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Künstler gießen Skulpturen für Ziesar

Internationales Bildhauer-Symposium Künstler gießen Skulpturen für Ziesar

Es ist geschafft: Acht Künstler eines internationalen Symposiums haben 16 Motive aus der Geschichte Ziesars in Bronze gegossen. Über die konkreten Arbeiten herrscht noch Stillschweigen. Oder?

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Kunstguss in Köpernitz: Die Bronze fließt in die Formen. Marco Flierl (links) und Klaus Cenkier haben alle Hände voll zu tun.

Quelle: Silvia Zimmermann

Ziesar. „Ein paar Minuten noch, dann ist die Bronze flüssig genug, um sie in die Formen gießen zu können“, gibt Klaus Cenkier seinen Kollegen zu verstehen. Eine große Hitze strahlt von dem Schmelztiegel ab. Zwei Stunden brauchte die Schmelze, um flüssig zu werden. Immer wieder kontrolliert Cenkier den Tiegel. „Wir haben nun eine Temperatur von 1020 Grad Celsius“, sagt der Künstler. Vorsichtig greifen Klaus Cenkier und der Berliner Bildhauer Marco Flierl die Vorrichtung zum Gießen. Nach und nach fließen 130 Kilo heiße Bronze in die vorgefertigten Formen.

Seit dem 17. September arbeiten die Künstler eines internationalen Bildhauer- und Kunstgießersymposiums in der Köpernitzer Werkstatt von Bildhauer Klaus Cenkier an der Umsetzung ihres Projektes. Ihre Anregungen und Ideen haben die Künstler aus Deutschland, Kuba und Spanien bei der Stadtführung durch Ziesar als Entwürfe aufs Papier gebracht, und sie in Gips, Wachs und Sand übertragen.

Motive aus der Geschichte der Stadt

Insgesamt 16 veschiedene Reliefs sind bei Cenkier in Köpernitz gegossen worden. Sie zeigen unterschiedliche Motive aus der Geschichte der Stadt. Welche, kann man erst bei der Übergabe der Arbeiten am 3. Oktober sehen. Bis dahin herrscht Stillschweigen über diese Facette des Projektes.

„Bei der weiteren Arbeit mussten wir darauf achten, dass die Motive spiegelverkehrt als Modell entstehen“, sagte Flierl. Für die Herstellung der Formen zum Gießen der Reliefs nutzte man drei unterschiedliche Materialien. „Wir haben Sand, Wachs oder Gips verwendet. Für die Sandformen wird Schwemmsand mit einem Lehmanteil verwendet. Dieser kommt in der Natur vor und wird für die Kunstarbeit verwendet. Dieser Sand wird bei Meißen gewonnen“, wusste Cenkier zu berichten.

Jedes Jahr kommen neue Künstler

Bei diesem Kunstgießersymposium, das seit 2003 existiert, und in diesem Jahr in der Stadt Ziesar zu Gast ist, beteiligen sich acht namhafte Bildhauer. „Wir treffen uns für eine kurze Zeit. Jedes Jahr können wir neue Künstler gewinnen, die bei uns mitmachen. Wir freuen uns auch, dass wir unser Kunstgießersymposium so lange am Leben halten konnten“, sagte Mitbegründer Marco Flierl.

Er hatte im Jahre 2003 den Bildhauer Alberto Lescay in Kuba kennengelernt und konnte ihn für dieses Projekt begeistern. „Das Ergebnis unserer ersten Zusammenarbeit kann seit 2006 in der Altstadt der kubanischen Hauptstadt Havanna betrachtet werden“, berichtete der Bildhauer. Jeder Künstler hat auf seine eigene Art, seine Werke entstehen lassen. Es gab keine festen Vorlagen zu diesem Projekt. „Wir verwenden für unsere Projekte Bronze, weil dieses Material haltbarer ist. Die Reliefs werden in die Erde eingelassen und je mehr die Betrachter darüber laufen, umso schöner wird die Bronze“, sagt der Künstler. Seit gut und gerne 5000 Jahren gibt es die Herstellungsform des Gießens.

Feierliche Übergabe am Tag der Deutschen Einheit

Der in Berlin geborene Marco Flierl verrät über seine gefertigten Reliefs, das er sich mit zwei bedeutenden Männern der Geschichte, die für diese Region bedeutend waren, beschäftigt hat und diese bildlich in Bronze dargestellt hat.

Die feierliche Übergabe der 40 mal 40 Zentimeter großen fertigen Reliefs an die Stadt Ziesar findet am 3. Oktober um 11 Uhr vor dem Platz am Landambulatorium statt. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Ab 10. 30 Uhr spielt das Jugendblasorchester dazu auf.

Von Silvia Zimmermann

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