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Brandenburg/Havel Künstler zeigt seine bizarren Holz-Skulpturen
Lokales Brandenburg/Havel Künstler zeigt seine bizarren Holz-Skulpturen
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00:17 27.04.2017
Hans-Ulrich Kittelmann mit seiner Holzplastik „Ikarus“. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

„Der Künstler ist käuflich“, behauptet Kulturmanager Tim Freudenberg zur großen Überraschung des Holzbildhauers Hans-Ulrich Kittelmann bei der Begrüßung der Ausstellungsbesucher. „Und seine Kunst ist es auch“, ergänzt er unter dem Gelächter des Publikums, das zur Eröffnung von Kittelmanns großer Skulpturen-Ausstellung in die Brandenburger Johanniskirche gekommen ist.

„Cristallize“ heißt die ebenso geheimnisvolle wie intensive Musik von Lindsey Stirling, die die Geigerin Silke Rougk zur Eröffnung meisterlich spielt. Der Holzbildhauer ist fasziniert von diesem Ausstellungsraum. „Wenn abends die untergehende Sonne ihre Strahlen durch das große Glasgiebelfenster in das Kirchenschiff schickt, dann beginnen die Skulpturen zu glühen“, erzählt er begeistert.

Holzplastik „Ikarus Quelle: Rüdiger Böhme

Kittelmann hat großen Respekt vor seinem Werkstoff. Auch für ihn seien Bäume heilig, so wie es Hermann Hesse in seinem Text „Bäume sind Heiligtümer“ beschrieben hat, auf den sich Kittelmann bezieht. Alte Bäume hätten unglaubliche Botschaften. Die ließen sich entschlüsseln durch ihren Standort oder durch die Bedeutung, die sie für bestimmte Menschen hatten oder durch eine ungewöhnliche Form, erklärt der Künstler

Kittelmann sagt, dass die künstlerische Form bereits im Holz vorhanden ist. Er behauptet sogar, dass er sie schon bei der Auswahl des Holzes von außen erkennen könne. Gut, wenn das Holz entsprechend geformt ist, wie man das beispielsweise an seinen Skulpturen die „Windflüchter“ oder die „Schlange Ka“ noch erkennen kann, dann ist das nachvollziehbar. Aber Skulpturen wie „Ikarus“, „Sanduhr“ oder „Kleine Ansprache“ sind, so wie auch die meisten anderen, ohne die Fantasie des Künstlers gar nicht vorstellbar.

Als „intuitive Bildhauerei“ bezeichnet Kittelmann seine Arbeit. „Ich suche die Form und finde sie auch immer.“ Es gehört viel Einfühlungsvermögen und Geschick dazu, die Formen behutsam aus dem Holz herauszuschälen. Gegen die inneren Strukturen, wie sie die Maserung des Holzes vorgibt, ist das kaum möglich. Insofern sind die künstlerischen Formen im Holz tatsächlich in gewisser Weise vorgegeben.

Vor den rauen, unverputzten Wänden der Kirchenruine kommen die massiven Holzskulpturen gut zur Geltung. Ganz besonders gilt das für die Skulpturen im Seitenschiff. Im Hauptschiff lenkt das Mobiliar – Stühle und Stehtische – die Aufmerksamkeit der Betrachter etwas von den Skulpturen ab und schmälert ihre Wirkung.

Die Ausstellung ist bis zum 19. Mai 2017, jeweils von Mittwoch bis Sonntag, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Ann Brünink

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