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Kulturschloss in den Sommerwochen

Roskow Kulturschloss in den Sommerwochen

Er möchte nicht nur das Schloss Roskow, Sitz seiner Vorfahren, weiter entwickeln, sondern die gesamte Region unterstützen. Was ihm da fehlt, sind auch Übernachtungskapazitäten für gebuchte Hochzeiten in seinem Schloss: Bodo Krug von Nidda übt sich dennoch in Demut bei der Sanierung des fast 300 Jahre alten Bauwerks.

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Bodo Krug von Nidda auf der Terrasse seines Schlosses in Roskow nahe Brandenburg.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Roskow. Seit sechs Jahren ist das Schloss Roskow wieder im Familienbesitz der Nachkommen derer von Katte. Bodo Krug von Nidda, dessen Mutter Gisela eine von Katte ist, kaufte 2010 das Gutshaus für 190 000 Euro von der Gemeinde. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Bauwerk, einst Herrensitz, dann Flüchtlingsheim und später Schule, ist noch bis September Ausstellungsort des Festivals Rohkunstbau, das am 9. Juli seine Vernissage feierte. Am Freitag erwartet die Heinrich-Böll-Stiftung als Veranstalter der renommierten internationalen Kunstschau auch Außenminister Frank Walter Steinmeier ( SPD) zu einer Führung.

Künstler und Organisatoren des Rohkunstbaus 2016 zum Auftakt der Vernissage am 9

Künstler und Organisatoren des Rohkunstbaus 2016 zum Auftakt der Vernissage am 9. Juli, ganz rechts Schloss-Eigentümer Bodo Krug von Nidda.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Wenn Bodo Krug von Nidda von seinen Plänen für das Schloss, ja für die gesamte Region spricht, ist sein Enthusiasmus nicht zu überhören. Dem Immobilienentwickler mit Wohnsitz in Berlin, der beruflich viel in London und Amsterdam zu tun hat, sind seine neuen Heimatgefühle zu Roskow anzumerken.

Zwischen Kulturbetrieb und Dornröschenschlaf

Zwischen Kulturbetrieb und Dornröschenschlaf: Schloss Roskow

Quelle: Volkmar Maloszyk

Das Barockschloss mit Ball-, Tanz- und Musiksaal ist auch Veranstaltungsort für Hochzeiten. Auf der Homepage ist es für weitere Events zu buchen. Etablieren will Krug von Nidda es als Kulturschloss. Indes: Die Fassade bröckelt. Das Dach freilich ist neu eingedeckt. Sein Plan sei die behutsame Sanierung des Gebäudes, führt Krug von Nidda aus. „Wichtig ist es, die Bausubstanz zu erhalten. Das Projekt erfordert Geduld und Demut.“ Schließlich sei das Haus fast 300 Jahre alt.

XXII.Rohkunstbau

Der XXII. Rohkunstbau im Schloss Roskow ist noch bis zum 18. September zu besuchen. Geöffnet ist die renommierte Kunstschau jeweils samstags und sonntags von 12 Uhr an bis um 18. Uhr.

Im vorigen Jahr zählte der Veranstalter, die Heinrich-Böll-Stiftung, 4000 Besucher.

Der Park wird ab und an gemäht wie jetzt für das Kunstfestival. Innen drin ist das Unterschoss nahezu kahl, nur jetzt belebt und wachgeküsst durch Rohkunstbau und die Exponate von elf Künstlern.

Kunstwerk von Arne Schreiber im Schloss Roskow

Kunstwerk von Arne Schreiber im Schloss Roskow: Zersägter Baumstamm im Kaminzimmer.

Quelle: Jan Brockhaus

Im Obergeschoss stehen neben hergerichteten Privatzimmern sieben Doppel-und ein Einzelzimmer zur Verfügung. 15 Personen könnten damit in dem Schloss nächtigen. Wichtig sei das für Hochzeiten. Doch für diese reichten die Übernachtungskapazitäten nicht aus, sagt Krug von Nidda. Das zu ändern, etwa durch den Erwerb eines Hotelbetriebes in der Nähe, sei eines seiner Ziele. Froh sei er, dass das Schloss kaum je leer stand. „Was ein Haus rettet, ist Nutzung.“

Außerhalb der Rohkunstbauwochen

Außerhalb der Rohkunstbauwochen: der verstaubte prächtige Treppenaufgang im Schloss Roskow.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Der 43-Jährige ist nicht daran interessiert, fremde Investoren mit ins Boot zu holen: „Das Schloss bleibt fest in Familienhand.“ Hoffnung setzt Bodo Krug von Nidda auf ein Studienförderwerk, „es hat Interesse, es als Stammsitz zu nehmen“. Krug von Nidda spricht in der Rolle des möglichen Vermieters.

Hunderte Kulturbegeisterte allein schon zur Vernissage

So wie sich während der Vernissage hunderte Kulturbegeisterte in den Schlossgängen drängten und durch den Park flanierten, so wäre es auch wünschenswert außerhalb der zehn Rohkunstbauwochen. „Wir schauen, was passiert.“ So jedenfalls sagt es der Schlossherr.

Rohkunstbau im Schloss Roskow im Sommer 2016

Rohkunstbau im Schloss Roskow im Sommer 2016.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Von Marion von Imhoff

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