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Landesstraße bei Deetz immer gefährlicher

Land soll sanieren Landesstraße bei Deetz immer gefährlicher

Die Gemeindevertreter von Groß Kreutz (Havel) sind mit ihrer Geduld am Ende. Sie fordern das Land Brandenburg zur Sanierung der Landesstraße 86 zwischen Krielow und Deetz auf. Deren Zustand sei den Bürgern nicht mehr zuzumuten, heißt es in einem Schreiben. Grund sind schwere Laster auf dem Weg zur MEAB-Deponie.

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Kaum eine Landesstraße ist so marode wie die L 86 zwischen Krielow und Deetz. Doch auch bei Neu Bochow ist Sanierungsbedarf.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Deetz/Krielow. „Wir werden auch in diesem Jahr wieder Schlaglöcher beseitigen und abgängige Fahrbahnränder auffüllen. Aber komfortabler wird die Fahrbahn davon nicht“, bedauert Thomas Schmidt von der Straßenmeisterei Michendorf. Die Landesstraße 86 zwischen Krielow und Deetz gehört zu den größten Sorgenkindern. Seine Leute müssen reparieren, was eigentlich nicht mehr zu reparieren geht. Statt oberflächlicher Ausbesserungen müsste ein grundhafter Ausbau her, sind sich selbst Fachleute einig.

Doch an kostspielige Investitionen ist auf dieser Strecke wohl auch in den nächsten Jahren nicht zu denken. Im Gegenteil: Das Land erachtet die L 86 nicht für verkehrswichtig und hat den Abschnitt daher dem sogenannten Grünen Netz zugeordnet. Es handelt sich um die unterste Netzkategorie in Brandenburg, wo noch repariert aber nicht mehr neu gebaut wird. Ein Schicksal, dass die L 86 mit fast der Hälfte aller Landesstraßen teilt.

Einstimmig haben sich die Gemeindevertreter dafür ausgesprochen, dass Land Brandenburg zur Sanierung der L 86 zwischen Krielow und Deetz aufzufordern

Einstimmig haben sich die Gemeindevertreter dafür ausgesprochen, dass Land Brandenburg zur Sanierung der L 86 zwischen Krielow und Deetz aufzufordern. Außerdem soll der Abschnitt aus dem Grünen Netz entlassen werden.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Bei dieser stiefmütterlichen Behandlung darf es jedoch nicht bleiben. Das fordern jedenfalls zum wiederholten Mal die Gemeindevertreter von Groß Kreutz (Havel). Auf ihrer öffentlichen Sitzung am Dienstag verabschiedeten die Kommunalpolitiker ein Schreiben, das sich sowohl an das Infrastrukturministerium und die Fraktionen des Landtages richtet. Darin fordern die Kommunalpolitiker eine umgehende Sanierung des besonders maroden Abschnittes zwischen dem Krielower Ortseingang und dem Deetzer Ortsausgang – und damit die Herausnahme aus dem Grünen Netz.

Appelle aus der Kommunalpolitik an den Straßenbaulastträger gab es in der Vergangenheit immer wieder – ohne durchschlagenden Erfolg. Nur einem zähen Ringen mit den klammen Behörden war es zu verdanken, dass vor einigen Jahren im benachbarten Schmergow eine neue Decke über die holprige Piste gezogen wurde. „Wir sind nicht blauäugig. Das Geld ist knapp. Doch mit vertretbarem Aufwand wie in Schmergow sollte es gelingen den Zustand der Straße bis Krielow deutlich zu verbessern“, findet Reth Kalsow (CDU), Bürgermeister von Groß Kreutz (Havel).

Seit er 2003 zum Gemeindeoberhaupt gewählt wurde, hält das Tauziehen um eine Straßensanierung an. Resignieren mag der Bürgermeister dennoch nicht. „Für unsere Bürger und öffentliche Verkehrsmittel ist inzwischen die gefahrlose Nutzung des Straßenabschnittes nicht mehr gewährleistet. Damit können wir uns nicht abfinden.“

Doch woher kommt die Belastung für den Straßenkörper? Hauptsächlich von den Lastern, die die Landesstraße als Hauptwegestrecke zur Deponie der MEAB mbH in Deetz nutzen. Seit 1995 wurden Millionen Tonnen von Bauabfällen per Lkw nach Deetz geschafft. So soll es auch nach 2021 weitergehen. Das Land Brandenburg geht selbst in einem Gutachten von einem Bedarf von rund 2,7 Millionen Tonnen aus, die noch nach 2021 in den Deponiekörper eingebaut werden könnten. Dieser Belastung ist der Straßenunterbau nicht gewachsen.

Anteilseigener der MEAB sind je zur Hälfte Berlin und Brandenburg, wo auch der Großteil der Abfälle herstammt. Die Eigentumsverhältnisse macht die Kommunalpolitiker erst recht unwirsch. „Seit Jahren werden Großteile des Berliner und Brandenburger Mülls in unserer Gemeinde entsorgt. Die Landesregierung versagt jedoch die geforderte Sanierung der Zufahrtswege“, wird in der Beschlussvorlage kritisiert. Und Gemeindevertreter Burghard Schröder fragte: „Wo bleiben denn die ganzen Einnahmen?“

Von Frank Bürstenbinder

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