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Brandenburg/Havel Krugpark bekommt zwei Lehrbienenstöcke
Lokales Brandenburg/Havel Krugpark bekommt zwei Lehrbienenstöcke
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02:15 27.04.2017
Landesförster Peter Richter baut die Lehrbienenstöcke im Brandenburger Krugpark auf. Quelle: Nadin Syrzisko
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Brandenburg/H

Summ, summ, summ: Rund 100 000 Honigbienen ziehen im Mai in den Brandenburger Krugpark. Um insbesondere Kinder über das wertvolle Insekt aufzuklären, bekommt das Naturschutzzentrum im nächsten Monat zwei Lehrbienenstöcke. Ansprechpartner für das Thema Bienen wird Peter Richter sein, Landesrevierförster der Oberförsterei Lehnin. Er hält sich zwar nicht für einen Bienenflüsterer, weiß aber, dass die Schuld im Zweifelsfall immer beim Imker liegt. „Ich sage immer, man muss mit der Biene umgehen wie mit einer feinen Dame. Man muss sie zuvorkommend behandeln, ihr Diener sein und vor allem beachten, dass sie immer recht hat“, sagt der 59-Jährige.

Eine ähnliche Botschaft will das Krugpark-Team auch den künftigen Besuchern vermitteln. „Uns ist besonders wichtig, die Kinder darüber aufzuklären, dass Bienen friedliebende Wesen sind. Sie wollen nicht stechen“, sagt Andrea Kausmann, Leiterin des Naturschutzzentrums. Dementsprechend machen sich die beiden Hauptinitiatoren auch keine Sorgen, dass einer der jungen Besucher schlechte Erfahrungen mit den Bienen machen könnte. „Man sollte natürlich nicht vor den Schaukasten gehen, wenn man den ganzen Tag im Garten gearbeitet und starken Körpergeruch hat“, sagt Richter. „Oder einen Hampelmann davor machen“, ergänzt Kausmann.

Gut geschützt sind die kleinen Imker. Quelle: Nadin Syrzisko

Werden diese Regeln jedoch beachtet, bestünde im Normallfall keine Gefahr. Um das sicher zu stellen wird der Bereich mit den Bienenstöcken auch noch gesondert gekennzeichnet werden.

Schließlich soll das neue Projekt des Krugparkes neben der Aufklärung und Umweltbildung, vor allem Spaß bringen, keine unnötige Gefahr. So werden die teilnehmenden Schulklassen in Gruppen eingeteilt, um an unterschiedlichen Stationen die Welt der Bienen mit allen Sinnen erleben zu können. „Denn je mehr Sinne angesprochen werden, desto nachhaltiger ist das Projekt“, so Richter.

Demnach werden die Kinder etwas zur Wachsherstellung lernen, Honig verkosten oder den Körperbau der Biene unter dem Mikroskop betrachten. Ein Blick durch die Insektenbrille oder in den Schaubienenkasten dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen. Dafür hat das Naturschutzzentrum eigens zehn kleine Imkerhüte angeschafft. Diese sollen zum einen die Sicherheit im Ernstfall gewährleisten und zum anderen den Kindern das Gefühl geben einmal Imker zu sein.

Um bei dem ganzen Spaß auch den Bildungsaspekt nicht zu vergessen, hat der Landesforstbetrieb bereits im März zwei Lehrtafeln auf dem Krugparkgelände aufgestellt. Diese sind besonders anschaulich sowie kindgerecht und geben den Kleinen nützliche Informationen über die Honigbiene. Dazu kann auch Andrea Kausmann etwas beitragen. So begründet sie ihr Engagement für die Tiere mit einem beeindruckenden Fakt: „Die Biene ist sehr wichtig für uns. Sie sorgt durch ihre Bestäubung für 70 Prozent unserer Nahrungsmittel. “ Und dennoch scheint ihr das nicht die Dankbarkeit der Menschen zu garantieren.

So ist ausgerechnet die Landwirtschaft einer der größten Feinde der Biene. Denn der Einsatz sogenannter Neonicotinoide kostet jährlich vielen von ihnen das Leben. Die hochwirksamen Insektizide, die den Ernteertrag erhöhen sollen sind zwar nicht der sichere Tod der Biene, schädigen jedoch ihre Nervenzellen und führen somit zum Verlust ihres Orientierungssinns.

Ein weiterer Feind der Biene ist die Varroamilbe. Laut Aussage von Förster Peter Richter gehört der Kampf gegen diese Milbe mittlerweile zum Alltag eines jeden Imkers, da sie in nahezu jedem Volk vorkommt. Und trotz dieser mehr oder weniger natürlichen Feinde beteuern sowohl Richter, als auch Kausmann, dass man den Bienen helfen kann.

Demnach sollen die Besucher des Krugparkes in Zukunft nicht nur das Engagement vor Ort bewundern. Stattdessen sollen sie sich Beispiele abschauen, wie sie den Tieren selbst, in ihrem eigenen Garten helfen könnten. Denn was viele gar nicht wissen: bereits mit dem Anbau von Wildblumen oder einem üppigen Kräuterbett mit Thymian ist den Bienen geholfen.

Von Nadin Syrzisko

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