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Landkreis verdient am Bauboom mit

Wenn die Maurer kommen Landkreis verdient am Bauboom mit

Potsdam-Mittelmark hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld für Baugenehmigungen eingenommen. Die Gründe sind zahlreiche neue mehrgeschossige Wohnhäuser am Rande Berlins und höhere Gebührenmaßstäbe. Insgesamt wurden 2,1 Millionen Euro eingenommen. Das ist ein Anstieg von über 20 Prozent.

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Wo gebaut wird, verdient der Landkreis mit: Richtfest in Kleinmachnow.

Quelle: Claudia Krause

Mittelmark. Der von historisch niedrigen Hypothekenzinsen getriebene Bauboom beschert dem Landkreis ein deutliches Plus an Baugebühren. Eigentlich sollten die Genehmigungsverfahren im vergangenen Jahr rund 1,75 Millionen Euro einbringen. Am Ende waren es 360 000 Euro mehr als geplant. Diese für Potsdam-Mittelmark erfreuliche Einnahmeentwicklung sei jedoch kein ausschließliches Verdienst der Verwaltung räumte Baufachbereichsleiter Michael Kreutner am Mittwoch vor dem Bauausschuss des Kreistages ein.

So ist der Anstieg der Baugebühren insbesondere auf jene Investoren zurückzuführen, die derzeit im größeren Maße mehrgeschossige Wohnungsbauten realisieren. So zum Beispiel in Werder und Teltow – mehr Raumvolumen, mehr Gebühren. „Mit Einfamilienhäusern von der Stange, die den Großteil der Genehmigungsverfahren ausmachen, kann man dagegen als Verwaltung kein Geld verdienen“, sagte Kreutner. In der Regel kostet die Baugenehmigung für eine Eigenheim mehrere hundert Euro. Bei den Mehreinnahmen kommt dem Landratsamt auch eine Anpassung der Kostenstellen durch das Land zugute.

Genehmigung aus Teltow

Über die elektronische Bauakte können sich Bauherren jederzeit einen Überblick über den aktuellen Stand der Bearbeitung verschaffen. Anmelden können sich Interessenten mit einer persönliche Zugangsberechtigung, die über die Internetseite des Landkreises angelegt wird.

In der Regel ist für eine Baumaßnahme eine Baugenehmigung erforderlich. Es gibt jedoch Ausnahmen, die im § 55 der Brandenburgischen Bauordnung aufgelistet sind. Trotz Genehmigungsfreiheit müssen jedoch andere Anforderungen des öffentlichen Baurechts eingehalten werden – zum Beispiel Abstandsregelungen.

Für die Bearbeitung von Baugenehmigungen sind die in Teltow, Potsdamer Straße 18a, ansässigen Fachdienste Technische Bauaufsicht I und II zuständig. Öffnungszeit: Dienstag von 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr. Montags und mittwochs sind die Sachbearbeiter nicht erreichbar.

Was die Dauer der Bauantragsverfahren anbelangt, sieht Kreutner seine Behörde nach Jahren der Kritik auf einem guten Weg. Der Fachbereichsleiter sprach vor den Abgeordneten und sachkundigen Einwohnern von einer aktuellen Bearbeitungszeit von 55 Wochentagen. Eine Zeit, die im Rahmen der Zielvereinbarung liegt, die Landrat Wolfgang Blasig (SPD) der Baugenehmigungsbehörde auch für 2016 vorgibt. Ursprünglich waren einmal 70 Tage fixiert. Blasig reagierte damals mit der Vorgabe auf die Koalitionsvereinbarung von SPD, CDU sowie Freie Bürger und Bauern. Darin ist festgeschrieben, dass „Entscheidungsprozesse, etwa im Baubereich, beschleunigt und gestrafft werden“.

Unterlagen müssen vollständig sein

Baugenehmigungen haben jedoch einen Haken. Bei unvollständigen Unterlagen kann es zu „Antragstellerverschuldeten Liegezeiten“ kommen, wie es im Fachjargon heißt. „Außerdem ist die Beteiligung anderer Behörden durch uns nicht steuerbar“, so Baufachbereichsleiter Kreutner. Immerhin ist es dem Kreis gelungen so genannte Altfälle zum großen Teil abzuarbeiten. 2013 gab es noch 210 Bauanträge, die auch nach einem Jahr immer noch nicht abschließend beschieden waren. Jetzt sind es noch vier Vorgänge, die aus dem Jahr 2014 und davor stammen. Allerdings sind schon wieder 14 langwierige Verfahren dazugekommen, deren Bearbeitung länger als zehn Monate dauert. Oft gibt es Probleme mit dem Brandschutz oder der Umsetzung von Vorgaben durch den Fachdienst Umwelt.

In Zukunft mehr Innenverdichtung

Wie sich das Baugeschehen in Potsdam-Mittelmark in Zukunft entwickeln wird, kann Kreutner schwer vorhersagen. 2015 war die Anzahl der Baugenehmigungen mit etwas über 2000 stabil. Es gibt noch Kommunen, in denen auf der grünen Wiese gebaut wird. In Werder ist die Entwicklung rasant. Was eigentlich auf einen Planungszeitraum von zehn Jahren angelegt war, wurde in vier Jahren realisiert. Doch werden die Planverfahren teurer, weil das Konfliktpotenzial größer wird. „Die Zukunft gehört der Innenverdichtung in den Ortskernen“, ist der Baufachbereichsleiter überzeugt. In Stahnsdorf und Teltow zum Beispiel gebe es dafür noch genügend Platz. Außerhalb des Speckgürtels wird auch gebaut, doch deutlich verhaltener. Baufachbereichsleiter Kreutner: „Wir haben noch keine Erkenntnis, dass hinter Beelitz, Brück und Bad Belzig der große Bauboom einsetzt.“

Von Frank Bürstenbinder

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