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Landesplanung bremst Bauboom am Beetzsee

Wohnungszuwachs in Brielow und Radewege Landesplanung bremst Bauboom am Beetzsee

Innerhalb des Amtes Beetzsee zieht es die meisten Bauwilligen nach Brielow und Radewege. In beiden Dörfern zusammen wuchs der Wohnungsbestand seit 2000 um fast 30 Prozent. Das könnte sich mit dem neuen Landesentwicklungsplan ändern. Ganze fünf Prozent Wachstum in zehn Jahren wird den berlinfernen Gemeinden zugestanden.

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Ein Dorf streitet um eine Straße

Die Straße Am Spennenbusch in Brielow ist mit allen Medien erschlossen, aber bislang nur einseitig bebaut.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Beetzsee. Vom Bauboom hat die Gemeinde Beetzsee besonders profitiert. So wuchs der Wohnungsbestand im Zeitraum von 2000 bis 2014 um fast 28 Prozent. Aktueller Schwerpunkt des individuellen Wohnungsbaus ist Brielow Süd, wo gerade der zweite Teilabschnitt des Tulpenweges der öffentlichen Nutzung übergeben wurde. Im so genannten Blumenviertel nahe der Stadtgrenze zu Brandenburg werden einmal an die 200 Menschen leben.

Zum Vergleich: Die Stadt Havelsee legte beim Wohnungsbestand um knapp 14 Prozent zu. Schlusslicht im Amt Beetzsee in der Siedlungsentwicklung ist die Gemeinde Roskow, wo es 4,3 Prozent mehr Wohnraum gibt als noch im Jahr 2000. Trotz der Spitzenreiterfunktion denkt Beetzsee-Bürgermeister Rainer Britzmann (CDU) nicht an Stillstand. Er sprach sich in dieser Woche bei der Gemeindevertretersitzung für eine Verdichtung von Baulücken aus. „Wir wachsen am stärksten. Wegen der Baulandnachfrage sollte die Gemeinde unter anderem den Spennenbusch in Brielow und die Bergstraße in Radewege-Siedlung als potenzielle Entwicklungsflächen vorhalten“, so Britzmann.

Neu sind diese Gedanken nicht. Beide Bereiche sind an die Medien angeschlossen, befinden sich jedoch im Außenbereich beziehungsweise im Landschaftsschutzgebiet wie die Südseite des Spennenbuschs. Eine Herauslösung kam bislang nicht zustande. Die Gemeinde denkt an eine einreihige Bebauung auf der Südseite, zudem könnte man Lücken auf der Nordseite schließen. Die Flächen befinden sich in Privatbesitz.

Ob sich die Vorstellungen eines Tages umsetzen lassen, hängt nicht zuletzt von dem in Aufstellung befindlichen Landesentwicklungsplan für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ab. Der Entwurf sorgt gerade in allen Kommunen für Diskussionsstoff. So wird den Dörfern fern des Speckgürtels in einem Zehnjahreszeitraum ein Wachstum des Wohnungsbestandes von fünf Prozent zugestanden. Bei 1186 Wohneinheiten in Brielow und Radewege zusammen würde dies ein Entwicklungspotenzial von rund 60 Wohneinheiten bedeuten.

In einer Stellungnahme zum Entwurf des Landesentwicklungsplans hält Amtsdirektor Guido Müller die Fünf-Prozent- Festsetzung des örtlichen Bedarfs für zu pauschal. Wegen der unterschiedlichen Entwicklung im Amt Beetzsee müsse die Möglichkeit eines „interkommunalen Ausgleichs“ auf freiwilliger Basis zwischen den Gemeinden eines Amtes eröffnet werden, so Müller. Die Gemeindevertreter von Beetzsee schlossen sich der Stellungnahme einstimmig an. Die Landesplanung gibt Vorgaben für die Regionalplanung. Im Rahmen des laufenden Beteiligungsverfahrens können die Kommunen bis zum 15. Dezember Stellungnahmen abgeben.

Von Frank Bürstenbinder

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