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Brandenburg/Havel Leben am Klavier: Dieser Senior spielt sich jung
Lokales Brandenburg/Havel Leben am Klavier: Dieser Senior spielt sich jung
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20:15 23.10.2016
Karl-Heinz Duschl an seinem Bechstein-Klavier. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Ziesar

Sorgfältig hat Karl-Heinz Duschl (81) die Programmfolge ausgewählt. Bekannte Stücke der Klassiker will er zu Gehör bringen. Von Johann Sebastian Bach ist „Das Wohltemperierte Klavier“ dabei. Nicht fehlen darf unter anderem Mozarts Sonate Nr. 11 A-Dur, dessen dritter Satz als Türkischer Marsch eine ungebrochene Popularität genießt. Seit Monaten bereitet sich der bekannte Ziesaraner Pianist auf den musikalischen Höhepunkt des Jahres vor. „Ein eineinhalbstündiges Konzert schüttelt man nicht aus dem Ärmel. Täglich übe ich drei bis fünf Stunden“, berichtet der ehemalige Leiter des Jugendblasorchesters.

Duschl findet nichts dabei in seinem Alter ein abendfüllendes Klavierkonzert zu geben. „Es gibt 92-Jährige die Handstand machen und für die Rheuma ein Fremdwort ist. Ich halte meine motorischen und geistigen Fähigkeiten eben mit Musik fit“, erklärt der ehemalige Berliner seine rüstige Statur und seinen hellwachen Geist. Duschl passt so gar nicht in die Schublade der Generation 80 Plus. Seine musikalische Ader hat er wohl von seinem Vater geerbt, der als Organist im Mainzer Dom aushalf.

Der 29.Oktober wird für Duschl ein großer Tag. Im Vortragssaal der Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“ in Bad Belzig bereichert er um 17 Uhr auf dem Flügel die Konzertsaison mit einem Soloauftritt. Sein erstes Klavier-Recital liegt ein gutes Jahr zurück. Bereits aus Anlass des 80. Geburtstages präsentierte Duschl in Bad Belzig Meisterwerke. Zeit dafür hat der Senior, der inzwischen sämtliche berufliche Pflichten abgegeben hat. Ausnahmen bestätigen auch bei ihm die Regel. Kirchengemeinden rund um Ziesar rufen ihn, wenn an der Orgel Not am Mann ist. Weihnachten zum Beispiel wird er im benachbarten Paplitz den Gottesdienst begleiten.

Dass Duschl die Kreismusikschule in Bad Belzig als Auftrittsort gewählt hat, ist kein Wunder. Viele Jahre war der einstige Berufsmusiker, Komponist und Arrangeur unter ihrem Dach künstlerischer Leiter und Dirigent des Keyboardorchesters, mit dem er 2004 und 2006 zwei Konzertreisen durch die USA unternahm. „Auch die Arbeit mit dem Nachwuchs hat mich jung gehalten und mir ein erfülltes Leben verschafft“, ist Duschl überzeugt. Hunderte von Keyboard-Spieler und Schlagzeuger sind durch seine Schule gegangen. Sowohl als Absolventen der Kreismusikschule und als Privatschüler.

Schon bevor der Musiker 1990 als Leiter des Jugendblasorchesters nach Ziesar kam, hatte Duschl viele berufliche Stationen in seiner Laufbahn hinter sich. Als junger Bursche sang er im Kinderchor des Berliner Rundfunks. Während des Studiums an der Akademie der Künste belegte er als erstes Hauptfach Ensembleleitung, Komposition und Arrangement. Daneben studierte er Klavier, schaffte es zum Orchesterchef und Musikschuldirektor in Schwedt.

Kann sich Karl-Heinz-Duschl heute aus Freude zur Musik dem Klavierspiel widmen, steht Ehefrau Sabine (53) unverändert im Dienst der Kreismusikschule, wo sie halbtags Klavier, Keyboard und Orgel unterrichtet. Vormittags ist sie als Musiklehrerin in der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig tätig. Ihrem Gatten steht sie am 29. Oktober tatkräftig zur Seite. Während er sich auf Chopins „Meeresrauschen“ (Etüde c-Moll) konzentriert, liegen die organisatorischen Fäden seines Konzertes in ihren Händen.

Von Frank Bürstenbinder

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