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Brandenburg/Havel Kriminelle 100.000-Euro-Fahrt endet schnell
Lokales Brandenburg/Havel Kriminelle 100.000-Euro-Fahrt endet schnell
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10:55 17.05.2018
Der gestohlene DAF-Sattelschlepper, der diesem Modell ähnlich ist, war erst wenige Monate alt. Quelle: Archiv
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Brandenburg/H

Immer wieder einmal stehen Männer vor dem Schöffengericht in Brandenburg/Havel, die in gestohlenen Autos auf dem Weg nach Osteuropa erwischt werden. Der Fall von Vytautas S. liegt etwas anders, nicht nur weil er mit 58 Jahren älter ist als die andere Autohehler.

Der Angeklagte wurde am Steuer eines nagelneuen Sattelschleppers im Wert von 114.000 Euro aufgegriffen. Obwohl er am Ende schuldig gesprochen wird, darf er nach dem Prozess am Dienstag zurück in seine Heimat.

Vytautas S. arbeitet seit den 80-er Jahren als Berufskraftfahrer, zuletzt für eine Firma in Österreich. Er ist krank geschrieben, als er eigenen Angaben zufolge im vergangenen Herbst in seiner Heimatstadt Vilnius auf eine Internetanzeige stößt. Er soll demnach für einen gewissen Alvidas einen Lastwagen nach Polen überführen.

Auf dem Autohof in Groß Kreutz steht der Sattelzug bereit

Vytautas S. lässt sich am 8./9. Dezember 2017 von Litauen zum Autohof in Derwitz an der Autobahnabfahrt Groß Kreutz/Havel bringen, wo der Wagen bereit steht: ein Sattelschlepper der Marke DAF, Baujahr 2017, zugelassen in Polen.

Der Angeklagte eiert im Gerichtssaal zunächst herum, als Richterin Susanne Götsche ihn fragt, ob ihm als Berufsfahrer nichts aufgefallen sei im Wagen: Dass die Zündanlage ausgetauscht, ein Türschloss zerstört und ersetzt, das Steuerungsteil manipuliert wurde. Warum er den Motor laufen ließ, als er auf einem Rasthof zur Toilette ging?

Etwas widerwillig gesteht der Angeklagte, dass Sattelschlepper wohl gestohlen war, den er nach Kolbaskowo/Polen bringen sollte. Fast wäre das Ganovenstück geglückt.

Rechtmäßiger Lkw-Fahrer trifft kurz nach dem Diebstahl ein

Doch der Lkw-Fahrer, der den Sattelzug an dem Abend rechtmäßig hätte übernehmen sollen, traf schon kurz nach dem Diebstahl auf dem Autohof ein und alarmierte seine Chefin, der Lkw sei weg. Obwohl die Diebe die Satellitenortung gekappt hatten, sendete das System punktuell noch Signale. Keine zwei Stunden nachdem sich Vytautas S. sich ans Steuer gesetzt hatte, konnte die Polizei seine Fahrt daher beenden.

Weil er nicht vorbestraft ist und schon fast ein halbes Jahr in U-Haft verbracht hat, verurteilt das Schöffengericht ihn wegen versuchter Hehlerei nur zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die Handschellen, in denen er vorgeführt wurde, können die Beamten nach dem Urteil wegräumen.

Von Jürgen Lauterbach

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