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Langfinger lieben Lippenstifte und Elektronik

Ladendiebstahl: Aufklärungsquote von 90 Prozent Langfinger lieben Lippenstifte und Elektronik

Lippenstifte sind die Renner, Toilettenpapier bleibt liegen. So fasst Polizeisprecherin Jana Birnbaum das Beuteschema der Ladendiebe zusammen, die in Brandenburg durch Geschäfte ziehen. Die Aufklärungsquote lag in vergangenen beiden Jahren bei rund 90 Prozent.

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Auch Elektronik ist bei den Ladendieben beliebt.

Quelle: dpa-Archiv

Brandenburg an der Havel. 2012 hat die Polizei 434 Anzeigen wegen Ladendiebstahls aufnehmen müssen. Das waren 17 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote lag in beiden Jahren nach Angaben von Polizeisprecher Christoph Koppe bei rund 90 Prozent. Nicht alle Ladendiebstähle werden tatsächlich der Polizei bekannt: „Es ist definitiv ein Dunkelfeld“, so Koppe.

Hoch im Kurs stehen bei den Dieben neben Lippenstiften, Wimperntusche und anderer Kosmetika Lebensmittel und Alkohol. Elektronik und Tabakwaren sind ebenfalls begehrte Mitbringsel derjenigen, die ihre Ware nicht an der Kasse bezahlen. Meist sind es kleine Elektronikgeräte und -utensilien, die mitgehen, wie USB-Sticks. „Es gab aber auch Fälle, in denen versucht wurde, einfach einen Fernseher zu stehlen“, so Koppe.

Das bestätigt auch der stellvertretende Geschäftsleiter eines großen Supermarktes: „Gestohlen wird alles, was sich mitnehmen lässt bis hin zum Fernseher. Hochprozentiger Alkohol in großen Flaschen zählt auch dazu. Es muss sich ja lohnen für die Diebe.“ Es seien oft Banden, die zu zweit, dritt ins Geschäft kämen. Einer stehe dann Schmiere. Lebensmittel hingegen würden häufiger von Hartz-IV-Empfängern und älteren Leuten mit wenig Geld gestohlen. Die Polizei spricht in diesem Zusammenhang vom Phänomen Altersarmut. „Drogerieartikel und Alkohol und dort Schnaps“ sei bei Dieben am begehrtesten, sagt die Vize-Marktleiterin des Rewe-Marktes in der Neuendorfer Straße.

Waren im Wert von 22 550 Euro haben Diebe im vorigen Jahr erbeutet. im Jahr zuvor waren es 19 700 Euro Schaden, den die Geschäfte meldeten. In gut jedem zweiten Diebstahl bewegt sich der Warenwert zwischen einem Euro und 15 Euro. In fünf Fällen ließen Langfinger Ware im Wert zwischen 500 und bis zu 2500 Euro mitgehen. Im Durchschnitt lag damit die Schadenssumme nach Angaben von Polizeisprecher Koppe bei 52 Euro. Kein großer Unterschied ist das zu den Vergleichszahlen des Jahres 2011.

Dass sich die Zahlen der beiden Jahre so gleichen, erklärt Koppe mit den Überwachungsmöglichkeiten der Geschäfte durch Sicherheitstechnik und Ladendetektive.

Im vorigen Jahr wurden 334 tatverdächtige Ladendiebe angezeigt, im Jahr zuvor waren es zehn mehr. „Es sind alle Altersgruppen dabei und etwa so viele Männer wie Frauen“, sagt Koppe. Damit sind im Vergleich zu anderen Delikten die Frauen überproportional häufig unter den Tatverdächtigen vertreten. „Ladendiebstahl ist ein Delikt mit niedriger Hemmschwelle. Bei Delikten mit höherer Hemmschwelle und mehr Aggressivität, sind die Täter deutlich häufiger Männer als Frauen“, erläutert Koppe das Phänomen.

Von Marion von Imhoff

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