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Brandenburg/Havel Kunden von Repo-Schließung enttäuscht
Lokales Brandenburg/Havel Kunden von Repo-Schließung enttäuscht
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14:18 14.02.2019
Bernd Woitkuhn bedauert die Markt-Schließung. Quelle: Marion von Imhoff
Brandenburg/H

Thomas Löffler muss es am heutigen Donnerstagabend seiner Frau beichten: „Die weiß noch gar nicht, dass Repo schließt. Ich bin auch erschrocken“, sagt Thomas Löffler. Am Samstag schließen sich die Türen des Restposten-Marktes in Brandenburg-Hohenstücken nach 23 Jahren für immer. Geschäftsführer Christoph Possler von der Repo-Markt Rest- und Sonderposten-GmbH mit 58 weiteren Filialen in mehreren Bundesländern nennt als Grund Kundenrückgang. Zudem habe man vergeblich versucht, die Räume zu modernisieren. Mit dem Vermieter sei keine Einigung dahingehend erzielt worden.

Thomas Löffler ist über die Markt-Schließung erschrocken. Quelle: Marion von Imhoff

Der Markt liegt in der Automeile, „das ist für viele Menschen zu weit abgelegen“, sagt Thomas Löffler. Ein Mal die Woche waren die Eheleute Löffler bisher in dem Repo-Markt. „Oft auch bloß zum Gucken: Was man woanders nie kriegt, bekommt man vielleicht hier und zu einem besseren Preis.“

Vogelfutter für 99 Cent

Eine 73-Jährige aus Mötzow schleppt mehrere Tüten Vogelfutter aus dem Markt zu je 99 Cent. Ein Beutel fällt runter, der Inhalt ergießt sich auf das Pflaster des Parkplatzes. „Jetzt macht Repo die Biege. So günstig war der Laden nicht. Ich bin eine Schnäppchenjägerin mit kleiner Rente und da muss man schon gucken und vergleichen“, sagt sie und packt das Vogelfutter in den Kleinwagen.

Eine Mittfünfzigerin berichtet, „über viele Jahre bin ich alle ein, zwei Wochen hier gewesen. Jetzt bin ich weggezogen ins Milower Land und gerade nur zufällig hier. Es ist schade, dass das hier zu Ende geht.“

Jürgen Bernstein ist mit dem Fahrrad zum Räumungsverkauf gekommen. Quelle: Marion von Imhoff

Jürgen Bernstein ist mit dem Fahrrad gekommen. „Es ist ein Verlust, aber es wird sich ausgleichen. Es gibt ja noch andere Bau- und Schnäppchenmärkte in Brandenburg.“

„Für mich ist das ein Schnick-Schnack-Laden, reingehen und gucken. Ich habe häufig Wolle gekauft und Pflanzen, Kerzen und Deko“, sagt Mandy Ruwell, 42-jährige Frührentnerin.

Blumensamen und Teppichboden gehen weg

Mit Sämereien für den Garten kommt eine Brandenburgerin aus dem Geschäft. Auch sie wollte mal schauen, ob beim Räumungsverkauf für sie etwas dabei ist.

Eine Familie räumt im großen Stil Schnäppchen in den Kofferraum. Auch einen Teppich haben sie aus dem Laden geholt.

„Es ist traurig. Es wird wohl an der Miete des Geschäftes liegen. Jetzt machen sie halt zu. Im Monat war ich einmal hier“, sagt Bernd Woitkuhn. Er ist 64 Jahre alt und Stahlwerker.

Ein Verkäufer winkt ab: „Es ist alles Scheiße.“ Er werde arbeitslos, mehr wolle er nicht sagen. Bis zu sieben Männer und Frauen verlieren ihren Job. Ein oder zwei Mitarbeiter wird Repo an einem anderen Standort weiterbeschäftigen.

Von MAZ

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