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Künstlerin verarbeitet mit ihren Werken den frühen Tod der Tochter

Monika Quast stellt in Wusterwitz aus Künstlerin verarbeitet mit ihren Werken den frühen Tod der Tochter

Die Hobby-Malerin Monika Quast aus Brandenburg an der Havel hat durch ihr künstlerisches Schaffen den frühen Tod der Tochter vor 17 Jahren bewältigen können. Aktuell stellt sie ihre Werke in Wusterwitz aus. Noch bis März sind ihre Bilder in der dortigen Kulturscheune zu besichtigen.

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Monika Quast hat auf einem ihrer Bilder Wahrzeichen ihrer Heimatstadt Brandenburg vereint.

Quelle: Marion von Imhoff

Wusterwitz. Ihre Gedanken auf Farben und Perspektiven zu konzentrieren, auf Motive und Lichteinfall, für Monika Quast war genau das wie eine Therapie in der Trauerarbeit um ihre mit nur 38 Jahren verstorbene Tochter. Damals begann die gelernte Schneiderin aus Brandenburg wieder mit dem Malen. Zum Zeichnen hatte sie schon in Kindheitstagen eine Leidenschaft entwickelt.

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Die Hobby-Malerin Monika Quast aus Brandenburg an der Havel hat durch ihr künstlerisches Schaffen den frühen Tod der Tochter vor 17 Jahren bewältigen können. Aktuell stellt sie ihre Werke in Wusterwitz aus. Noch bis März sind ihre Bilder in der dortigen Kulturscheune zu besichtigen.

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Als dann der Schicksalsschlag kam im Jahr 2000, gaben ihre Enkel ihr diesen Rat, wieder zu malen. „Um mich abzulenken. Ich muss beim Malen meine Gedanken zwingen, sich auf einen Punkt zu konzentrieren.“, sagt die 76-Jährige. Seitdem schuf Monika Quast mehr als 200 Bilder. Rund ein dutzend sind nun bis März in der Kulturscheune Wusterwitz ausgestellt.

Die Bilder der Monika Quast umfassen ein breites Spektrum an Stilen, Stimmungen und Motiven. Da ist die Fantasielandschaft in Aquarell mit herbstlich anmutenden Bäumen, die ihre Kronen wie tuschelnd einander zuneigen, auf einer blühend blauen Wiese.

Im Leben der gebürtigen Brandenburgerin nehmen die Bilder einen großen Raum ein und natürlich auch das malerische Schaffen. Dafür zieht sich die zart gebaute und nur 1,55 Meter große Frau nicht in ein stilles Atelier zurück. Sie malt mit Freundinnen, trifft sich mal bei der einen , mal bei der anderen. „Wir sind fünf Frauen. Alle sind wir Rentner aus Brandenburg.“

Kennengelernt haben sich die Frauen in einem Volkshochschulkurs in Brandenburg. Sie haben diesen kurzerhand in ihren Wohnzimmern, auf ihren Terrassen und in ihren Gärten bis heute fortleben lassen.

Heraus kommen Studien, bei denen Monika Quast sich von Fotos inspirieren lässt oder ihre Gedanken in allen Farbnuancen schweigen lässt. So etwa entstand eine Ruinenlandschaft in Rosa-Violett und Brauntönen vor leuchtend blauem Himmel. „Ich stellte mir eine bombardierte Häuserlandschaft vor, ein Ghetto“, sagt Monika Quast zu diesem Bild, das aus den Ausstellungswerken heraussticht. Dem Betrachter durch einen Bildtitel ihre eigenen Gedanken aufzudrängen, das lehnt Monika Quast ab, die sich selbst als Hobby-Malerin bezeichnet. „Bunte Vielfalt in Acryl und Aquarell“ heißt die Bilderschau.

Dass Monika Quast Jahrzehnte nicht gemalt oder gezeichnet hat, ist für den Betrachter angesichts ihrer heutigen Schaffenskraft, ja Schaffenswut, wie sie die Farbexplosion auf einem knallroten Bild erklärt, fast nicht zu glauben.

Zu DDR-Zeiten war Monika Quast Schneiderin bei der Brandenburger Kinderbekleidung. Später verdiente sie ihr Geld bei der Produktionsgenossenschaft Handwerk (PGH) Friseure als Servicekraft. Sie wechselte nach der Wende als Annahmekraft in eine Textilreinigung. Ihre letzten Berufsjahre verbrachte die Hobby-Malerin, die in Wilhelmsdorfer Vorstadt wohnt, bei der Raumausstatter-Firma Fleso als Verkäuferin und im Zuschnitt.

Ermutigt, ihre Bilder auszustellen, hat sie ihr Arzt, der ihre Bilder in seiner Praxis ausstellte und gleich eines auch kaufte. Seitdem nimmt Monika Quast an der Off Art in der Brennabor-Kunsthalle teil. Zu sehen sind ihre Bilder zudem im Brandenburger Hospiz.

Die Kulturscheune in der Hauptstraße 37 a in Wusterwitz ist während der Öffnungszeiten der Touristen-Info, dort melden sich die Besucher, zu besichtigen.

Von Marion von Imhoff

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