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Brandenburg/Havel Zahl der Einbrüche und Diebstähle geht zurück
Lokales Brandenburg/Havel Zahl der Einbrüche und Diebstähle geht zurück
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17:22 21.03.2018
Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Dem Wochenendhausbesitzer aus dem Ziegeleiweg in Lünow bei Roskow nutzt die rückläufige Zahl der Diebstähle und Einbrüche in der aktuellen Kriminalstatistik wenig.

Er gehört an diesem Dienstag zu den immer noch mehr als 20 000 Menschen im Großraum Potsdam/Brandenburg/Havel, die Jahr für Jahr Opfer von Dieben werden. In seinem Fall schlugen die Täter am helllichten Tag ein Doppelglasfenster ein, um an den Flachbildschirm zu gelangen.

Peter Meyritz, Leiter der für das westliche Land Brandenburg zuständigen Polizeidirektion, hat am Mittwoch in Brandenburg/Havel die Kriminalitätsstatistik für 2017 vorgestellt. Im Einzugsgebiet seiner Direktion verzeichnen die Polizeistatistiker für 2017 rund 11 Prozent weniger Diebstähle als im Vorjahr. Rückläufig ist in der gesamten Region laut Meyritz nicht nur die Aktivität von Einbrechern, sondern auch von Auto- und Fahrraddieben.

Mehrere Gründe kommen in Betracht, warum nicht mehr ganz so viel wie in früheren Jahren geklaut wird. Im westlichen Brandenburg spiegelt sich demzufolge eine bundesweit festzustellende Entwicklung wieder. „Die Leute nehmen sich der Sicherheit im eigenen Wohnumfeld mehr an“, vermutetet Meyritz. Er sieht darin auch ein Ergebnis der Bemühungen um bessere Prävention, etwa durch die technische Sicherung von Häusern.

Die verschärften Grenzkontrollen dürften ebenfalls dazu beigetragen haben, dass Einbrecherbanden aus dem Ausland ihr Unwesen in Brandenburg-West getrieben haben. Der Polizeidirektionsleiter erkennt zudem ein „verändertes Wohlstandsgefälle“. Osteuropäische Banden finden demnach Wohlstand und Beute verstärkt auch in ihren Ländern.

Von den 12 000 Straftaten, die im vergangenen Jahr von der Polizeiinspektion Brandenburg/Havel, Bad Belzig, Beelitz registriert wurden, entfällt aber immer noch ein Drittel auf Diebstähle. Fast 4000 waren es im Jahr 2017 – 750 weniger als im Vorjahr und sogar 1300 weniger als im Jahr 2015. Die Aufklärungsquote ist zwar gestiegen, aber mit 28,5 Prozent noch immer vergleichsweise gering.

In der zweitgrößten Gruppe von Straftaten rund um Brandenburg/Havel und Bad Belzig liegt diese Quote mit fast 73 Prozent deutlich höher. Fast 2400 Vermögensdelikte wurden 2017 in der Inspektion bearbeitet – dazu zählen Betrug, Veruntreuung, Unterschlagung, die Fälschung von Urkunden, Geld und Geldkarten sowie Insolvenzverschleppung.

Gesunken ist die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, also Verbrechen wir sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Verglichen mit 2015 liegt die aktuelle Zahl 77 solcher Straftaten bei knapp der Hälfte des Wertes von vor zwei Jahren.

„Jedoch sind bei den Gewaltdelikten steigende Fallzahlen zu verzeichnen“, berichtet Kripochef Sven Mutschischk und bezieht sich Raub, räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzungen.

Mehr Stellen, aber noch nicht mehr Köpfe

1409 Frauen und Männer sind in der Polizeidirektion-West beschäftigt, der fünf Inspektionen zugeordnet sind. Zentrale Dienststelle ist Brandenburg/Havel.

Die Personalausstattung ist im vergangenen Jahr zwar besser geworden, doch kommt dies nur mit Verzögerung in den Dienststellen an. „Wir haben die Stellen, aber uns fehlen noch die Köpfe“, sagt Direktionsleiter Peter Meyritz.

Grund dafür ist, dass noch nicht genügend ausgebildete Polizisten die Fachhochschule in Oranienburg verlassen haben und zugleich Kollegen in Rente gehen.

Die Polizei-Fachhochschule habe ihre Kapazität verdreifacht. Meyritz hofft daher für 2019 auf junge neue Polizisten.

Inspektionsleiter Mathias Tänzer erwartet, dass der Personalbestand in der Inspektion aufgrund noch unbesetzter Stellen und erheblicher Altersabgänge 2019 netto noch nicht steigen wird.

Auch die Zahl der Rauschgiftdelikte ist im westlichen Brandenburg um mehr als 13 Prozent fest. Eine etwas moderatere Tendenz als im gesamten westlichen Landesteil ist im Einzugsgebiet der hiesigen Polizeiinspektion festzustellen, die Stadt Brandenburg/Havel sowie die Regionen um Bad Belzig und Beelitz umfassen.

Inspektionsleiter Mathias Tänzer gibt für die Stadt Brandenburg/Havel die folgenden Daten für 2017 bekannt.

Etwa 7000 Straftaten hat die Polizei in der Stadt erfasst, fast 1800 weniger als im Vorjahr.

Die Straftaten wurden von rund 2400 Verdächtigen begangen.

Die Aufklärungsquote liegt in der Stadt bei 57,5 Prozent und damit um etwa drei Prozent höher als im Durchschnitt der Direktion West.

Von gut 2000 Diebstählen in der Stadt hat die Polizei der Statistik zufolge fast jeden dritten aufgeklärt.

An etwa jedem zweiten Tag im Jahr 2017 wird in Brandenburg/Havel eine Gewaltstraftat begangen. Nur eine von fünf wurde nicht aufgeklärt, berichtet Mathias Tänzer.

Sexstraftaten scheinen rückläufig zu sein in der Stadt, glaubt man der Polizeistatistik. Oder sie werden eben nicht bekannt. 47 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung hat die Polizei im vergangenen Jahr in der Stadt registriert, nur noch fast halb so viele wie zwei Jahre zuvor. Darunter waren sieben fälle von Vergewaltigungen und sexueller Nötigung.

Die Zahl der Autodiebstähle in Brandenburg/Havel schwankt in den vergangenen drei Jahren zwischen 50 und 70 Kraftfahrzeugen, die der Autoeinbrüche zwischen 400 und 500, die der Fahrräder zwischen 350 und 450.

Drei Viertel der Tatverdächtigen sind Männer. Die Polizei hat im vergangenen Jahr 84 Kinder in Brandenburg/Havel als tatverdächtig ermittelt, 222 Jugendliche und 172 Heranwachsende. Das Gros der verdächtigen Straftäter – nämlich fast 2000 – stellen in der Stadt die Erwachsenen.

Von Jürgen Lauterbach

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