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Lady Gaga statt Haftbefehl
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Ausbildungsmesse in Brandenburg/Havel Lady Gaga statt Haftbefehl

Donnerstag: Ausbildungsmesse in der Arbeitsagentur. Die Behörde lädt zum Last-Minute-Wunschkonzert ins Agenturgebäude zwischen Kirchhof- und Geschwister-Scholl-Straße in Brandenburg/Havel. Dabei handelt es sich um eine neue Form der Ausbildungsmesse, auf der Getränke gereicht werden, Musik läuft und junge Leute kurzfristig noch eine Lehrstelle finden können.

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Nicht gaga, sondern clever: Jugendliche können kurz vor knapp noch eine Lehrstelle finden, wenn sie die Messe besuchen.

Quelle: dpa

Brandenburg/Havel. Als eine musikalische Instanz ist die Arbeitsagentur Brandenburg bisher nicht aufgefallen. Doch am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr lädt die Behörde zum Last-Minute-Wunschkonzert ins Agenturgebäude zwischen Kirchhof- und Geschwister-Scholl-Straße. Dabei handelt es sich um eine neue Form der Ausbildungsmesse, auf der Getränke gereicht werden, Musik läuft und junge Leute kurzfristig noch eine Lehrstelle finden können, wie die stellvertretende Agenturleiterin Janett Sehrig erklärt.

200 Jugendliche seien angeschrieben worden und durften auch Musikwünsche für die Veranstaltung bekanntgeben. Doch nicht alle Wünsche werden akustisch erfüllt. Lieder zum Beispiel, in denen Mütter beleidigt werden, bleiben an dem Nachmittag ungehört. Auch der deutsche Rapper kurdischer Abstammung Aykut Anhan (27), der sich "Haftbefehl" nennt, wird nicht gespielt.

Lady Gaga dagegen ist okay, ihre Musik wird laufen. Wer heute gleich um 14 Uhr an Ort und Stelle ist und unter den ersten 30 ist, bekommt eine Überraschung, kündigte Janett Sehrig gestern an. Sie verspricht sich noch einige Vermittlungen, denn 149 Ausbildungsplätze in Brandenburg und Umgebung und damit rund ein Drittel der gemeldeten Lehrstellen sind noch nicht besetzt.

Jobcenter-Geschäftsführer Christian Gärtner ermuntert auch junge Erwachsene mit Schul-, aber ohne Berufsausbildung an dieser Messe teilzunehmen. Dieser Gruppe widmet sich das Brandenburger Jobcenter seit einigen Wochen ohnehin besonders intensiv. Allerdings erlebten die Mitarbeiter dabei auch eine Ernüchterung, wie Gärtner berichtete.

Das Jobcenter hatte etwa 500 Frauen und Männer zwischen 25 und 35 Jahren nach ihrem Interesse an einem Ausbildungsplatz gefragt, denn Fachkräfte sind gesucht. 109 Bürger der Stadt haben sich daraufhin gemeldet und ihre Bereitschaft signalisiert, eine Berufsausbildung nachzuholen. Der berufspsychologische Service der Agentur hat sie daraufhin auf ihre Eignung hin untersucht und kam dabei zu einem niederschmetternden Ergebnis: Nur 17 der 109 Interessenten kommen in Frage, die übrigen sind Gärtner zufolge gesundheitlich oder intellektuell nicht für die Berufsausbildung geeignet. Etwa 200 Bürger dieser Altersgruppe wurden telefonisch noch nicht erreicht, das Jobcenter will aber dranbleiben.

Von Jürgen Lauterbach

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