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Brandenburg/Havel Krimineller stellt Asylantrag nach 26 Jahren
Lokales Brandenburg/Havel Krimineller stellt Asylantrag nach 26 Jahren
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13:01 27.02.2018
Als die Flüchtlingsunterkunft in der Upstallstraße am 1. März bezogen wurde, war Yama F. nicht dabei, sondern untergetaucht. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

So widersinnig es klingt: Mit seinen kriminellen Taten ist es einem 37 Jahre alten Afghanen über lange Zeit gelungen, der Abschiebung in sein Heimatland zu entgehen. Um seinen unsicheren Aufenthaltsstatus zu sichern, stellte der Mann 26 Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland einen Asylantrag. Im Dezember steht er als Angeklagter vor dem Schöffengericht in Brandenburg/Havel.

Es gibt viele Beispiele für gelungene Integration. Der Fall von Yama F. (37) gehört nicht dazu. Im Alter von zehn Jahren hatten seine Eltern den Jungen zu Verwandten nach Deutschland geschickt. In Hamburg ging der aus Kabul stammende Mann zur Schule und schaffte den Realschulabschluss.

Doch schon als junger Mann trat Yama F. in seiner Heimatstadt Hamburg kriminell in Erscheinung. Seit dem Jahr 2002 wurde er unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahls und Betrugs wiederholt verurteilt und saß auch mehrere Jahre im Gefängnis. Auch nach seiner Entlassung beging er immer wieder Straftaten und stand vor Gericht.

Schon vor zehn Jahren hatte die Ausländerbehörde in Hamburg die Faxen dicke, wies Yama F. aus und drohte ihm mit Abschiebung. Doch der Abschiebung entging der Afghane, weil er zu dem Zeitpunkt eine Gefängnisstrafe verbüßte. Als er rauskam, wollte er eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, was die Ausländerbehörde der Hansestadt jedoch ablehnte.

Nach Brandenburg gelangte Yama F., weil er in Anbetracht seiner wackligen Existenz in Deutschland 2015 einen Asylantrag stellte und die Behörden ihn daraufhin zunächst nach Eisenhüttenstadt schickten. In diesem März sollte er in das Übergangsheim des Brandenburger DRK in der Upstallstraße ziehen.

Doch obwohl er dort gemeldet ist, lebte er sonst wo, keine Behörde kannte seinen Aufenthaltsort. Klar ist nur, dass er sich in der Stadt Brandenburg aufhielt. Denn an seinem neuen Wohnort hat er inzwischen wieder mehrere Straftaten begangen.

Asylanträge von Afghanen

Afghanistan ist das Herkunftsland mit den zweitmeisten Asylanträgen in diesem Jahr in Deutschland. Die meisten Asylanträge stellten im Jahr 2016 Bürger aus Syrien.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) meldet, dass zwischen Januar und September 2017 115 342 Erstanträge aus Asyl von afghanischen Staatsbürgern gestellt wurden.

Im Jahr 2015, als Yama F. seinen Antrag stellte, hatten deutlich weniger Afghanen Asyl in Deutschland beantragt, es waren damals 15 999 Erstanträge.

Von 8590 afghanischen Jungen und Männern aus Afghanistan erhielten in den ersten sieben Monaten 2016 fast die Hälfte (3867) einen ablehnenden Asylbescheid.

Zumindest kommen die Strafermittler zu diesem Ergebnis. Kurz vor Weihnachten muss er sich als Angeklagter wegen mehrerer Taten vor dem Schöffengericht Brandenburg/Havel verantworten. So soll er Ende des vergangenen Jahres nach einem Besuch der Studentendisco IQ einen anderen Mann mit Schlägen schwer verletzt und am Leben bedroht haben.

Wenig später schlug er den Ermittlern zufolge eine Mitarbeiterin der damaligen Asylunterkunft am Nicolaiplatz in den Unterleib, beleidigte sie und kündigte an, ihr Kind umzubringen. Einen Asylbewerber, der der Frau helfen wollte, griff Yama F. an, so dass auch der sich verletzte.

Wieder einige Woche später benahm sich der Hamburger Afghane in der Asklepios-Psychiatrie auf dem Görden daneben und kassierte dafür ein Hausverbot. Nur weil eine Patientin dazwischen ging, scheiterte sein von Beleidigungen begleiteter Angriff auf die Ärztin.

Inzwischen ist der Aufenthaltsort von Yama F. bekannt. Seit Ende Juli sitzt er in der Untersuchungshaft des Brandenburger Gefängnisses.

Von Jürgen Lauterbach

20 Jungen und Mädchen aus Lehnin und Umgebung sind für vier Wochen MAZ-Schulreporter. Sie lesen sich jeden Tag durch die Nachrichtenwelt der Märkischen Allgemeinen. Ihre Deutschlehrerin Anita Voigt wird mit ihnen die journalistischen Genres besprechen. Und wie – verflixt – lauten die W-Fragen, die jeder Artikel seinem Leser beantworten muss?

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