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Brandenburg/Havel „Langsam reicht’s mit der Baustelle“
Lokales Brandenburg/Havel „Langsam reicht’s mit der Baustelle“
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02:17 03.10.2015
Wer zur Brandenburger Bank muss, bahnt sich am Bauzaun vorbei den Weg. Quelle: Claudia Nack
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Golzow

Gewerbetreibende und Anwohner der Ortsdurchfahrt in Golzow machen drei Kreuze, wenn die Dauerbaustelle beendet ist. Gemeindearbeiter Hardy Gröbe schiebt die Schleichwege wie ein Weltmeister, kommt mit der Kleintechnik aber nicht hinterher.

„Die Straßenbauarbeiten in Golzow sind ein Graus“, postet Dana Dittrich. „Sogar Bürgersteige waren auf beiden Seiten gesperrt, so dass Schulkinder einer Gefahr ausgesetzt wurden.“ Anfang dieser Woche sei das so gewesen. Eltern sind empört.

Frank Schmidt, beim Landesbetrieb Straßenwesen (LS) für Planung zuständig, kann sich das nur mit „Wahrnehmungsunterschieden“ erklären. Zwar sei je nach Bauablauf auch ein Hin- und Herwechseln möglich, „aber es ist immer eine Seite begehbar“, versichert er. Wie Matthäi-Polier Andreas Kriening erklärt, habe man am Montag zwischen NP-Markt und Werkstatt Wolf die Westseite des Gehwegs wegen Suchschachtungen nach einem Telekom-Glasfaserkabel abgesperrt und mit einem Schild darauf hingewiesen, die andere Seite zu nutzen. Wie er einräumt, habe es Dienstag zwischen etwa 8 und 10 Uhr ein Sperrung gegeben, weil man die Fahrbahnseite für den Anliegerverkehr gewechselt und die Barken umgesetzt habe.

„Kinder sind verunsichert, Eltern wütend, mir tun aber auch die Bauarbeiter leid“, sagt Schulleiterin Brand, die mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit selbst Slalom kurven muss. Kleinere trauen sich nicht die Brandenburger Straße zu überqueren, weil sie schlecht einsehbar sei und trotz Vollsperrung durchgefahren werde. Brand: „Ständig wird was verändert und an allen Ecken gebuddelt. Wie kann man nur so einen Mist planen?“

Auch für Wirtin Anke Cierpinski steht fest: „Es ist eine Fehlplanung“. Sie hofft, dass das Gefälle stimmt, damit das Straßenwasser nicht die Höfe überschwemmt. Der Parkstreifen vor der „Erholung“ sei zügig gepflastert und für größere Geburtstagsgesellschaften die Platzzufahrt provisorisch gemacht worden. Der Umsatz habe sich durch die Baustelle halbiert. „Der Mittagstisch ist weggebrochen“, sagt Cierpinski, die als Vereinswirtin nun auf den Karneval und auf freie Fahrt zur ersten Sitzung am 14. November hofft. Konditormeisterin Doreen Heuer, die seit Juni 30 Prozent Einbußen habe, hält ihre Backstube mit Hochzeitstorten und Familienfeiergebäck über Wasser. „Langsam reicht’s mit dieser Baustelle. Ich kann hier kein System erkennen“, grollt sie.

Schmidt sieht das naturgemäß anders: „Es war kein Planungsfehler, sondern hatte andere Ursachen.“ Konkreter werden will er nicht. Der LS hatte ein Büro bei Treuenbrietzen mit dem Projekt beauftragt, dabei wurden die Nebenanlagen außer Acht gelassen, was im ersten Bauabschnitt zu Zusatzleistungen führte (MAZ berichtete). „Hier hätten sich Kommune und Amt bemerkbar machen müssen“, findet Schmidt. Und: „Baustellen in geschlossener Ortslage sind wegen der Befindlichkeiten sehr aufwendig und kleinteilig.“ Wo der Laie noch kein Ende erkennt, sieht der Fachmann eins: Die Asphaltdecke soll am 10. Oktober komplettiert und die Vollsperrung in der zweiten Oktoberhälfte aufgehoben werden. Restarbeiten gehen aber weiter.

Von Claudia Nack

Nach Jahren des Bauens hat die Rektorin der Brandenburger Nicolaischule das Ende der Baustelle vor Augen. „Das Größte ist geschafft, ein paar Wochen müssen wir noch durchhalten, dann sind wir im Paradies“, schwärmt Marina Eckhardt. Das Himmlische ist eine baulich intakte weiterführende Schule mit neuer Turnhalle und ansprechend gestalteter Außenfläche.

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