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Künstlerin Stephanie Drömer liebt das Neue

Brandenburg an der Havel Künstlerin Stephanie Drömer liebt das Neue

Stephanie Drömer wollte ursprünglich in die Luft- und Raumfahrttechnik. Doch die Physik-Mitstudenten, die sie an der Uni abschreckten, haben indirekt Brandenburg und der Welt eine faszinierende Künstlerin beschert. In Brandenburg an der Havel hat sie ihr Atelier und lebt sie.

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Stephanie Drömer in ihrem Atelier.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. Luft- und Raumfahrttechnik, das klingt cool“, fand Stephanie Drömer, als sie sich nach dem Abitur für eine Studienrichtung entschied. Physik war einer ihrer Leistungskurse am Gymnasium. Das Studium in Dresden hat die Brandenburgerin aber nach kurzer Zeit abgebrochen. Nicht, weil es ihr zu schwierig war. „Klar, man musste viel lernen“, räumt sie ein, „aber diese Physiker sind alle Nerds“, sagt sie und lacht.

Die Neugier und Freude an anderen Menschen ist ihr in den offenen Blick geschrieben. Soziale Kontakte, das Miteinander sind für sie eine Grundvoraussetzung. Heute ist die 34-Jährige Grafikdesignerin und Illustratorin und sieht sich selbst als grafische Künstlerin.

Auch eine schöne Art, Ostereier zu gestalten

Auch eine schöne Art, Ostereier zu gestalten.

Quelle: Ina Schidlowski

„Ich bin kein Typ, der Angst vor Schwierigkeiten hat“, sagt die junge Frau, die mit Mann und Kind in der Bäckerstraße wohnt und meint damit den Schritt in die Selbstständigkeit. Ein Jahr lang hat sie es probiert, hat intensiv gearbeitet und sagt nun: „Ich denke, man kann davon leben.“

Ihre Arbeiten sind äußerst vielfältig und reichen von Grafikdesign bis zu Collagen, Fotos und Filmen. In der Wahl ihrer Mittel ist sie sehr offen. Entscheidend ist für die Künstlerin das Ergebnis. „Ich verändere die Fotos zum Beispiel stark am Computer, manchmal kommt auch die Nähmaschine zum Einsatz“, sagt sie und zeigt ein solches Werk. Experimentell, zum Teil sphärisch wirken ihre kurzen Filme. „No. 43“ heißt einer davon. Schaum von Meereswellen ist ausschnitthaft zu sehen. Es ist ein Spiel von Farbe und Form unterlegt mit Musik, das zusammen wie ein Traumgespinst wirkt. Sie male im Prinzip immer nur Bilder, auch mit diesen Filmen. Es sind bewegte Bilder, die man hören und tief empfinden kann.

Aus der Vita der Künstlerin

Stephanie Drömer ist 1982 in Brandenburg an der Havel geboren. Als 16-Jährige sammelt sie während eines Studienaufenthalts ein Jahr lang Erfahrungen in Hofu/Japan.

An der Berufsfachschule Lette Verein in Berlin macht sie eine Ausbildung zur Grafikdesignerin.

Danach studiert sie Illustration in Bournemouth/England und schließt das Studium mit dem Bachelor BA (Hons) ab.

Seit 2008 sind ihre Arbeiten in verschiedenen Ausstellungen in Berlin, Bournemouth, London, Bochum, Magdeburg und Brandenburg zu sehen gewesen.

Als freiberufliche Grafikerin und Illustratorin arbeitet sie seit 2011. Zum Beispiel gestaltete sie als freie Mitarbeiterin von 2012 bis 2014 ein Potsdamer Stadtmagazin mit und entwarf 2016 das Infoblatt des Brandenburger Hörspielwochendes.

Mehr über die Künstlerin im Internet unter www.stephaniedroemer.com

An der Berufsfachschule „Lette Verein Berlin“ hat Stephanie Drömer eine dreijährige Ausbildung zur Grafikdesignerin abgeschlossen. „Dieser Grafikjob war aber nicht so mein Ding“, sagt sie und beschreibt die Arbeit, die sich vor allem mit dem Erstellen von Logos, Entwerfen von Flyern, Briefbögen, Plakaten, eben alles was gedruckt wird, befasst. Ein Illustrator hingegen entwirft Bilder. Es sei ein freieres Arbeiten. „Als Illustrator hat man einen Stil. So wird man gebucht“.

Mit Nähten verändertes Foto

Mit Nähten verändertes Foto.

Quelle: Ina Schidlowski

Also hängte sie an ihre Ausbildung ein zweijähriges Studium in Bournemouth (England) an, das sie mit dem Bachelor BA (Hons) in Illustration abschloss. Eine inspirierende Zeit für die gebürtige Brandenburgerin, die die Engländer kulturell viel weiter vorn sieht. Im ersten Jahr habe sie keinen Strich gezeichnet, sie habe nur Filme gemacht, erzählt sie.

Bei ihren Mitschülern hat sie die Collagetechnik gesehen und auch das macht sie nun selbst. Wie das Bild „abstract (12_02)“. Immer wieder mixt sie grafische mit fotografischen Elementen. Ganz anders dagegen, die abstrakte Malerei auf schwarzem Papier.

Bild ohne Titel, das die Künstlerin als eines ihrer liebsten bezeichnet und das im Zimmer ihrer Tochter hängt

Bild ohne Titel, das die Künstlerin als eines ihrer liebsten bezeichnet und das im Zimmer ihrer Tochter hängt.

Quelle: Ina Schidlowski

Zwölf Blätter legt die Künstlerin auf dem Fußboden ihres Arbeitszimmers aus. Zusammen wirken sie wie eine Einheit und erinnern an japanische Schriftzeichen. Das ist kein Zufall, denn als Austauschschülerin hat Stephanie Drömer 1999 ein Jahr in Hofu (Japan) verbracht. „Hauptsache weg“, dachte sie sich damals. „Es war ein Kulturschock und schon wegen der Sprache sehr anstrengend.“ Aber sie habe dort einen Kurs in Kalligrafie belegt, bei dem sie viel gelernt hat. Sich mit einem Schriftzeichen auseinandersetzen, es verstehen, sich darauf konzentrieren.

Mine-No rest at the kingdom (2014)

Mine-No rest at the kingdom (2014)

Quelle: Ina Schidlowski

Diese Art zu arbeiten sei ein bisschen wie Buddhismus. Erst dann könne man mit der richtigen Vorbereitung und Handhaltung ein Bild entstehen lassen. Eine Herangehensweise, die sie verinnerlicht hat und noch heute anwendet.

Zum Beispiel, wenn sie den Infozettel des Brandenburger Hörspielwochenendes entwirft. Im Jahr 2016 trug das Exemplar eindeutig ihre Handschrift. „Es geht ja bei der Veranstaltung um Geschichten und die möchte ich mit meinen Bildern auch kreieren“. Auf dem Brandenburger Bildermarkt im Theater, beim Kleinkunstfestival heimwerts oder in der Off Art waren ihre Arbeiten schon zu sehen. Vor allem aber nutzt sie das Internet, um sich bekannt zu machen, ihre Arbeiten zu verkaufen und selbst nach neuen Inspirationen Ausschau zu halten. Zu finden ist Stephanie Drömer auf instagram, facebook, dawanda, behance, flickr, tumblr und society6.

growth heißt dieses Bild

growth heißt dieses Bild.

Quelle: Ina Schidlowski

Die Illustratorin und Grafikerindesignerin nimmt entweder Aufträge entgegen oder arbeitet frei. Leinwände zum Beispiel, sagt sie und deutet auf die angefangenen Bilder auf dem Arbeitstisch. „Ich arbeite immer wieder daran, lege sie auch mal weg und hole sie später wieder hervor“. Um dran zu bleiben und sich die Kreativität zu bewahren, stellt sie sich selbst Aufgaben. „365“ heißt eines ihrer Projekte, mit dem Ziel jeden Tag ein Bild zu machen. Das Resultat: eine enorm vielseitige Sammlung feiner kleiner Kunstwerke, zu sehen auf flickr.

Arbeitszimmer mit noch unvollendeten Werken

Arbeitszimmer mit noch unvollendeten Werken.

Quelle: Ina Schidlowski

Auch wenn ihre Aufmerksamkeit vor allem von ihrer einjährigen Tochter Luka beansprucht wird, findet die junge Künstlerin, die sich ganz bewusst für die Havelstadt entschieden hat, Zeit zu arbeiten und sagt: „Ich bin motiviert, Neues in die Stadt zu bringen.“

Von Ina Schidlowski

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