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Brandenburg/Havel Kuriose Szenen am Bahnübergang
Lokales Brandenburg/Havel Kuriose Szenen am Bahnübergang
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00:18 13.02.2017
Bahnübergang Ziesarer Landstraße: Bei jeder Zugdurchfahrt wird eine Schrankengirlande über die Fahrbahn gespannt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brandenburg an der Havel

Bahnübergang Ziesarer Landstraße: Das rote Blinklicht über dem Andreaskreuz leuchtet auf, die Halbschranke beginnt sich zu schließen. Immer wenn sich eine Zugdurchfahrt ankündigt, laufen Leute in signalfarbenen Anzügen los. Sie spannen eine rot-weiße Kunststoffgirlande über die Fahrbahn. Eine Schranke vor der Schranke. Ist die Strecke frei, wird die Absperrung wieder eingerollt. Aberwitzige Szenen spielen sich seit dieser Woche in Nachbarschaft der Planebrücke ab. Was ist da los?

Auf die Idee mit der sogenannten Behelfsschranke ist das Eisenbahn-Bundesamt gekommen. Nach einer Reihe von Unfällen wurde die Deutsche Bahn AG von der Aufsichtsbehörde zu zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen verdonnert. Dazu gehören drei sogenannte Bahnübergangsposten. Diese tun bei Eiseskälte rund um die Uhr an der Plane ihren Dienst. Noch müssen sich die Mitarbeiter eines privaten Dienstleisters zum Aufwärmen in ihren Autos zu beiden Seiten der Schrankenanlage aufhalten. Doch ein beheizbarer Container soll folgen, ein Dixi-Klo wurde bereits aufgestellt.

Lokaltermin am Bahnübergang

Der Chef der Sicherungsposten kommuniziert mit der Fahrdienstleitung im Betriebszentrum Berlin. Dorthin muss er über das bahneigene Telefonnetz melden, dass die Behelfsschranken gespannt sind. Erst dann gibt der Fahrdienstleiter den Bahnübergang zur Zugdurchfahrt frei. Willkommen im 21. Jahrhundert. Die Auswirkungen auf den Zugverkehr halten sich jedoch in Grenzen. „Wegen des Freimeldungsverfahrens kommt es bei einigen Zügen zu leichten Verspätungen. Von Donnerstag zu Freitag waren es über einen Zeitraum von 24 Stunden genau 16 Verspätungsminuten in Summe aller Züge“, teilte Bahnsprecher Gisbert Gahler mit. Auf der zweigleisigen Strecke ist unter anderem der RE 1 von und nach Magdeburg unterwegs. Bei einer Sonderverkehrsschau am Donnerstag hatten sich Vertreter von Bahn, Eisenbahn-Bundesamt, Stadtverwaltung und Bundespolizei über die Details der Sicherungsmaßnahme verständigt.

„Für uns kommt die Aktion völlig überraschend“, teilte Peter Reck der MAZ auf Nachfrage mit. Er ist in der Stadtverwaltung zuständig für Straßen und Brücken. Seit 1983 wurde die Straße nicht mehr angefasst. Auch die Deutsche Bahn änderte an der Lage des Bahnübergangs nichts, als die Strecke nach der Wende im Zuge des „Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr.5“ samt Bahnstrom ausgebaut wurde. Doch erst jetzt haben Verantwortliche des Eisenbahn-Bundesamtes herausgefunden, dass die Schleppkurve des Bahnüberganges nicht ausreicht, um aus Richtung Wilhelmsdorf kommenden Großfahrzeugen eine schnelle Beräumung der Gleisanlage zu ermöglichen.

Rückstau auf Gleisanlage möglich

Dabei kommt die legendäre Planebrücke ins Spiel. Sie erweist sich wegen ihrer begrenzten Breite beim Begegnungsverkehr von Lkw und Bus mit Pkw in der Tat als Nadelöhr. Wer nicht vorausschauend fährt, kann einen Rückstau bis auf die Gleisanlagen verursachen. Für das Eisenbahn-Bundesamt eine Horrorvorstellung. Besonders gefährlich für ortsfremde Fahrer, die wegen Autobahnsperrungen in der Ziesarer Landstraße landen. Doch in den vielen Jahren war die monierte Schleppkurve nie ein Problem. Dafür wickelten sich betrunkene Autofahrer um das Brückengeländer, landeten Schnellfahrer im Gleisbett oder machten Bekanntschaft mit der Plane. Bei offenen Schranken werden auch die Sicherungsposten solche Unfälle nicht verhindern können.

Die Stadt Brandenburg treibt derweil die Planung für einen Neubau der Planebrücke voran. „Die landschaftlichen Auswirkungen müssen noch untersucht werden. Aber wir gehen unverändert von einem Baubeginn in 2018 aus“, kündigte der Straßen- und Brückenexperte Reck an. Die Deutsche Bahn wird in diesem Zuge ihren Bahnübergang etwa 30 bis 40 Meter in Richtung Westen verlegen. Erst dann wird sich die heikle Lage an der Plane entspannen. So lange gehören die Sicherungsposten zum Straßenbild.

Von Frank Bürstenbinder

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