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Künstlerin zieht in Plauer Verwaltungssitz ein

Aus Rathaus wird Arthaus Künstlerin zieht in Plauer Verwaltungssitz ein

Ein simpler Buchstabendreher am Beginn des Wortes gibt einem Gebäude in Plaues Ortsmitte einen ganz neuen Inhalt. Jessica Dörhöfer hat das verwaiste Rathaus gekauft und ist nun mit Vater Gunter fleißig am Sanieren und Umbauen. Das Obergeschoss für die Familie mit zwei Kindern ist bereits fertig, ihr Lebensgefährte verbringt die meiste Zeit des Jahres im Ausland.

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Jessica Dörhöfer hat das Rathaus in Plaue gekauft.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Plaue. Rathaus – Arthaus. Ein simpler Buchstabendreher am Beginn des Wortes gibt einem Gebäude in Plaues Ortsmitte einen ganz neuen Inhalt. Jessica Dörhöfer hat das seit Jahren verwaiste Rathaus gekauft und ist nun gemeinsam mit Vater Gunter fleißig am Sanieren und Umbauen. Das Obergeschoss für die Familie mit zwei Kindern ist bereits fertig, ihr Lebensgefährte verbringt die meiste Zeit des Jahres im Ausland.

Die 41-Jährige hat Innenarchitektur studiert, zuletzt als Produktmanagerin für LED-Lampen beim Leuchtenhersteller Philips gearbeitet. Von Hamburg über Hannover ist sie nach Plaue gekommen, wo sich ihre Eltern bereits vor acht Jahren niedergelassen haben in dem Haus mit dem ältesten Braurecht der Stadt unweit der Kirche. Aus dem Hobby Kunst wurde bei Jessica Dörhöfer Profession. Sie malt moderne Stadtansichten, arbeitet mit Collagen und Applikationen, welche die Werke plastischer erscheinen lassen. An der Wredowschen Zeichenschule gibt sie als Dozentin Kunstkurse.

Zuletzt beim Konzern Philips angestellt

Zudem entwirft und fertigt sie Schmuck. Aus Patronenhülsen werden Engel, „da zeigt sich mein pazifistischer Ansatz“. Verschiedene Objekte aus Ästen und Brettern stehen in den noch leeren Räumen im Erdgeschoss. Auf ein Brett hat sie Patronenhülsen so gesteckt, dass sich das Wort „Metamorfosi“ ergibt. Passt zum Haus, das auch gerade eine Wandlung mitmacht. Wie so viele vorher: Porzellanmanufaktur, Wohnhaus, Polizeistation, Standesamt und Verwaltungssitz waren hier einmal untergebracht. Die Begriffe mit den dazu gehörenden Spuren, die sie beim Sanieren entdeckt hat, schrieb die Künstlerin an die Wände eines Erdgeschossraumes.

Zuletzt umgebaut wurde das Haus zwischen 1830 und 1870 – entsprechend war sein Zustand. Der Dachstuhl komplett kaputt, die Fenster mussten alle ausgetauscht werden, an den Fassaden sind noch die Sockel herzurichten. „Ich habe mich zum ersten Mal mit dem Haus befasst als wir über den Unabhängigen Bürgerverein UBV eine Ausstellung mit 30 Fotografien vom historischen Schlosspark ausgerichtet haben. Da kam schon der Gedanke, dass man das Gebäude erhalten muss, um auch Leben in der Ortsmitte zu halten, selbst wenn der Rewe-Markt zum Jahresende an die Koenigsmarckstraße zieht“, erzählt Vater Dörhöfer.

Letzter Umbau vor fast 200 Jahren

Das größte Rätsel des Hauses ist noch nicht geknackt – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein tonnenschwerer und verschlossener Stahlschrank steht noch in einer Ecke, die Familie hat sogar einen Safe-Experten aus Berlin kommen lassen, aber der hat das Ding auch nicht geöffnet bekommen. So bleibt es eben stehen, es ist ja auch ein dekoratives Möbel in Schwarz, mit Kugeln auf dem Dach, Stahlbändern und Verzierungen vorn und an den Seiten. „Vielleicht bekomme ich nie heraus, was darin verwahrt wurde“, orakelt Jessica Dörhöfer.

Vielleicht helfen in ein paar Wochen auch die Kunden im Art-Haus beim Mitraten. Die drei Räume im Erdgeschoss sollen nämlich ein Kunstlädchen sowie eine Kombination aus Atelier und Seminarraum aufnehmen. „Ich biete da meine eigene Kunst an, zudem Kunsthandwerk. Mit anderen Künstlern aus der Stadt und aus der näheren Umgebung spreche ich gerade darüber, ob sie ihre Werke bei mir in Kommission geben, damit es ein richtiges Kunsthaus wird.“ Jessica Dörhöfer wird zudem Kunstkurse anbieten, wahrscheinlich auch als Außenstelle der Zeichenschule, damit die Kinder aus Plaue, Kirchmöser und Wusterwitz nicht erst in die Stadt fahren müssen.

Von André Wirsing

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