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Brandenburg/Havel Kulturkirche auf dem Anger
Lokales Brandenburg/Havel Kulturkirche auf dem Anger
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14:53 18.05.2018
Pfarrer Philipp Mosch (rechts) und Oberbürgermeister Steffen Scheller in der der Neuendorfer Kirche mit Einwohnern. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Die Neuendorfer Kirche ist zu schade, um sie nur zu fünf Gottesdiensten im Sommer und das als Gemeindehaus genutzte alte Schulhaus für fünf Gottesdienste im Winter zu nutzen. Es gibt weniger als zwei Dutzend Kirchgänger, die meisten im fortgeschrittenen Alter.

Eine Kulturkirche ist die Alternative. Philipp Mosch ist der Pfarrer der Gotthardt- und Christusgemeinde, Neuendorf ein „Anhängsel“ davon. „Ich bin seit 2014 in der Stadt, seitdem haben wir begonnen, die kleine Kirche schrittweise zu öffnen. Sie ist aufwendig saniert und hat eine Turmhaube bekommen, wie es sich die Menschen in Radewege beispielsweise schon lange wünschen.“ Er habe sich mit dem Ehepaar Laskowsky angefreundet, Lutz Laskowsky ist Vorsitzender des Bürgervereins im Ortsteil. Schnell entstand die Idee, gemeinsame Kulturveranstaltungen zu organisieren, zumal es im Dorf keinen anderen Treffpunkt wie eine Freiwillige Feuerwehr oder eine Kneipe oder gar ein Dorfgemeinschaftshaus gibt. „Wann trifft man sich sonst in Neuendorf? Wenn einer gestorben ist, auf dem Friedhof.“

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Die Kirchengemeinde in Neuendorf zählt nur noch gut zwei Dutzend Mitglieder, deshalb will Pfarrer Philipp Mosch gemeinsam mit dem Bürgerverein das Gotteshaus samt Gemeindehaus (ehemalige Schule) für einen lebendigen Kulturbetrieb öffnen.

Zu einem lebendigen Treffpunkt soll das Ensemble direkt am Anger werden. Es gab schon kleinere Veranstaltungen, Konzerte, Vorträge.

Am kommenden Sonnabend gibt es ein komödiantisches Theaterstück „Sagenhafter Dr. Luther“, am 4. Juli wird ein Irischer Sommerabend gestaltet mit Texten von Heinrich Böll, mit Liedern von Sara Pieper und natürlich mit Guinness-Bier.Nach Dorffest, Trödelmarkt und Oktoberfestfolgen am 29. September ein Gospel-Konzert sowie am 8. Dezember ein Adventskonzert in der Kirche. Dazwischen sind die Neuendorfer auch mal zum Herbstputz eingeladen.

Schule vor der Schulpflicht

Seit 1671 befindet sich auf dem Kirchhof das alte Schulhaus.

Der heutige Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist eines der ältesten Bauwerke in Neuendorf, aber der Kern ist viel älter.

Im alten Schulhaus seit 1679 ein von den ortsansässigen Bauern initiierter Schulunterricht nachgewiesen (50 Jahre vor der allgemeinen Schulpflicht in Preußen) und eines der ältesten erhaltenen Schulhäuser in der Mark Brandenburg.

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) ist erstaunt über das rege Dorfleben und stellt Hilfe in Aussicht. „Ich kann mir vorstellen, dass wir analog zu Göttin, wo in der Schule ein Bürgerhaus entstanden ist, mit EU-Fördermitteln das alte Schulhaus herrichten können. Die Förderung ist gedacht für den ländlichen Raum, ich werde die darauf spezialisierte Gabriela Plagemann bitten, entsprechende Kostenschätzungen, Planungsunterlagen und Förderanträge zu erstellen.“

Zudem lädt Scheller Laskowsky ein zu den Treffen, die er gemeinsam mit den anderen Bürgervereinen einmal im Vierteljahr organisiert. Dort könnten alle Neuendorfer Belange angesprochen werden.

Das Engagement für das alte Schulhaus (siehe Infokasten) sei nicht sein privates, betont Mosch: „Der Gemeindekirchenrat möchte dieses Gebäude neben der kirchlichen Nutzung auch für die kommunale Dorfgemeinschaft öffnen und es Schritt für Schritt zu einem Dorfgemeinschaftshaus für alle Neuendorfer als Raum für Begegnung, Treffen, Kulturveranstaltungen und kirchliche Nutzung entwickeln.“

Gemeinsam halte man auch den Friedhof in Ordnung mit Arbeitseinsätzen. Am 23. Juni beispielsweise soll ein neuer Zaun errichtet werden, um den Friedhof vor Wildtieren zu schützen.

Von André Wirsing

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