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Brandenburg/Havel Kunst statt Kippen
Lokales Brandenburg/Havel Kunst statt Kippen
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02:27 29.05.2015
Auch eine Form von Kleinkunst: Andreas Walz im „Kunstautomaten“ im Brandenburger Haus der Offiziere. Quelle: I. Schidlowski
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Brandenburg an der Havel

Kunstautomat steht darauf und die Warnung: Diese Kunst kann verwirren, erhellen, aufregen und süchtig machen. Hamburg, Rostock, Köln, Magdeburg, in vielen deutschen Städten kann man Kunst aus dem Automaten ziehen. Selbst in den Niederlanden und in Spanien spucken die einstigen Zigarettenspender ihre geheimnisvollen Päckchen aus. „Ab Juni werden auch welche im kanadischen Montreal hinzukommen“, sagt der Potsdamer Galerist Lars Kaiser, und dass er derzeit mit 200 Künstlern zusammen arbeite.

Im Haus der Offiziere (HdO) hat er jüngst den ersten Kunstautomaten der Stadt Brandenburg installiert. Andreas Walz, Geschäftsführer des HdO, hat sich für die Aufstellung der Art-Machine eingesetzt. Er ist Mitglied des Kulturbeirates der Stadt, der sich auf die Suche nach interessierten Brandenburger Künstlern und möglichen Standorten für die Kunstspender gemacht hat.

Fünf Künstler haben bisher ihre Kunstwerke in einer kleinen Serie produziert, sie in Schachteln verpackt und ihrem Automatenglück übergeben. Constanze Kreiser gehört zum Beispiel dazu, Thomas Bartel und Heike Burgemann auch. „Ich bin gegen das Rauchen“, sagt die Schmuckdesignerin und Künstlerin. Ihr gefalle die Idee, wenn statt Glimmstängeln oder Lollis plötzlich Kunst aus dem Schacht komme. Schon früher habe sie gerne Fotos, Zeichnungen und Drucke eingerahmt und verschenkt.

Kunstbotschaften

Die ersten Kunstautomaten sind im August 2001 in Potsdam installiert worden. Die Automaten stehen in öffentlich zugänglichen Gebäuden, zum Beispiel in Berlin, Magdeburg, Cottbus, Greifswald, Hamburg, Köln und auch außerhalb Deutschlands.
Aus den Kunstautomaten kann man kleine Kunstüberraschungen in Form von Bildern, Drucken, Objekten, Zeichnungen, aber auch Literatur in Form von Lyrik oder Prosa erwerben.
Klein und originell sind die Kunstbotschaften, die auf dem Weg zur Freundin als Liebesbotschaft, zum Geburtstag als Geschenk, zum Treffen als Mitbringsel oder einfach als Sammelobjekt für sich funktionieren.
In jedem Kunstwerk liegt ein Beipackzettel, der einen Einblick in das Leben und Werk des Künstlers gibt. So bekommt der Käufer den preiswertesten Zugang zur Vielfältigkeit der Berlin- Brandenburger Kunst und Literatur.

Für den Künstler, der ein Euro pro Stück erhält, gleicht die Weitergabe seiner Kreation damit auch mehr einem Geschenk. „Eine ganz besondere Herausforderung“, findet die freischaffende Architektin und Künstlerin Constanze Kreiser. Sich der Aufgabe zu stellen, Unikate in Zigarettenschachtelgröße und in Serie zu produzieren, gefällt ihr. Vorgabe: Mindestens 50 Stück müssen es sein.

„Auch Kleines kann echte Kunst sein“, sagt Heike Burgemann und erzählt von der Nachtschicht, die sie extra eingelegt habe, um kleine Zeichnungen eigens für den Automaten herzustellen. Und was hat sie bewogen, sich an diesem Projekt zu beteiligen? Sie überlegt kurz und antwortet: „Wir brauchen Kunst und Kultur, den ästhetischen Blick, ein Gefühl für das Leben.“

Möglich, dass eines ihrer Kunstwerke in Brandenburg einen neuen Besitzer findet, aber es könnte auch Havelberg, Berlin oder Münster sein. „Wir bestücken die Automaten jeweils zur Hälfte mit Werken regionaler Künstler“, erklärt Lars Kaiser, die andere Hälfte sei überregionale Kunst. Dazu gehören Bilder, Drucke, Objekte, Zeichnungen, aber auch Literatur in Form von Lyrik und Prosa. In jeder Schachtel liegt ein Beipackzettel, der dem Erwerber einen kleinen Einblick in das Leben und Werk des Künstlers gibt.

Für ihn ist es eine Möglichkeit sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, für den Konsumenten eine originelle Form ein kleines Original zu erlangen. Ja und was ist nun in dem Schächtelchen, das gerade aus dem Automaten fiel? Flauschiger Realismus. Eine kleine Teppichlandschaft von Tom Korn. Das macht Appetit. Der nächste Kunstautomat steht auch schon parat. Vor dem FontaneKlub. Mal sehen, was dieses Mal in der Schachtel steckt.

Von Ina Schidlowski

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