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Brandenburg/Havel „Der Zug zur Buga ist abgefahren“
Lokales Brandenburg/Havel „Der Zug zur Buga ist abgefahren“
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06:49 21.08.2014
Brandenburg an der Havel

Der Museumsverband des Landes Brandenburg hat vor fünf Jahren ein Konzept vorgestellt für die Museumslandschaft der Stadt, gerade im Hinblick auf die Bundesgartenschau. Susanne Köstering, Geschäftsführerin des Verbandes, hält den Standort des Stadtmuseums im Frey-Haus darin langfristig für ungeeignet. Von ihrem Konzept ist wenig umgesetzt.

MAZ: Blüht die Museumslandschaft in der Stadt?

Udo Geiseler: Diese Frage mit Ja oder Nein zu beantworten, ist schwierig. Wir haben eine im Land einzigartige Museumslandschaft,, aber die Staude, um in dieser Sprache zu bleiben, kann sich noch stärker entfalten. Wir holen noch nicht alles raus. Und wir müssen auf die Region schauen, auch auf Ziesar und Reckahn. Das vorgelegte Konzept vom Landesmuseumsverband ist hochambitioniert. Ich könnte es voll und ganz verstehen, wenn Frau Dr. Köstering gefrustet wäre. Das im Auftrag der Stadt entstandene Konzept hat viel Energie gekostet. Das darin geplante Havelmuseum als neues Stadtmuseum sollte modernen Anforderungen entsprechen. Entstehen sollte es in der früheren Wiemannwerft. Doch bevor das Ganze richtig diskutiert wurde, beschloss der Hauptausschuss, das Gebäude am Packhof an die Stadtwerke zu verkaufen. Damit war das gesamte Konzept Makulatur.

Was ist Ihr Vorschlag zum Stadtmuseum? Sollte es im Frey-Haus in der Ritterstraße bleiben?

Geiseler: Ich bin ganz klar für einen Umzug des Stadtmuseums auf das Gelände des früheren E-Werkes an der Kanalstraße. Der Standort sollte zur Museumshalbinsel ausgebaut werden. Ich weiß, dass viele Brandenburger am Frey-Haus hängen und dass der Industrielle Ernst Paul Lehmann dem Historischen Verein das Gebäude schenkte, um es als Museum zu nutzen. Aber wir sollten auch auf den Rat von Experten wie Frau Dr. Köstering hören, die sagen, dass man moderne Ausstellungen nur schwer in den kleinen Räumen präsentieren kann.

Halten Sie das Konzept für realistisch?

Geiseler: Ja, für sehr realistisch. Vor etwa zehn Jahren wurde ernsthaft der Abriss des Hauptbahnhofes diskutiert, weil er angeblich nicht sanierungsfähig war. Jetzt ist er eine Erfolgsgeschichte und ziert den neu gestalteten Vorplatz. Genauso sehe ich es mit dem E-Werk.

Der Museumsverband hatte für den Umzug des Stadtmuseums im Vorfeld des Großereignisses Buga plädiert. Eine verpasste Chance?

Geiseler: Der Zug zur Buga ist abgefahren. Das ist klar. 2009 wäre noch Zeit gewesen. Diese Chance ist vertan. Das ist höchst bedauerlich. Doch wir sollten mutig sein. Auf ein Jahr mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Was wäre der Vorteil des Stadtmuseums dort?

Geiseler: Der Platz. Man könnte eine moderne Ausstellung zur Stadtgeschichte und weitere Themenausstellungen viel besser präsentieren. Die Ausstellungen und Sammlungen hätten genügend Raum, etwa für die Kaiser-Reka- und die Wredow-Sammlung. Die Depot-Frage würde sich entspannen. Aber das gesamte Konzept dafür ist in den Schubladen verschwunden und wird jetzt erst langsam wieder hervorgeholt. Die Museumshalbinsel hätte aber auch weitere Vorteile.

Welche?

Geiseler: Es würde ein Kulturstandort in attraktiver Lage, eben an einer Landspitze entstehen. Die Kanalstraße und der Weg entlang der Havel vorbei am alten Stadtbad Richtung Heineufer und Dom sowie Slawendorf, Johanniskirche und Salzhofufer würden aufgewertet werden. Das ist ein sehr attraktiver städtebaulicher Gedanke.

Welche Rolle spielt das Stadtmuseum?

Geiseler: Der Trend geht zu Themenmuseen. Die Chance des Stadtmuseums ist, dass es die Stadtgeschichte im Ganzen darstellen soll. Dabei kann es zu den Themenschwerpunkten auf die übrigen Museen wie das Dom-, das Archäologische Landes- oder das Industriemuseum sowie auch auf Ziesar oder Reckahn verweisen. Das Stadtmuseum wäre quasi der Leuchtturm in der Mitte, ein Regionalmuseum. Und an der stärkeren Vernetzung der Kultureinrichtungen, die auch die neue Kulturstrategie des Landes erfordert, kommen wir eh nicht vorbei.

Die Museen in Brandenburg an der Havel

Fünf Museen locken in Brandenburg Besucher: das Stadtmuseum im Frey-Haus, das Archäologische Landesmuseum im Paulikloster, das Dommuseum und das Industriemuseum in der August-Sonntag-Straße. Hinzu kommen die Euthanasie-Gedenkstätte, die Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt und die Psychiatrie-Ausstellung im Asklepios-Fachklinikum. Zu nennen sind zudem die Fischerei-Ausstellung in Plaue und das Slawendorf als kulturelle Anziehungsorte.
Der Landesmuseumsverband schlug 2009 einen „Masterplan Museen in Brandenburg/Havel“ vor. Wichtigste Empfehlung: Umzug des Stadtmuseums in ein Gebäude mit mindestens 2000 Quadratmetern Fläche.

Was sollte jetzt im Hinblick auf die Buga realisiert werden? Ein Shuttle-Service von Museum zu Museum, so dass Touristen bequem mehrere besuchen könnten?

Geiseler: Das wäre zu teuer. Aber man sollte die Museen unbedingt bespielen. Besonders natürlich das Stadtmuseum. Die Brandenburger lieben ihr Museum, auch wenn die Besucherzahlen das nicht zeigen, aber wenn es das nicht mehr gäbe, wäre es schlimm.
Die Ausstellung „Statt bekannt“, die im Frey-Haus und im Paulikloster zu sehen sein wird, ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Stadt- und Archäologischen Landesmuseum. Ich kenne das ambitionierte Konzept der Ausstellung, die wird toll und sechs Monate zu sehen sein. Das sollte man dann groß bewerben und sich darauf während der Buga konzentrieren.

Was muss noch erledigt werden?

Geiseler: Ein Leitsystem zu den Museen wäre günstig. Man muss die Touristen an die Hand nehmen. Aber vor allem kommen die Besucher, um die Gartenausstellung zu sehen. Sie suchen vorrangig Erholung, denke ich, dann erst Wissenswertes zur Stadtgeschichte.

Brandenburg hat auch eine düstere Geschichte. Der Krankenmord, bei dem 1940 binnen weniger Monate 9000 Menschen umgebracht wurden….

Geiseler: … das Zuchthaus, das KZ… Diese Geschichte der Stadt darf nicht verschwiegen werden. Es gibt mit der Gedenkstätte am Nicolaiplatz, der Ausstellung im Asklepois-Klinikum oder der Hinrichtungsstätte in der JVA angemessene Orte des Gedenkens. Zur Buga werben würde ich damit aber nicht. Die Gedenkstätten sind meines Wissens auch nicht Teil des Buga-Konzeptes. Die Menschen kommen zur Gartenschau als Ort der Freude und Erholung.

Der Landes-Museumsverband plädiert dafür, dass das Industriemuseum in die Trägerschaft der Stadt wechseln sollte. Auch die scheidende Museumschefin Sieglinde von Treskow wünscht sich das. Sind Sie dafür?

Geiseler: Man muss genau prüfen, in welcher Rechtsform das Industriemuseum verbleibt. Wichtig ist die langfristige Sicherung des Museums. Da wird auch mit dem Land zu reden sein und da sind wir wieder bei dem Kooperationsgedanken. Für diese Frage sollten sich alle Zeit nehmen. Es gibt die Zeit nach der Buga. Wir brauchen eine regionale Museumskonzeption, die auch die Einrichtungen im Umland einbezieht. Die zentrale Bedeutung hat das Stadtmuseum. Man sollte jetzt auch der neuen Leiterin Frau Baur noch einige Monate Zeit lassen, um Vorschläge für das Stadtmuseum und die Museumsregion zu erarbeiten.

Interview: Marion von Imhoff

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