerdenkmal wieder mit Kreuz
Lokales Brandenburg/Havel Kriegerdenkmal wieder mit Kreuz
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15:14 10.11.2017
Noch rechtzeitig zum bevorstehenden Volkstrauertag ist das Weseramer Kriegerdenkmal wieder komplett. Quelle: JACQUELINE STEINER
Weseram

Lange Jahre war das Kreuz auf dem Ehrenmal für die Erster-Weltkriegs-Toten in Weseram verschwunden. Jetzt bekrönt das granitene Symbol wieder die von vier Säulen getragene Abschlussplatte der 1921 eingeweihten Anlage. Das von der Firma Neils-Stein aus Rathenow komplett neu angefertigte Kreuz ist jedoch nur ein Teil des wieder standsicher aufgebauten Kriegerdenkmals.

Rund 7500 Euro hatte der Weseramer Förderverein für die Dorfkirche eingeworben, um das vom Brandenburger Bildhauer Eduard Voigt geschaffene Werk in seine Einzelteile zu zerlegen, den in die Jahre gekommenen Sockel zu sanieren und das Denkmal wieder aufzubauen. Zu den ersten Initiatoren und Spendern gehörte Gertrud Beelitz, deren Familie zu den alteingesessenen Bauern in Weseram gehörten. Unter den Familien des Dorfes forderte der Erste Weltkrieg 18 Opfer. Alles Männer, die von den mörderischen Fronten nicht mehr nach Hause kehrten.

Großes Echo auf Spendenaktion

„Viele Privatpersonen, aber auch die Kommune, die Havelland agrar und die Jagdgenossenschaft haben sich der Spendenaktion angeschlossen. Dazu kamen Einnahmen aus den von uns in der Kirche veranstalteten Konzerten“, berichtet Carola Klingberg vom Förderverein. Zum Volkstrauertag am 19. November können die Weseramer zum ersten Mal am sanierten Kriegerdenkmal der Kriegstoten gedenken. Eingeschlossen sind die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Diese sind bislang nirgends aufgeführt. „Es gibt im Dorf keine Unterlagen über die Namen und das Schicksal der Toten“, bedauert die Vereinsvorsitzende. Recherchen sind schwierig, weil zahlreiche Bauernfamilien Weseram nach dem Krieg verlassen haben. In der Kirche selbst geht das Andenken an Kriegstote weit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Auf einer Holztafel sind jene Weseramer verewigt, die 1870/71 ihr Leben im Deutsch-Französischen Krieg ließen.

Flaschenpost im Fundament

Das Kriegerdenkmal war in Gefahr, weil der gemauerte Sockel den schweren Granitteilen nicht mehr genügend Standsicherheit bot. Bei dessen Restaurierung gab es eine Überraschung. Im Fundament steckte eine Flasche mit zeitgenössischen Aufzeichnungen über die Einweihung der Anlage im September 1921 (MAZ berichtete). Seither steht das Kriegerdenkmal vor dem Ostgiebel der ebenfalls sanierten Kirche. Zum Ehrenhain gehören 18 senkrecht im Boden stehende Steintafeln, auf deren grob behauener Oberfläche mit verwitterter Schrift die Namen der ums Leben gekommenen Weseramer stehen. „Wir wollen versuchen die Namen wieder sichtbarer zu machen“, kündigte Carola Klingberg an.

Wichtigstes Projekt für die nächste Zeit ist die Erneuerung des Putzes am Sockel der Kirche. Hier sind relativ schnell nach der Sanierung wieder Feuchteschäden aufgetreten. Förderverein und Kirchengemeinde wollen die Reparatur gemeinsam angehen. Diesem Zweck dient auch das nächste öffentliche Orgelkonzert am 2. Dezember.

Von Frank Bürstenbinder

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