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Kurzzeitparkplatz erhitzt die Gemüter

Brandenburger Hauptbahnhof Kurzzeitparkplatz erhitzt die Gemüter

2015 ereigneten sich 14 Unfälle auf dem Kurzzeitparkplatz am Brandenburger Hauptbahnhof. Zwei allein in den letzten drei Monaten. Das hat zunächst jedoch keine Konsequenzen: Fachbereichsleiter Peter Reck vom Tiefbauamt der Stadt plant keine baulichen Veränderungen.

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Brenzlige Situation: Die Ein- und Ausfahrt zum Kurzzeitparkplatz am Brandenburger Hauptbahnhof ist sehr eng bemessen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Unfallfalle am Zentrumsring? Der neue Kurzzeitparkplatz des Brandenburger Hauptbahnhofes ist offenbar ein Unfallschwerpunkt. Das legen Zahlen der Polizei nahe. Und edas empfinden auch viele Autofahrer so. Viola Paulocat zum Beispiel bezeichnet den Parkplatz als „nicht so gut gelöst“. Ein anderer Autofahrer findet deutlichere Worte: „S..., was sie hier gebaut haben“.

Der Grundtenor ist jedoch einheitlich: Zufrieden scheint niemand zu sein. Kritisiert wird der Platzmangel, insbesondere an der Zufahrt. Zwei Fahrzeuge könnten sich wegen der Enge unmöglich begegnen.

Zufrieden ist niemand

Bereits 14 Unfälle hat es im vorigen Jahr laut Pressestelle der Polizei auf dem Kurzzeitparkplatz gegeben, wovon nur vier alleinbeteiligt waren. In den vorigen drei Monaten hat es dort bereits zweimal gekracht. Und das bei 35 Stellplätzen, wovon sechs für Behinderte ausgeschrieben sind. Hauptgrund für die vielen Unfälle ist nach Ansicht eines Brandenburgers, dass „die Planung am Schreibtisch passiert“ sei und „nicht mit den Leuten geredet“ wurde.

Das sehen die Experten in der Verwaltung anders. Peter Reck, Fachbereichsleiter des Tiefbauamtes, sagt, dass der Kurzzeitparkplatz einschließlich der dazugehörigen Ein- und Ausfahrt den geltenden Richtlinien entspreche. Beschwerden seien ihm nur vereinzelt, kurz nach der Einweihung, vorgetragen worden. Insbesondere zur Zufahrt sagte er, dass niemand bestreite, dass sie „nicht komfortabel“ sei und man „eben gut lenken“ müsse. Die Tatsache, dass sich dort gehäuft Unfälle ereignen, sei ihm neu.

Bisher keine Kenntnis vom Unfallschwerpunkt

Mehrere Taxifahrer beklagten die fehlende Beschilderung des Taxistandes und eine Trennung vom Kurzzeitparkplatz. „Kurzzeitparker rauschen mit hoher Geschwindigkeit an den stehenden Fahrzeugen vorbei und gefährden die Fahrgäste“, beklagt ein Taxler. Einem Kollegen sei bereits der Seitenspiegel abgefahren worden. Die Kundschaft reagiere zudem verärgert darüber, dass „bereits sechs Euro auf der Uhr“ seien, ehe überhaupt der Parkplatz verlassen werden könne“, erklärt ein anderer Fahrer.

Zur Hauptverkehrszeit staut es sich bei der Ausfahrt. Auch zu anderen Zeiten bilden sich regelmäßig lange Schlangen von Kraftfahrzeugen, die den Parkplatz verlassen wollen. Es ist schier unmöglich, dass in der engen Kurve ein Auto rein- und gleichzeitig ein anderes herausfahren kann. Kritische Situation haben Zeugen schon häufiger beobachtet. „Um sich in den schnell fließenden Verkehr einordnen zu können, müssen diejenigen, die den Bahnhof verlassen, viel Geduld mitbringen“, berichtet ein Pendler. Besonders das Abbiegen auf die gegenüberliegende Fahrbahn sei mit langer Wartezeit verbunden. „Wer gar in die Werderstraße einbiegen will, braucht eine Menge Durchhaltevermögen.“

Auch Zugang zum Bahnhof gestaltet sich schwierig

Der Zugang zum Bahnhof gestaltet sich ebenfalls schwierig. Eine Einfädelspur zum Kurzzeitparkplatz fehlt zugunsten eines extrabreiten Gehweges, stattdessen geht es direkt in die scharfe Kurve. Die Enge, vor allem die der Zufahrt, verhindert oft ein schnelles Erreichen der Züge. Der Weg vom Parkplatz zu den Gleisen führt darüber hinaus im Zickzackkurs um die Fahrradständer herum.

Eine Verbesserung der Situation ist jedoch nicht abzusehen. „Es sind an dieser Stelle keine baulichen Veränderungen geplant“, erklärt der Chef des Tiefbauamtes.

Von Marisa Lutzens

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