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Brandenburg/Havel Kurios: griechischer Videotext in Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Kurios: griechischer Videotext in Brandenburg
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08:18 21.07.2015
So präsentierte sich am 12. Juli die Videotextseite von Sat.1 und anderen Sendern bei einem Brandenburger Kabelnetzkunden. Quelle: Privat
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Brandenburg an der Havel

Verrückte Welt. Haben die Pleite-Griechen RFT übernommen? Das ist die erste Reaktion von Herbert Hanig (Name von der Redaktion geändert), als er den Videotext seines Fernsehers aufruft. Alle Seiten von 100 bis 199 sind nicht auf Deutsch, sondern in griechischen Schriftzeichen abgefasst. In der Fremdsprache ergeben sie jedoch keinen Sinn.

Betroffen sind alle wichtigen privaten und öffentlichen Sender Deutschlands. Der 72-jährige Rentner, ein bekennender Videotext-Fan, traut seinen Augen nicht, zappt immer wieder hin und her. Es bleibt beim rätselhaften Hellas-TV. Der im Schifferring wohnende Hanig greift zum Fotoapparat, knipst zufällig die Seite von Sat 1 und ruft seinen Bruder in Aschersleben an. Der sieht alles wie immer auf deutsch. Und zwar über seine Satellitenschüssel.

Herbert Hanig in Brandenburg ist dagegen Kunde des Kabelnetzbetreibers RFT. Fast drei Stunden dauert der Spuk, dann ist alles wie immer. Was war da los? Bei den Sendeanstalten kann man sich keinen Reim auf den griechischen Ausrutscher machen. Sie verweisen auf den örtlichen Betreiber des Kabelnetzes. Wenn überhaupt, seien nur dort Manipulationen möglich.

Viele Zusatzinformationen

Teletext, auch Videotext genannt, hat in der Regel programmbezogene Zusatzinformationen zum gesendeten Inhalt. So zum Beispiel zum aktuellen Fernsehprogramm oder Nachrichten. Bei Privatsendern kann auch Werbung dabei sein.

Seit dem Vormarsch des Internets haftet dem Videotext ein nostalgischer Charme an, dessen Anfänge bis in die 1970er-Jahre zurückgeht. In der Zeit digitaler Technik wird Videotext als eigener Datenstrom neben den Video- und Audiodaten mit im Signal transportiert.

Nachfolger des klassischen Videotextes ist der HbbTV-Standard, mit dem Inhalte über mehrere Übertragungswege empfangbar und auch mit dem Internet kombinierbar sind.

„Geht gar nicht. Wir machen zwar die Signale für unser Netz konform, setzen sie aber eins zu eins um“, sagte RFT-Geschäftsführer Stefan Tiemann der MAZ. Einen Hackerangriff hält die Unternehmensführung für ausgeschlossen. Die kabelnetzgebundene Übertragung der Fernsehsignale arbeite völlig unabhängig vom Internet, wird betont. RFT selbst hat die Videotext-Anomalie nach eigenen Angaben nicht bemerkt. Bis dato ist Hanig der einzige bekannte Kunde, der beim Netzbetreiber Alarm schlug. Beobachtet wurde das Phänomen am Sonntag, 12. Juli, vom Nachmittag bis gegen 19 Uhr.

RFT-Geschäftsführer Tiemann macht sich seinen eigenen Reim auf den rätselhaften Videotext.„Da es sich um einen sehr lokalen Einzelfall handelt, gehe ich von einem gerätebezogenen Fehler aus.“ Rentner Hanig schüttelt ungläubig den Kopf. Er hat noch zwei andere Geräte im Haus. Auch deren Bildschirme texteten ihn auf Griechisch zu.

Von Frank Bürstenbinder

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