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Kurze Abkehr vom Kommerz

Lebendiger Adventskalender in Rädel Kurze Abkehr vom Kommerz

Zum ersten Mal hat die Evangelische Kirchengemeinde Rädel ein Türchen des Lebendigen Adventskalender geöffnet. Es war die Tür der Dorfkirche und 25 Menschen traten ein, um Weihnachtslieder zu singen und sich von der Alltagshektik zu erholen.

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In der winterlich eiskalten Rädeler Kirche kamen Besucher am Donnerstagabend zusammen und genossen die Adventsatmosphäre.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Rädel. Es ist eine Premiere, dass die Evangelische Kirchengemeinde Rädel am Lebendigen Adventskalender der Klosterkirchengemeinde Lehnin teilnimmt. Und sie gelang am Donnerstagabend „spitzenmäßig“, wie Dagmar Triptow es zum Schluss zusammenfasste: 25 Gäste, darunter auch Familien mit warm angezogenenen Kindern, folgten der Einladung. Marianne Fischer vom Gemeindekirchenrat Rädel führte durch die stimmungsvolle Adventszeremonie. Der Rädeler Frauenchor, aber auch die Premierenteilnehmer sangen rund ein Dutzend Weihnachtslieder zusammen. Sie saßen im Kreis um einen Adventskranz herum, der inmitten der Kirche aufgestellt war. Es war ein wenig so, als sei sich jeder dieses besonderen vorweihnachtlichen Momentes bewusst.

Was ist ein Lebendiger Adventskalender? Es ist die öffentliche Einladung, für Momente gemeinsam Lieder zu singen oder kleinen Geschichten und Adventsgedichten zu lauschen. Es ist das kurze Herauskommen aus dem normalen Alltagstrott in der Vorweihnachtszeit, um „adventliche Momente miteinander zu feiern“, wie es in der Einladung der Sankt-Marien-Klosterkirchengemeinde, zu der die Kirchengemeinde Rädel gehört, heißt.

Dabei machen Familien genauso mit wie Kirchengemeinden. Ein Türchen kann in einem Carport sein oder, wie am heutigen Samstag vor dem dritten Advent, im Kreuzgang der Klosterkirche Lehnin. Auch das Türchen am 13. Dezember in der Beethovenstraße in Lehnin war gut besucht. Meist sind Lebendige Adventskalender Treffen unter freiem Himmel.

 

Quelle: JACQUELINE STEINER

An diesem Donnerstag, zehn Tage vor dem Heiligen Abend, glücklicherweise nicht. Es goss es in Strömen, die Besucher kämpften sich durch eiskalten Dezemberregen. Es war ein unwirtlicher dunkler später Nachmittag. Warmes Licht strömte aus dem Gotteshaus. Die Kirchenglocken läuteten, während die Besucher durch die Tür traten. Die Rädeler Kirche bot jedoch lediglich ein trockenes Dach über dem Kopf. Innen drin war das Bauwerk so bitter kalt, dass sich der Atem der Sänger weiß abzeichnete.

„Wir hätten auch in den geheizten Gemeindesaal gehen können“, sagt Marianne Fischer. Aber die Kälte in dem Gotteshaus, ja und natürlich die Kirche selbst wirkten spiritueller. Der schöne Kronleuchter, die zartgelb gestrichenen Wände des Barockbaus aus dem 19. Jahrhundert und der schlichte Altar, der mit zwei Kerzen und einem Strauß aus Tannenzweigen nur schlicht geschmückt war.

Lebendiger Adventskalender

Die Sankt-Marien-Klosterkirche lädt am 16. Dezember in den Kreuzgang zum Lebendigen Adventskalender ein. Am 20. Dezember bittet Pfarrerin Almuth Wisch in der Suptur an der Klosterkirche zum gemeinsamen Öffnen eines Türchens.

Am 21. Dezember ist das Türchen in der Emstaler Hauptstraße 43 und letzter Tag der Aktion ist der 22. Dezember in Kaltenhausen 74. Treffpunkt für den Lebendigen Adventskalender ist an allen Tagen um 17 Uhr.

Marianne Fischer und ihre Mitstreiter von der Kirchengemeinde wollten die Rädeler und andere Gäste zum Innehalten einladen. Zur kurzen Abkehr von Kommerz, vom Vorbereitungsstress auf Heligabend mit übervollen Einkaufszentren, Schlangen an Kassen, lärmende Weihnachtsschlagern und Hetzerei. Zu Ruhe kommen in diesen knapp 40 Minuten, das gelang den meisten der Besucher sichtlich. Das leichte Frösteln, das Wahrnehmen der Kälte, die das historische Mauerwerk verströmte.

„Wir haben es einfach darauf ankommen lassen, wie viele kommen“, sagt sie später. Die Lieder, die sie und der Chor anstimmten, waren solche, die jeder nicht fleißige Kirchgänger kennt. Zum Advent gehören auch Leckereien. „Doch ich höre von vielen, dass sie Süßes nicht mehr sehen können“, berichtete da Marianne Fischer. Und sie zitierte einen Vers aus dem Gedicht von Theodor Storm „Knecht Ruprecht“: Apfel, Nuss und Mandelkern. Und so reichte auf eine Bitte hin ein Mädchen einen vorbereiteten Teller herum mit geschälten Nüsse und Apfelschnitzeln. Dazu sangen alle das Lied „Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See, weihnachtlich glänzet der Wald, Freue dich, Christkind kommt bald.“

Anschließend bat Marianne Fischer die Anwesenden aufzustehen. „Jetzt müssen wir kuscheln, ich habe für das nächste Lied nicht genügend Texte.“ Dann reichte sie Zettel herum mit dem Text „In der Weihnachtsbäckerei“, ein Song des Kinderliedermachers Rolf Zuckowski, Immer zwei teilten sich ein Blatt und sangen: „Wo ist das Rezept geblieben, von den Plätzchen, die wir lieben“... das schmetterten alle Anwesenden mit großer Freude. Ein kurzes Innehalten, dann Lachen.„Danke für die adventliche Auszeit und einen guten Nachhauseweg“, wünschte zum Schluss Marianne Fischer.

Von Marion von Imhoff

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