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Land soll bei Schulsanierung helfen

Hilferuf aus Golzow Land soll bei Schulsanierung helfen

Mit einem Hilferuf hat sich die Gemeinde Golzow an die Landesregierung gewandt. Die Kommune braucht knapp 1,5 Millionen Euro, um ihren Grundschulkomplex sanieren zu können. Golzow selbst lebt seit zwölf Jahren mit einem Haushaltssicherungskonzept. Doch ein Ende der Misere ist nicht in Sicht.

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Sportunterricht in der Golzower Turnhalle: Parkett und Dach sind o.k., ansonsten sind die Innenbereiche stark sanierungsbedürftig.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Golzow. Die Wände der 1981 eröffneten Turnhalle sind abgewetzt. Das Dach ist letztes Jahr repariert worden, auch das Parkett wurde mal überholt. Doch für neue Toiletten und eine Renovierung der Umkleideräume hat das Geld nie gereicht. Golzows neue Sportlehrerin Angela Pries war nicht amüsiert, als sie ihren Arbeitsplatz zum ersten Mal in Augenschein nahm: „Solch eine verschlissene Halle habe ich lange nicht mehr gesehen.“ Seit Jahren drängt Schulleiterin Cornelia Brandt auf eine Grundsanierung der Sportstätte, in der auch feierliche Stunden wie die Einschulungen stattfinden. Veranschlagte Kosten: knapp 400 000 Euro.„Bei uns gäbe es eine Menge zu tun, aber die Turnhalle wäre derzeit die dringendste Maßnahme“, sagte die Schulleiterin der MAZ.

Vorbild von Rochow

Der Golzower Schulkomplex stammt aus dem Jahr 1981. Seit 1995 trägt die kommunale Grundschule den Namen Friedrich Eberhard von Rochow. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder mal Modernisierungen von Gebäudeteilen, eine Komplettsanierung blieb jedoch wegen Geldmangels aus. Dafür mussten aufwendige Brandschutzmaßnahmen realisiert werden.

Mit dem kommenden Schuljahr dürfen auch Kinder aus der Nachbargemeinde Planebruch die Golzower Schule besuchen. Aus Cammer kommen vier, aus Damelang drei, aus Freienthal ein Kind. Der Landkreis hat den Busbetrieb Wetzel mit der Sicherstellung des zusätzlichen Schülerverkehrs beauftragt. Insgesamt gibt es 23 Anmeldungen für Schulanfänger.

Fast 1,5 Millionen Euro bräuchte die selbst klamme Gemeinde Golzow, um ihren Grundschulkomplex komplett zu sanieren. Dazu gehören weitere energetische Maßnahmen, die Sanierung eines Flachbaus und der Anbau eines Außenfahrstuhls, um später einmal Kinder mit Behinderungen aufnehmen zu können. Ganz zu schweigen von der dringend nötigen Neuausstattung von Räumen wie dem Physikkabinett, dem man vom Fußboden bis zur Elektroleitung die DDR-Jahre ansieht.

Die Sanitäranlagen in der Turnhalle warten auf eine Modernisierung

Die Sanitäranlagen in der Turnhalle warten auf eine Modernisierung.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Schulleitung ist im Kampf um bessere Lern- und Arbeitsbedingungen nicht allein. Die Kommune steht hinter ihrer Schule. Doch Eigenmittel sind in Golzow, wo seit zwölf Jahren mit einem Haushaltssicherungskonzept regiert wird, nur begrenzt vorhanden. Als „letzten Strohhalm“, bezeichnete Bürgermeister Ralf Werner deshalb auf der Gemeindevertretersitzung am Dienstag einen schriftlichen Hilferuf an Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter. Unter dessen Dach wird der Ausgleichsfonds für finanzschwache Kommunen verwaltet. Eine 2015 in Aussicht gestellte Mittelzuweisung war wegen zu vieler Anträge ausgesetzt worden. Deshalb hatten Kommune und Schule jetzt in einem gemeinsamen Brief nachgehakt.

Der Bürgermeister verlas den an Innenminister Schröter am 2. März abgesandten Brief, in dem die Unterzeichner bei Schröter um Hilfe bitten. Doch Schröter hat bis heute nicht einmal geantwortet. Anders sein Kollege vom Bildungsministerium, Günter Baaske. Dieser hatte einen gleichlautenden Brief bekommen. Baaske verwies auf den neuen Fördertopf zur Umsetzung des Kommunalen Infrastrukturprogramms (KIP-Richtlinie). 80 Millionen Euro stellt darin das Land für besondere bildungspolitische Schwerpunktmaßnahmen in den nächsten vier Jahren zur Verfügung.

Bürgermeister Ralf Werner liest den Brief an Innenminister Karl-Heinz Schröter vor

Bürgermeister Ralf Werner liest den Brief an Innenminister Karl-Heinz Schröter vor. Eine Antwort steht aus.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Genau darin befürchtet jedoch der Brücker Amtsdirektor Christian Großmann den Haken. „Das Geld ist insbesondere für Maßnahmen zur Inklusion und dem gemeinsamen Lernen von der 1. bis zur 13. Klasse gedacht. Wir stellen trotzdem einen Antrag. Vielleicht klappt es ja mit dem Außenfahrstuhl. Aber Wärmedämmung und Dach kriegen wir damit nicht hin“, kündigte der Verwaltungschef auf der Gemeinderatssitzung an. Dabei lernen derzeit gar keine Kinder mit Handicap an der Golzower Schule. Wirklich wichtig wäre jetzt eine sanierte Turnhalle.

Von Frank Bürstenbinder

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