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Lange Haftstrafen gegen fünf Brandenburger

Räuber müssen ins Gefängnis Lange Haftstrafen gegen fünf Brandenburger

Empfindliche Gefängnisstrafen verhängte die 2. Strafkammer des Landgerichts Potsdam gegen die Räuber, die bewaffnet und maskiert mehrere Tankstellen in Brandenburg an der Havel und andernorts überfallen hatten. Der als die treibende Kraft geltende Alexander T. muss laut Richterspruch zwölf Jahre hinter Gitter.

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In dieser Tankstelle in Brandenburg an der Havel begann die Überfallserie im Jahr 2014.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Empfindliche Gefängnisstrafen verhängte die 2. Strafkammer des Landgerichts Potsdam gegen die Räuber, die bewaffnet und maskiert mehrere Tankstellen in Brandenburg an der Havel und andernorts überfallen hatten. Der als die treibende Kraft geltende Alexander T. muss laut Richterspruch zwölf Jahre hinter Gitter.

Mit Streichen fing alles an

Mit grobem Unfug hatten die fünf jungen Männer, die wegen schweren Raubes mehrere Wochen lang auf der Anklagebank im Landgericht Potsdam saßen, vor mehr als zwei Jahren angefangen. Sie trafen sich seinerzeit auf dem ehemaligen Klinikgelände in Beelitz-Heilstätten, um „im Spaß“ arglose Bürger zu erschrecken. Mit Funkgeräten bewaffnet, gaben sie einander Signale, wann und wo ein mögliches Spaßopfer des Weges kam. Trieben sie es zu bunt, entschuldigte sich das Quintett anschließend.

Mit Spaß hatte allerdings all das nicht mehr zu tun, was zwischen Februar und Juli 2014 geschah. In wechselnder Besetzung kreuzten die heute zwischen 24 und 31 Jahre alten Männer aus Brandenburg in Tankstellen auf. Maskiert und mit einer Gasschreckschusspistole bewaffnet forderten sie mit imitiertem osteuropäischen Akzent das, was ihnen fehlte: Geld.

Die Tankstelle im Beetzsee-Center in Brandenburg an der Havel war das erste ihrer Ziele in eine Reihe von fünf Überfällen. Weitere Raubzüge folgten, überwiegend im Landkreis Oberhavel: in Germendorf, Wolfslake und Sachsenhausen. In wechselnder Besetzung machten sie Beute: 9000 Euro Bargeld, Zigaretten im Wert von 5000 Euro, Diesel aus der Zapfsäule und ein Laptop.

Opfer waren überwiegend Frauen im Alter von 35 bis etwa 50 Jahren. Besonders zwei von ihnen spüren die Folgen des Überfalls noch heute, sie finden keinen erholsamen Schlaf, haben Angstzustände. Eine Frau erlitt unmittelbar nach der Tat mit einen Nervenzusammenbruch.

Zwölf Jahre Haft für Anführer

Am letzten Verhandlungstag sprach der vorsitzende Richter Jörg Tiemann erst nach 22 Uhr die Urteile. Wie von Staatsanwalt Christian Runde beantragt, wurde Alexander T. wegen besonders schweren Raubes und anderer Delikte zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Denn er galt nicht nur als die treibende Kraft, die zu immer neuen Überfällen anstachelte, sondern war auch an allen fünf Straftaten beteiligt.

Die letzte Tat war die heftigste und geht nach dem Urteil des Landgerichts nur auf das Konto von Alexander T. Nicht in einer Tankstelle, sondern in einem kleinen Modellbauladen feuert er seine Gaspistole aus 40 Zentimeter Entfernung ab und richtet sie dabei auf einen Zeugen, der ein Knalltrauma erleidet.

Drei weitere Angeklagte erhalten Gefängnisstrafen zwischen vier und fünfeinhalb Jahren. Ihre Strafen, bei denen ihre unterschiedliche Tatbeteiligung berücksichtigt wurde, liegen ein wenig unter den Anträgen des Staatsanwaltes.

Vor allem Michael Nitschke und Kristin Hartmann, die Verteidiger von Alex F. erreichen, dass ihr Mandant zwei der fünf Haftjahre in einem Krankenhaus therapiert wird, so wie es die psychiatrische Sachverständige Heide-Ulrike Horn (73) wegen dessen Hangs zu Drogen für sinnvoll erachtete.

Als einziger Angeklagter erhielt der 24 Jahre alte künftige Student der Technischen Hochschule Brandenburg eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Er war nur an einer Tat beteiligt, gestand frühzeitig und umfassend und versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten bestmöglich, den materiellen Schaden wieder gutzumachen.

Von Jürgen Lauterbach

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