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Landbesitzer verhindern Lückenschluss

Kein Radweg Roskow-Gutenpaaren Landbesitzer verhindern Lückenschluss

Radfahrer zwischen Roskow und Gutenpaaren leben gefährlich. Entlang der viel befahrenen Landesstraße 92 fehlt ein Radweg. Die Trasse würde zwei Radwegnetze miteinander verknüpfen. So sieht es auch der Landesbetrieb Straßenwesen. Doch einige Landbesitzer stellen sich quer.

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Dort fehlt der Radweg: Roskows Ortsvorsteher Udo Schultze macht sich für einen Lückenschluss nach Gutenpaaren (Zachow) stark.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Roskow. Für Radfahrer könnte es so schön sein: Nur dreieinhalb Kilometer Landesstraße trennen Gutenpaaren von Roskow. Das havelländische Dorf im Osten ist bestens an das Radwegenetz über Ketzin nach Falkenrehde und den Havel-Radweg bei Schmergow angebunden. Andererseits kommen Radler von Roskow sicher auf eigenen Trassen rund um den Beetzsee bis nach Brandenburg. „Es wäre nur vernünftig die Lücke zwischen den beiden Wegenetzen zu schließen“, wirbt Roskows Ortsvorsteher Udo Schultze für den Bau eines Fahrradspur neben der viel befahrenen Landessstraße 92.

So neu ist die Idee nicht. Auch dem Landesbetrieb Straßenwesen leuchtet die Sinnhaftigkeit eines Lückenschlusses zwischen Roskow und Gutenpaaren ein. Es gab sogar schon ein Projekt. Doch eine Realisierung ist bis heute nicht in Sicht. „Unser Wille für einen Radwegbau ist da. Doch leider gibt es Probleme beim Grundstückserwerb. Mehrere Eigentümer wollen ihren Ackerstreifen nicht verkaufen“, berichtet Frank Schmidt, Planungschef in der Niederlassung West des Landesbetriebes Straßenwesen. Dabei soll es trotz steigender Ackerpreise nicht nur um Geld gehen. Schmidt, der an einigen Erwerbsverhandlungen selbst teilgenommen hat, spricht aus Erfahrung: „Es gibt Leute die unter anderem aus Frust über die öffentliche Verwaltung einen Landverkauf grundsätzlich ablehnen“, so der Planungschef. Kommt keine Einigung zustande, drohen neue Trassen endgültig zu platzen. Beispiele dafür gibt es einige.

Radweg in Richtung Zachow fehlt

Ein Radweg verbindet Roskow entlang der L 91 mit Päwesin. Weitere Radwege führen über Weseram in Richtung Brandenburg sowie über Ketzür und Brielow ebenfalls nach Brandenburg.

Was fehlt, ist ein Anschluss in Richtung Zachow, wo eine Verbindung nach Ketzin und der Fähre zum Havelradweg existiert. Von Gutenpaaren kommt man auf dem Radweg außerdem über Ketzin bis nach Falkenrehde und weiter in Richtung Potsdam.

Ein möglicher Planfeststellungsbeschluss für einen Radweg Roskow-Gutenpaaren ist Grundlage für eine eventuelle Enteignung. Dadurch kann der Vorhabenträger Grundstücke für sein Vorhaben in Anspruch nehmen. Betroffene Grundstückseigentümer werden entschädigt.

Die Gemeinde Päwesin scheiterte mit ihrem Radwegprojekt, dass von Bollmannsruh nach Bagow führen sollte, weil Grundstückseigentümer bei ihrem Nein blieben. Zwischen Plaue und Fohrde warten nicht nur touristische Radfahrer darauf, dass dieser Abschnitt des Havel-Radweges endlich von der Landesstraße genommen werden kann. Doch das Tauziehen mit Eigentümern wird zum Verhinderungsgrund. Das Geld fließt dann eben in andere Regionen.

Bleibt als letztes Mittel die Enteignung. „Doch darauf haben wirklich keine Lust. Wir wollen uns gütlich mit den Eigentümern verständigen“, stellt Planungschef Schmidt klar. In der Regel geht es um einen Streifen von drei bis vier Meter. Inzwischen hat sich Roskows Ortsvorsteher Udo Schultze, dessen Bemühungen von seiner Zachower Amtskollegin Nancy Lorbiecki geteilt werden, an das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung gewandt. „Der jetzige Stillstand darf nicht das letzte Wort sein“, steht für Schultze fest.

Möglicherweise kommt 2017 noch einmal Bewegung in die Sache. Denn nach einer Auskunft aus dem Hause von Infrastruktur-Ministerin Kathrin Schneider (SPD) soll der Abschnitt Roskow-Gutenpaaren (Zachow) im Rahmen einer landesweiten Prüfung einer aktuellen Bewertung unterzogen werden. Priorität sollen Maßnahmen haben, die der Sicherung von Schulwegen dienen und die eine hohe Kfz-Belastung aufweisen. Sollte der Roskower Abschnitt mit ganz oben auf der Liste stehen, könnte ein Planfeststellungsverfahren samt Beschluss folgen. Dies wäre die Grundlage für eine eventuelle Enteignung. Die Ergebnisse der Bewertung sollen im ersten Quartal 2017 vorliegen.

Von Frank Bürstenbinder

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