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Landpfarrerin Klußmann für zwei Dörfer mehr

Kirchengemeinde Landpfarrerin Klußmann für zwei Dörfer mehr

Die Stelle von Pfarrer Rasmus Gramsch, der im Oktober in den Ruhestand geht, wird nicht nachbesetzt. Zwei seiner Dörfer übernimmt dann Christiane Klußmann, Pfarrerin der Lukas-Gemeine in Jeserig. Sie möchte die neue Struktur sehr behutsam einführen.

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Christiane Klußmann mit ihrem Sohn Ludwig, der vor ein paar Tagen auf die Nase gefallen ist. Gutgelaunt ist er dennoch.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Jeserig. In Christiane Klußmanns Wohnzimmer im Pfarrhaus hängen Plakate aus Wien. Dort studierte die Pfarrerin der Lukas-Kirchengemeinde Jeserig Theologie. Und nach Wien fährt Christiane Klußmann jedes Jahr noch zwei, drei Mal. „Das ist mein Urlaub“, berichtet die 44-Jährige und ihr ist anzumerken, wie sehr sie die Wiener Kultur- und Cafehaus-Szene kennt, schätzt und mag. Doch in diesen Wochen geht der Blick der Pastorin nicht in die österreichische Ferne, sondern ein paar Dörfer nur weiter. Christiane Klußmann, die in Weißenfels im heutigen Sachsen-Anhalt geboren und aufgewachsen ist, wird ab diesem Herbst Pfarrerin auch für Wust und Gollwitz. Nach der Pensionierung von Pfarrer Rasmus Gramsch am 31. Oktober wird sie damit für zwei weitere Dörfer zuständig sein. Zur Lukas-Gemeinde gehören Deetz, Trechwitz, Schenkenberg und Jeserig. „Wust und Gollwitz werden als eigenständige Gemeinde weitergeführt“, sagt Christiane Klußmann.

Während ihr einjähriger Sohn um sie herumkrabbelt, -klettert und -läuft, erläutert sie, wie behutsam sie die neue Struktur den Menschen nahe bringen möchte. Erste Gespräche hat Christiane Klußmann bereits geführt mit den Gemeindegliedern dort. Unsicherheit habe sie dabei gespürt. „Meine Frage an sie ist, was sie selbst wollen. Ich werde ein Jahr nur schauen und fragen. So habe ich es damals auch in Jeserig gemacht. Was soll so bleiben, was soll sich ändern? Das möchte ich von ihnen gerne wissen.“ Ein Beispiel: „Der Frauenkreis in Gollwitz, der bleibt natürlich und auch selbstständig.“

Wust und Gollwitz bleiben eine selbstständige Kirchengemeinde

„Sie kommen als selbstständige Gemeinde zu unserer hinzu. Die Wuster und Gollwitzer sollen selbst schauen, ob sie sich irgendwann der Jeseriger Gemeinde anschließen möchten“, betont Christiane Klußmann. „Meine Gemeinde hier ist offen und sagt, wir freuen uns auf Wust und Gollwitz.“ Sie sei Pfarrerin von vier Dörfern, „die sich selbstständig und einvernehmlich zu einer Gemeinde zusammengeschlossen haben und dieser Frage schon geübt sind.“ Künftig werden es sechs Dörfer sein, die Christiane Klußmann bei seelsorgerischen Fragen, Trauerfällen, Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen als Pastorin begleitet.

Pfarrer und Gemeinden

Rasmus Gramsch leitet die Pfarrei Brandenburg Ost. Er geht in den Ruhestand. Seine Stelle wird nicht nachbesetzt. Zur seiner Gemeinde gehören neun Dörfer. Gollwitz und Wust sollen von der Kirchengemeinde Jeserig aus betreut werden. Nach Angaben von Jens Maiburg, 2. stellvertretender Superintendent, ist vorgesehen, dass Krahne, Reckahn und Göttin künftig von der Pfarrei Golzow-Planebruch betreut werden. Schmerzke, Neuschmerzke und Rietz gehören danach dann mit zum Zuständigkeit der Pfarrei Netzen.

Christiane Klußmann ist verheiratet mit dem pensionierten Richter und Kirchenmusiker Uwe Klußmann. Sie hat eine 19-jährige Tochter und einen fast zweijährigen Sohn.

Auf Christiane Klußmann selbst kommt mehr Arbeit zu. 900 Gemeindeglieder betreut sie derzeit. 100 Menschen kommen mit Wust und Gollwitz hinzu. Als Landpfarrerin hat sie weite Wege. „Man muss eigentlich überall sein.“ Verlässliche Gottesdienstzeiten sind ihr wichtig. „In unserem Gemeindeblättchen werden Gollwitz und Wust eine eigene Seite bekommen, wo all dies nachzulesen ist.“ Im August oder September werde es eine gemeinsame Gemeindekirchenrats-Sitzung geben, damit sich alle kennen lernen können. Für nächstes Jahr wünsche sie sich ein gemeinsames Sommerfest, „egal wo, ob in Wust, Deetz oder Gollwitz.“

Rund 15 Gottesdienste im Monat

Derzeit hält Christiane Klußmann gut zehn Gottesdienste im Monat in den Dorfkirchen ihrer Gemeinde. Mit 15 rechnet sie künftig. All das muss sie organisieren. „Ich kann nicht am Karfreitag sechs Gottesdienste halten, das ist klar. Wenn ich zu viele Gottesdienste halte, merke ich, dass ich nicht mehr so präsent bin und den Menschen nicht gerecht werde.“

Lektoren, also Laienprediger, die bereits jetzt ein Netzwerk in der Jeseriger Gemeinde bilden und sehr geschätzt seien, werden einige Gottesdienste übernehmen. „Ich denke, dass wir das stärken müssen.“ Zu klären sei auch, ob weltliche Bestattungen in der Wuster Kirche möglich seien. Das sei ein Wunsch, der in Wust geäußert worden sei. Es sei für sie ein Kompromiss denkbar. Behutsam möchte sie auch diese Frage klären.

Die Verwaltung für die sechs Orte wird von der Lukas-Kirchengemeinde aus geführt. Das Pfarrhaus werde weiter das in Schenkenberg sein, sagt Christiane Klußmann. Den kleinen Ludwig wird das freuen. Er behält seinen Sandkasten neben der Kirschbaum-Wiese.

Von Marion von Imhoff

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